Kreis Bad Duerkheim Auf einen Berliner mit dem RTL-Mann
An der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim/Wachenheim sprach Klöppel mit Schülern, Lehrern und einem Gewerkschafter – und probierte zum Abschluss einen Berliner aus der Schulmensa. „Bonjour“ tönt es aus dem ersten Klassenzimmer, das Peter Klöppel an diesem Mittag an der IGS am Standort Deidesheim betritt – und der Moderator beginnt spontan, in fast fehlerfreiem Französisch zu parlieren. Er ist Gast in einem Französischkurs, das Gespräch mit den Schülern führt er dann aber doch auf Deutsch. Die Schüler sind sichtlich angespannt, mit einem Prominenten samt Kameramann, Tontechniker und Redakteuren an einem Tisch zu sitzen, doch der lockere Gesprächston von Klöppel bricht bald das Eis. Der Moderator ist neugierig, schaut spontan in einen anderen Klassensaal, führt dann das Gespräch mit dem Schulleiter auf dem Flur weiter. Kameramann und Tontechniker kommen ob dieser schnellen Wechsel sichtlich ins Schwitzen. Klöppel zeigt, dass er interessiert ist an der Thematik, stellt Fragen, beweist Hintergrundwissen. Schulleiter Georg Dumont erklärt, dass der Schulträger 200 Millionen Euro Schulden habe, aber dennoch 16 Millionen Euro in den Umbau investieren werde. Er deutet auf die Fenster, deren Scheiben milchig sind und auf die Vorhänge, die sich bewegen, obwohl die Fenster geschlossen sind. „Das ist Klimaanlage auf pfälzisch!“, meint Klöppel trocken. Die Ausstattung der Schule ist ein großes Thema für alle Beteiligten: Dem Französischkurs fehlt es an medialen Arbeitsmitteln. „Wir haben kein Whiteboard, keinen Beamer, keinen Overheadprojektor. Mit solchen Dingen könnte man den Unterricht um einiges vielseitiger gestalten“, meint Nicole Hermes, die seit drei Wochen als Referendarin an der IGS unterrichtet. Klaus-Peter Hammer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft liegen die räumlichen Bedingungen am Herzen. „Schule ist ein wichtiger Lernort, an dem man gerne sein sollte. Dafür braucht es neben Räumen, die angemessen groß und gut ausgestattet sind, auch Ruhebereiche, in denen sich die Schüler zurückziehen können.“ Gerade an einer Schwerpunktschule wie der IGS, die auch Kinder mit Beeinträchtigungen aufnimmt, seien solche Räume wichtig – aber nicht im Programm vorgesehen. „Wir sagen immer, dass Kinder unser wichtigstes Gut sind. Dann sollten wir aber nicht um solche Dinge kämpfen müssen“, resümiert Klöppel. Schließlich geht es noch zu einem ganz wichtigen Ort, den Toiletten. Wie in vielen Schulen sind diese auch an der IGS in keinem guten Zustand. Während das Filmteam mit Klöppel und dem Schulleiter in den heiligen Hallen verschwindet, postiert sich die RTL-Redakteurin vor der Tür und verwehrt vier verdutzten Jugendlichen den Zutritt. Marlon ist in der Schülervertretung und auf die Frage, was er am Schulhof ändern würde, antwortet er eher ernüchtert: „Ich würde mir mehr Spielmöglichkeiten für die jüngeren Schüler wünschen. Der angekündigte Umbau kommt eh nicht, das sollte doch schon vor zwei Jahren losgehen.“ Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass „der RTL-Mann“ da ist und die ersten Mutigen kommen mit gezückten Handys auf ihn zu. Geduldig posiert Klöppel mit den Teenies, isst in der Mensa einen Berliner und plaudert mit einigen jüngeren Schülerinnen – diesmal ganz ohne Kamera. Den Nachmittag verbringt das RTL-Team dann auf dem Deidesheimer Marktplatz, wo der Zwei-Minuten-Beitrag in einem mobilen Schneidewagen produziert und noch am Abend in den RTL-Nachrichten gesendet wird.