Freinsheim RHEINPFALZ Plus Artikel 150 neue Bäume für ersten Freinsheimer Friseurwald

Packen mit an: Forstamtsleiter Frank Stipp , Stadträtin Silke Bähr, revierförster Johannes Rottländer, Staatssekretärin Petra Di
Packen mit an: Forstamtsleiter Frank Stipp , Stadträtin Silke Bähr, revierförster Johannes Rottländer, Staatssekretärin Petra Dick-Walther und Friseurmeister Ralf Baier (von links).

In einer Tallage am Ganerbenweg nahe dem Ungeheuersee hat der Freinsheimer Friseurmeister Ralf Baier den ersten „Friseurwald“ in Rheinland-Pfalz initiiert. Bei einer Aufforstungsaktion wurden am Samstag 150 Setzlinge für einen künftigen Mischwald gepflanzt.

Für seine Aktion hatte sich der Inhaber von Hairstyle Baier in Freinsheim neben dem Kooperationspartner Cut Climate Change, Deutsche Gesellschaft für klimaneutrales Handwerk (DGKH), noch weitere Mitstreiter ins Boot geholt. Und so packten beim Einpflanzen der jungen Bäumchen außer ihm noch die Dürkheimer Staatssekretärin im Mainzer Landwirtschaftsministerium, Petra Dick-Walther (FDP), und die Freinsheimer Stadträtin Silke Bähr (FWG) unter Anleitung von Forstamtsleiter Frank Stipp und Revierförster Johannes Rottländer tatkräftig mit an. Auf einer gerodeten Freifläche auf Freinsheimer Gemarkung packten sie die Spaten aus und setzten Erlen, Eichen und Weiden in die Erde. Rund um die Neupflanzung bieten fünf Holzgatter den Setzlingen ökologischen Schutz vor Wildverbiss.

In dem Gebiet zwischen Ungeheuersee und dem prämierten Wanderweg Ganerbenweg bietet der feuchte Boden ideale Bedingungen für Mischwald, und so dürfen die frisch gepflanzten Jungbäume nun in Gesellschaft von Fichten und Birken weiter wachsen. Deutlich wurde bei der Aktion, dass der Wald für alle Beteiligten Herzenssache und Generationenprojekt zugleich ist. „Der Wald braucht unsere Hilfe“, brachte es Forstamtsleiter Johannes Rottländer auf den Punkt. Seit Jahren präge der Klimawandel die hiesigen Wälder massiv, jede Baumart habe auf ihre Weise zu kämpfen. Nach drei extremen Dürrejahren habe dieses Jahr Starkregen zu Bodenerosion geführt und Borkenkäfern haben den Fichten zugesetzt. Seit 2017 habe man bundesweit 285.000 Hektar Wald, in Rheinland-Pfalz davon 30.000 Hektar Wald verloren. Den Wald fit zu machen für die Zukunft bedeutet Umbau durch Aufforstung: „Der Wald der Zukunft wird vielfältiger, bunter werden“, so Rottländer, „was wir jetzt tun, wirkt sich im 22. Jahrhundert aus“.

Handwerk als Partner fürs Erreichen der Klimaziele

Aktionen wie diese zeigten, so Staatssekretärin Dick-Walther, dass das Thema Klimawandel in der Gesellschaft angekommen sei. Wichtig sei, dass das, was die Politik tue, auch in der Gesellschaft ankomme. Sie dankte Ralf Baier für seine beispielhafte Initiative und hob die Bedeutung des Handwerks als wichtigen Partner zur Erreichung von Klimazielen hervor.

Dem Beispiel von Wiesbaden, Frankfurt und Münster folgend hat Baier seine Vision verwirklicht, und in Rheinland-Pfalz den ersten „Friseurwald“ geschaffen. Die rund 1500 Euro für das Projekt kamen mittels Spenden der Kunden in seinem Friseursalon zusammen. Wer das Werden und Gedeihen des Freinsheimer Friseurwalds miterleben möchte, wird dies künftig von einer eigenen Sitzbank aus tun können, die gerade in der Werkstatt der Lebenshilfe Bad Dürkheim angefertigt wird und, mit einem Hinweisschild versehen, demnächst aufgestellt werden soll.

Sammelaktion für Alufolie

Weil der Figaro von der Klimaneutralität seiner Branche nicht nur träumt, will er sich ab sofort ums Aluminium kümmern und eine Sammelaktion für Alufolie starten, die beim Färben und Strähnchen machen in rheinland-pfälzischen Salons tagtäglich anfällt. Ein weiterer Schritt in Richtung ökologisches Wirtschaften. Ob Baum oder Folie: Vorbild sein und Nachahmer finden ist Baiers Wunsch. Das Aufforstungsprojekt dürfe gerne ausgeweitet werden auf andere Gewerke.

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