Wachenheim
Appartements statt 24-Zimmer-Hotel
Eigentlich hatten die Investoren Christian Jantscha und Ben Höller vor etwa eineinhalb Jahren vor, auf dem etwa 3400 Quadratmeter großen Areal im Roten-Turm-Weg, das vielen Wachenheimern als Villa Depper bekannt ist, einen Hotelkomplex mit 24 Zimmern zu erstellen. Nun wurden Villa und Gartenhaus zu vier großzügig ausgelegten Ferienwohnungen umgestaltet. „Wir haben für die damaligen Hotelpläne keinen geeigneten Betreiber gefunden, obwohl wir eineinhalb Jahre intensiv gesucht haben“, informiert Höller. Er möchte jedoch nicht ausschließen, den Hotel-Gedanken wieder aufzugreifen. Dafür könne dann auf bereits bestehende Planungen zurückgegriffen werden.
Da vermieden werden solle, dass das Gebäude die nächsten Jahre leer steht, sind Ferienwohnungen beziehungsweise Appartements gestaltet worden, die zunächst von den Investoren selbst betrieben werden. Die Wohnungen weisen eine Größe von 90 bis 180 Quadratmetern auf und können für bis zu vier Personen angemietet werden, wobei die Möglichkeit besteht, Kinderbetten dazuzustellen.
Wohnungen heißen wie Weinlagen
Wie die Betreiber mitteilen, stehe das Anwesen, das für die Gäste im Hof acht Parkplätze bereit hält, zudem für Feiern und Veranstaltungen wie beispielsweise Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen jeder Art zur Verfügung. Die unter Denkmalschutz stehende Villa Ludwig, die 1826 erbaut wurde, wird am ersten September öffnen und ist für die erste Woche bereits ausgebucht. „Mit dem Namen Villa Ludwig wollten wir an Kaiser Ludwig den Bayern erinnern, der Wachenheim 1341 die Stadtrechte verliehen hatte“, erklärt Höller die Namensgebung. Ihre Verbundenheit zur Region und ihre Affinität zum Wein bekunden die Investoren mit den Namen der Ferienwohnungen: Belz, Böhlig, Gerümpel und Goldbächel sind ausnahmslos Namen umliegender Weinlagen. Als besonderer Service werde den Gästen angeboten, die Versorgung mit Lebensmitteln – überwiegend aus regionalen Produkten – für die Dauer des Aufenthaltes ganz oder teilweise zu übernehmen.
Kühlschränke mit Wein in jedem Zimmer
„Außerdem ist jede Wohnung mit einem Weinkühlschrank ausgestattet, der mit lokalen Weinen bestückt sein wird“, versichert Jantscha. Im Moment seien sie gerade dabei, den Park mit seinem alten Baumbestand, der auch einen schönen Blick auf die Wachtenburg zulässt, mit zusätzlichen Bäumen, Sträuchern und Büschen, sowie dem Verlegen von Rollrasen etwas zu verschönern. Dann stünde auch einer Nutzung des roten Türmchens, in dem auch Hochzeiten abgehalten werden könnten, nichts mehr im Wege. Neben allen anderen Reiselustigen, sehen die Investoren ihre Zielgruppe bei den Weinreisenden, aber auch bei Familien mit Kindern.
„Ich muss aus eigener Erfahrung sagen, dass ich mit der Familie ungern im Hotel bin, weil es dort räumlich meist zu eng zugeht“, berichtet Höller. „Die Leute werden sich bei uns wie daheim fühlen“, verspricht Jantscha. Für die Weinreisegruppen planen die Investoren in Zusammenarbeit mit umliegenden Restaurants und Weingütern Angebotspakete zu schnüren, um die Gäste kulinarische Highlights und spannende Weinproben erleben zu lassen.