Karlsruhe
Stadion wird 20 Millionen Euro teurer
So stimmte die mittlerweile größte Fraktion im Karlsruher Gemeinderat jetzt auch gegen die sich abzeichnenden Mehrkosten von bis zu 20 Millionen Euro und forderte Einsparungen. Mit ihrem Widerstand waren die Grünen alleine auf weiter Flur. Selbst Die Linke, einst wie die Grünen und die Karlsruher Liste erbitterte Neubaugegner, räumten ein, dass man die „baulichen Realitäten“ inzwischen anerkennen müsse. Man vertraue deshalb darauf, dass die Verwaltung nach bestem Wissen und Gewissen den Fortgang der Arbeiten kontrolliert und nach Einsparmöglichkeiten sucht, ohne das Gesamtprojekt zu gefährden.
KSC-Präsident ist bereits zurück getreten
Die Debatte im Gemeinderat über die mögliche Kostensteigerung von 123 Millionen auf 143 Millionen Euro verlief überraschend ruhig. Offensichtlich hatte der Rücktritt des bisherigen KSC-Präsidenten Ingo Wellenreuther die Wogen geglättet, das Klima zwischen Stadt und Verein wird deutlich entspannter gesehen. Die CDU verwies zudem darauf, dass Ende April die Baukosten sich noch im vorgegebenen Rahmen bewegten und lobten die städtische Kasig, die als Bauherrin fungiert, für ihr vorausschauendes „Worst Case-Szenario“. Wobei auch der CDU längst klar sein dürfte, dass das ursprünglich als Festpreis verabschiedete Budget gesprengt werden wird. So muss ein Regenrückhaltebecken größer gebaut werden, als ursprünglich geplant. Weil die Dachflächen des Stadions größer als zunächst erwartet ausfallen, müssen auch größere Niederschlagsmengen verkraftet werden. Hinzu kamen Umplanungen des Birkenparkplatzes und vor allem Nachbesserungen beim Brandkonzept.
Von Planungsfehlern ist die Rede
Bäckermeister Karl-Heinz Jooß (FDP) sprach in diesem Zusammenhang von Planungsfehlern und bemängelte, dass die Fachleute der Stadt Großbauprojekte einfach nicht „gebacken“ bekämen. Ähnlich hatten auch die Grünen argumentiert und für die absehbaren Mehrkosten 50 Prozent Planungsfehler und 50 Prozent Baukostensteigerungen ausgemacht. Die CDU nahm die Planer hingegen in Schutz, Hauptgrund für die Mehrausgaben seien die exorbitanten Steigerungen beim Baupreisindex, die niemand vorhersehen konnte. Letztlich wurden die sich abzeichnenden Mehrkosten mit 27 zu 14 Stimmen abgesegnet, vier Gemeinderäte enthielten sich. Oberbürgermeister Frank Mentrup nahm das Votum mit Genugtuung wahr. „Der KSC gehört zur Geschichte Karlsruhes und trägt viel zur Identifikation der Menschen in der Stadt und in der Region bei.“ Auch dürfe nicht vergessen, dass im alten Wildparkstadion Jahr für Jahr hohe Betriebskosten anfielen, ohne dass die Stadt auf entsprechenden Einnahmen bei Pachtzahlungen hoffen konnte. Zudem hätte das Stadionumfeld wegen Sicherheitsbedenken der Polizei auch ohne Neubau neu geordnet werden müssen.