Freinsheim RHEINPFALZ Plus Artikel 25 Jahre Lions Club: Gute Ideen für den guten Zweck

1996 ging es mit einer Männerrunde los: Zum Zeitpunkt der Gründungsfeier gehörten 22 Mitglieder den Freinsheimer Lions an. Heute
1996 ging es mit einer Männerrunde los: Zum Zeitpunkt der Gründungsfeier gehörten 22 Mitglieder den Freinsheimer Lions an. Heute sind es 34 – und auch Frauen können direkt zum Mitglied ernannt werden.

Sie helfen, wo Hilfe benötigt wird, und das seit einem Vierteljahrhundert: die Mitglieder des Lions Clubs Freinsheim. Friedrich Walter und Markus Burkhardt sind von Beginn an mit dabei. Die Club-Arbeit, wissen beide, kann arbeitsintensiv sein. Dennoch sind sich die zwei Gründungsmitglieder einig: Es lohnt sich. Und sie erzählen, warum.

Ehrenamtlich helfen, wo Hilfe gebraucht wird – das ist der generelle Gedanke eines Lions Clubs. Auch der Freinsheimer Club unterstütze viele lokale Projekte, erzählen die beiden Gründungsmitglieder Friedrich Walter und Markus Burkhardt. Ein Dauerprojekt sei die Förderung des heilpädagogischen Kinderheims in Weisenheim am Sand. Das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen sei ebenfalls schon häufiger in den Genuss von Spenden gekommen. Aber auch weltweite Programme, wie das internationale Projekt zur Förderung der Augengesundheit SightFirst, unterstützen die Freinsheimer, berichtet Burkhardt. „Manchmal ist es auch unbürokratische Soforthilfe“, erzählt er, dass der Freinsheimer Club in privaten Notlagen auch spontan Geld zur Verfügung stelle. Das geschehe immer da, wo die öffentliche Hand nicht schnell reagieren könne. In solchen Fällen würde auch ein Bürgermeister mal direkt anfragen. Als aktuelles Beispiel nennt Walter Unterstützungen für die Flutopfer an der Ahr. Burkhardt ergänzt: „Wir haben einem lokalen Lions Club Spenden überreicht, die diese dann ganz gezielt weitergeben können.“

Idee aus Frankenthal

Die Idee, einen Lions Club in Freinsheim zu gründen, stammt von Mitgliedern des Frankenthaler Clubs, berichten die beiden. „Unsere Väter wollten ihren Söhnen die Möglichkeit geben, im Lions-Gedanken unterzukommen“, erklärt Burkhardt. Es sei nicht üblich, dass die Kinder dem Club ihrer Eltern beitreten. 22 Gründungsmitglieder waren es 1996, mittlerweile ist die Zahl auf 34 angewachsen. Doch nicht nur die Größe des Clubs hat sich geändert: Heute können auch Frauen direkt Mitglied sein. Das sei früher anders gewesen, erzählen die beiden.

Als Lions-Freund gibt man nicht einfach Geld für wohltätige Zwecke. Die Mitglieder sollen vielmehr selbst aktiv werden und über verschiedene Aktionen Gelder einnehmen. Bei den Freinsheimern sind das meist Veranstaltungen wie Konzerte oder Kleinkunstevents, die häufig im Von-Busch-Hof stattfinden, Als Beispiel nennt Walter den Auftritt von Arnim Töpel. Wofür dann gespendet wird, werde immer diskutiert, es sei nie vorher festgelegt, erklärt Burkhardt. Manchmal würden auch Sozialfälle unterstützt.

Veranstaltungen oder Projekte als Highlights herauszudeuten, fällt den beiden Gründungsmitgliedern schwer. Aufgrund der Vielzahl und Unterschiedlichkeit möchten sie das auch nicht. Als sehr lukrativ beschreibt Walter dann doch den „Jazz im Retzerpark“, der immer zur Weinwanderung stattfindet. Abwechslung in die Gestaltung der Aktionen und die Projektauswahl bringt dabei auch der jährliche Wechsel des Club-Präsidenten. „Es gibt 100 gute Ideen!“, findet Burkhard und erklärt, dass jedes Mitglied irgendwann im Vorstand mitarbeiten müsse. Man durchlaufe diesen über die Posten Sekretär, Vize-Präsident, Präsident und Past-Präsident, sei so vier Jahre lang im Vorstand aktiv. Das sei zwar arbeitsintensiv, aber schließlich der Gedanke der Lions Gesellschaft.

„Man will etwas weitergeben“

Und warum tritt man trotz der vielen Arbeit einem solchen Club bei? Gründungsmitglied Walter fallen da zwei Gründe ein. Da sei zum einen der uneigennützige Grund, gesellschaftssoziale Verantwortung zu übernehmen: „Man hat im Leben und Beruf etwas erreicht und will das weitergeben.“ Und es gebe durchaus einen egoistischen Grund. „Man schließt andere Freundschaften“, berichtet der Rechtsanwalt. So habe er über den Lions Club Menschen aus anderen Berufsgruppen kennengelernt, die er sonst wohl nicht getroffen hätte. Hotelier Burkhardt bekräftigt, dass die gemeinsamen Aktionen die Freundschaften untereinander wachsen lassen.

Einfach Lions-Mitglied werden, das geht allerdings nicht. Wer einem Lions Club beitreten möchte, muss dafür von Mitgliedern vorgeschlagen werden. „Es gibt weder Antragsformulare noch Aufnahmegebühren“, sagt Burkhardt. Die Mitglieder prüfen, ob die vorgeschlagene Person zu dem Club passen könne. Hat niemand einen triftigen Grund dagegen, steht dem Vorgeschlagenen die Tür zum Club offen.

Ein Vierteljahrhundert Lions Club Freinsheim – klar, dass ein solches Jubiläum auch gefeiert wurde. Zur 25-Jahr-Feier in legerem Rahmen Mitte November im Von-Busch-Hof waren auch Repräsentanten anderer Clubs aus der eigenen Zone eingeladen, vor allem natürlich des Patenclubs aus Frankenthal. Es gab ein kleines Rahmenprogramm und ein paar Reden, Burkhardt nennt sie selbstironisch „die üblichen Lobhudeleien“. Danach sei genügend Zeit gewesen, sich zu unterhalten. „Es war ein Abend für uns gewesen, sehr schön und familiär“, haben die Lions-Freunde die Feier genossen.

Friedrich Walter
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Markus Burkhardt
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