Bad Dürkheim 80 Jahre Frieden: Schule erinnert an Kriegsende
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht steht gleichzeitig für das Ende des Nationalsozialismus – heute ist der Tag der Befreiung vielerorts ein Gedenktag. In Bad Dürkheim setzen sich auch junge Menschen mit der Bedeutung des historischen Tages auseinander. Lehrer und Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) machen mit einer Gedenkausstellung auf den 80 Jahre währenden Frieden in weiten Teilen Europas aufmerksam. Von Mittwoch bis Freitag lernen die Schüler bei der Schau mehr über die Vergangenheit.
Verschiedene Gedenkstationen am WHG
Es fällt direkt auf, wenn man das WHG betritt: Ein großes, buntes Banner mit der Aufschrift „80 Jahre Frieden“ ist über dem Haupteingang der Bad Dürkheimer Schule angebracht. Im Eingangsbereich und in der Aula wurden Informationstafeln aufgestellt – dort können die Schüler mehr über den 8. Mai und seine Bedeutung lernen. Zwei Wochen vor den Osterferien seien erste Ideen für die Ausstellung gesammelt worden, sagt Alena Mattke, Fachbereichsleiterin Sozialkunde. Mehrere interessierte Kollegen hätten den Stein anschließend ins Rollen gebracht und für die Umsetzung gesorgt. „Ich denke, wir haben da eine schöne Mischung zusammenbekommen“, freut sich die Lehrerin.
An den Informationstafeln können Schüler mehrere QR-Codes scannen. Diese führen zu verschiedenen Artikeln zum historischen Tag, unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde und der Deutschen Digitalen Bibliothek. Zusätzlich dürfen die Schüler am WHG selbst kreativ werden – unter dem Motto „Origami für den Frieden“ werden kleine Kunstwerke gebastelt. Auch für den regionalen Bezug wurde gesorgt. Zwei Banner, die das Stadtmuseum Bad Dürkheim zur Verfügung stellt, informieren über den 8. Mai 1945 aus Sicht der Kurstadt. „Ich finde die Ausstellung sehr gelungen“, sagt der 17-jährige Schüler Vincent Joel. „80 Jahre Frieden sind schon eine Hausmarke. Da ist es wichtig, dass der Tag nicht in Vergessenheit gerät.“
Gedenktag zum 8. Mai soll beibehalten werden
Die 18-jährigen Anil Kabukcuoglu und Faris Mesic schließen sich ihrem Mitschüler an. Bei der aktuellen politischen Weltlage sei ein solcher Gedenktag umso wichtiger. Auf Spendenbasis werden zusätzlich zur Ausstellung kleine Sticker mit der Aufschrift „80 Jahre Frieden“ verkauft – die Erlöse sollen den Verein „Gegen das Vergessen“ aus Wachenheim unterstützen. Dieser kümmert sich um den Erhalt des jüdischen Friedhofs als Kulturdenkmal und fördert das Gedenken an die ehemaligen jüdischen Gemeinden. Einer von vielen Aspekten, die die Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis machen.
Dabei würden besonders die jungen Schüler von der Ausstellung zum Gedenktag angesprochen. „Die kommen teilweise erst aus der Grundschule ans WHG und können sich dann hier über so ein wichtiges Thema informieren“, freut sich Anil Kabukcuoglu. Laut Vincent Joel zeigten sich allgemein viele Schüler interessiert, auch die Sticker verkauften sich gut. An das gelungene Projekt wollen die Verantwortlichen am WHG auch in Zukunft anknüpfen, wie Alena Mattke erklärt. „So etwas kann man jedes Jahr wieder machen und dann noch breiter an die Schülerschaft verteilen. In Zukunft sind bestimmt auch Workshops oder eine AG denkbar“, blickt die Fachbereichsleiterin voraus.