Wachenheim
Abwasser soll teurer werden
Einstimmig wurde der Wirtschaftsplan 2020 für das Abwasserbeseitigungswerk der Verbandsgemeinde beschlossen. Der sieht bei Erträgen von rund 2,16 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 2,12 Millionen Euro einen Gewinn von etwa 42.000 Euro vor. Für Investitionen sollen 1,96 Millionen Euro ausgegeben werden. Die Ausgaben könnten durch das vorhandene Guthaben sowie Zuschüsse in Höhe von etwa 80.000 Euro bezahlt werden, teilte Werkleiter Dirk Bergner mit.
Kläranlagen „größter Brocken“
Als „größten Brocken“ der Ausgaben bezeichnete Bergner die drei Kläranlagen in der Verbandsgemeinde. Hier sind Arbeiten zur Modernisierung und Energieeffizienz vorgesehen, die sich auf etwa zehn Jahre erstrecken werden, wie Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU) sagte. In diesem Jahr sollen für Arbeiten an der Kläranlage Friedelsheim-Gönnheim etwa 600.000 Euro, an der Kläranlage Ellerstadt 350.000 Euro und an der Kläranlage Wachenheim 300.000 Euro ausgegeben werden.
Allein die Sanierung der Wachenheimer Kläranlage werde insgesamt rund sieben Millionen Euro kosten, so Bechtel. Einiges sei hier schon getan worden. Die Wachenheimer Kläranlage werde quasi komplett neu gebaut, sagte FDP-Fraktionssprecher Andreas Berger. Zu den weiteren Investitionen gehört nach Angaben von Werkleiter Bergner die Untersuchung der Abwasserkanäle in Ellerstadt und deren Sanierung. Dafür sind 220.000 Euro eingeplant. Je 20.000 Euro sind für Kanäle in den Neubaugebieten Waltershöhe Nord in Friedelsheim und dem Neubaugebiet Pfortenstück in Wachenheim vorgesehen und 40.000 Euro für Kanäle im Neubaugebiet Am Schwabenbach in Wachenheim.
„Gebühren neu kalkulieren“
Die Erträge von 2,16 Millionen Euro kommen überwiegend aus Gebühren und Beiträgen. Derzeit sei nicht vorgesehen, diese zu erhöhen, so Bergner. Ausnahme ist die Gebühr für Fäkalabwasser, das aus Abwassergruben abgefahren wird. Diese wird von 12,50 Euro auf 14,50 Euro pro Kubikmeter erhöht.
Derzeit stehe das Abwasserbeseitigungswerk finanziell zwar gut da, doch angesichts der anstehenden Ausgaben sei es erforderlich, die Gebühren neu zu kalkulieren und „moderat zu erhöhen“, sagte Arnold Nagel (FWG). Dem stimmte FWG-Fraktionssprecherin Heike Dittrich zu. Sie erinnerte daran, dass die Gebühren letztmals 2001 erhöht wurden und die günstigsten im Umkreis seien. Preiserhöhungen werden erforderlich sein, sagte auch der Beigeordnete und CDU-Fraktionssprecher Stefan Heiser. Es seien nicht nur hohe Investitionen erforderlich, auch das laufende Geschäft werde immer schwieriger, komplexer und teurer, so Andreas Berger.
Man erwarte keinen Rückgang der Einnahmen durch die Corona-Pandemie, so Bechtel. Zwar sei bei den Betrieben weniger Abwasser angefallen, das werde aber durch mehr Abwasser aus den Privathaushalten ausgeglichen. Wie Werkleiter Bergner berichtete, gab es in den vergangenen Wochen zweimal Probleme mit Verstopfungen an Pumpen, weil anscheinend Feuchttücher oder ähnliches in Toiletten geworfen wurden.