Donnersbergkreis
Munitionsdepot bei Kriegsfeld: Ab 2023 soll Betrieb wieder aufgenommen werden
Vermutlich im Jahr 2023 will die Bundeswehr den logistischen Betrieb im ehemaligen Munitionsdepot „North Point“ Schritt für Schritt wieder aufnehmen. 70 Millionen Euro sollen investiert werden – unter anderem auch in eine Feuerwache. Wofür das Areal genutzt werden soll, teilt die Bundeswehr nun auch mit.
Anfang des Jahres hatte die Bundeswehr angekündigt, dass sie nach Kriegsfeld zurückkehren möchte. Zurück an den Ort, an dem der Bund von Mitte der 1990er Jahre bis Ende 2010 das 340 Hektar große Areal und 155 Bunker zur Lagerung von Munition genutzt hatte. Das Depot hatte sich auch einen Namen als Tagungsstätte der Bundeswehr gemacht. Angelegt hatte es das amerikanische Militär in den 1950er Jahren. Und das hatte 2017 auch wieder Interesse daran bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bekundet.
„Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen haben sich grundlegend geändert – darauf haben wir mit den Trendwenden Personal, Material und Finanzen reagiert. Mehr Personal und Material bedeuten auch mehr Bedarf an weiterer Infrastruktur“, hieß es damals in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Und an der Entscheidung, den „North Point“ wieder in Betrieb zu nehmen, habe sich auch nichts geändert, teilt nun ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. „Das ehemalige Munitionsdepot Kriegsfeld der Bundeswehr soll zukünftig wieder für die Lagerung und Instandhaltung von Munitionsbeständen der Bundeswehr genutzt werden“, berichtet er – und ergänzt: „Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass es sich um Munition handelt, welche überwiegend bei Dienststellen des Heeres Verwendung findet.“
Neue Gebäude auf Gelände
Was den Zustand der Gebäude betrifft, so wurde die Bauverwaltung Rheinland-Pfalz mit einer so genannten Bauzustandsbewertung der Bunker beauftragt. Diese Prüfung dauere an. Rund 70 Millionen sollen in das Gelände investiert werden. Eine genaue Investitionssumme könne jedoch frühestens genannt werden, wenn die Bewertung abgeschlossen ist. Vorgesehen ist das Geld für die „bauliche Herrichtung, Anbindung sowie Ver- und Entsorgung der Liegenschaft. Neue Gebäude werden für Verwaltungs-, Betreuungs-, Unterkunfts- und Bewachungszwecke geplant. Zudem wird eine Feuerwache errichtet werden“, so der Sprecher.
Genutzt werden soll vor allen Dingen der ehemalige Lagerbereich – besser bekannt als Bunkerstraße. Dass auch das gegenüberliegende Gelände mit dem alten Verwaltungs- und Schulungsbereich von der Bundeswehr wieder genutzt wird, wollte der Sprecher nicht komplett ausschließen. Hier stehe noch eine Entscheidung aus. Rund 70 Arbeitsplätze sollen im „North Point“ geschaffen werden. Dabei handele es sich „im überwiegenden Maße um zivile Arbeitsplätze wie zum Beispiel Munitionsfacharbeiter oder Munitionshelfer, welche bei der Bundeswehr für diese Aufgaben qualifiziert werden. Die Dienstposten werden durch das zuständige Bundeswehrdienstleistungszentrum in einem ersten Schritt so weit wie möglich mit Bestandspersonal besetzt, wobei nicht besetzbare Dienstposten lokal ausgeschrieben werden“, berichtet der Sprecher.
Beginn der Bauarbeiten offen
2023 will die Bundeswehr damit anfangen, den logistischen Betrieb wieder aufzunehmen. Bislang ist von einer gestaffelten Aufnahme die Rede, deren geplanter Abschluss Ende 2027 sein wird. Bauliche Maßnahmen wurden noch keine auf dem Gelände vorgenommen. Ein Start der Arbeiten könne aufgrund von „vielseitigen Abhängigkeiten“ auch noch nicht festgelegt werden. Wenn es 2023 auf dem Gelände wieder losgehen soll, muss aber entsprechend vorher mit den Arbeiten begonnen werden, weiß auch der Kriegsfelder Ortsbürgermeister Albert Ziegler.
Ihm ist bekannt, dass im Bereich der Bunkerstraße neue Gebäude geplant sind. Die Ortsgemeinde werde von der Bundeswehr in die Überlegungen für den „North Point“ eingebunden. So war der Ortsbürgermeister nicht nur bei einem Ortstermin, sondern auch bei einer Besprechung in Wiesbaden eingeladen. Die Bunker selbst seien aus seiner Sicht noch in einem guten Zustand – wobei es hier vier verschiedene Generationen gebe, so Ziegler. Er ist davon überzeugt, dass die Bundeswehr ihre Pläne im „North Point“ umsetzt. In der Ortsgemeinde sei die Nachricht von der Rückkehr der Bundeswehr natürlich ein Thema gewesen – überwiegend sei diese auch positiv aufgenommen worden. „Das wird begrüßt. Was ich mitbekommen habe, gab es nur wenig kritische Stimmen.“