Karlsruhe Schnurrt wie am Schnürchen

Start mit Wakeboard und Welle. Wer den Dreh ’raus hat, wechselt auf die große Bahn des Sees.
Start mit Wakeboard und Welle. Wer den Dreh ’raus hat, wechselt auf die große Bahn des Sees.

Ein Motorboot, das die Wasserski-Fahrer ganz klassisch zieht, wird man auf dem See vergeblich suchen – wie in Rheinau schnurrt dort eine Seilbahn ziemlich leise Runde um Runde. Ähnlich wie bei einem Schlepplift für die Winterski-Fahrer lassen sich die Sportbegeisterten auf dem St. Leoner See auf eine ganz ähnliche Weise über die Wasseroberfläche ziehen. „Die Kids, die es ausprobierten, haben Spaß an der Sache“, erzählt Markus Schwall, der mit dem Jugendtreff Rülzheim oft einen Ausflug zu der Anlage macht. „Nur wer sich auf Youtube die Filme mit den Könnern angesehen hat und dann nach nur zwei oder drei Versuchen schon aufgibt, weil er nicht gleich die großen Kunststücke kann, findet keinen Spaß an der Sache“, berichtet er von den Erfahrungen mit seinen Schützlingen. Dabei wird in St. Leon der Einstieg ins Wasserski- und Wakeboardfahren leicht gemacht: Es gibt eine kurze Anfängerbahn, an der die Geschwindigkeit der Seilbahn von einem Helfer individuell eingestellt wird. Ein 40 Kilogramm schwerer Zehnjähriger kommt nämlich mit erheblich geringerer Geschwindigkeit auf Touren als sein vielleicht etwas kräftiger gewordener Vater. Wer mit der Anfängerbahn gut zurecht kommt, was meistens nach maximal einer Stunde Üben möglich ist, wechselt auf die große Bahn. Die ist erheblich länger und fest auf ein Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern eingestellt. Tief in der Hocke stehen die Wasserskifahrer in ihrer Ausgangsposition auf der Startplattform: Die ersten zwei Sekunden sind entscheidend, währenddessen gilt es, sich im richtigen Tempo aufzurichten. Der Kardinalfehler der Anfängers ist, dass er zulange hinten tief in der Hocke bleibt, dann kann er sich nicht stabilisieren – hier macht einfach Übung den Meister. „Wichtigste Grundvoraussetzung ist, dass man schwimmen kann“, erläutert Tobias Klein von der Wasserskiseilbahn des St. Leoner Sees die einzige Vorbedingung, „wir hatten auch schon Fünfjährige, was kein Problem ist, wenn sie bis zum Ufer schwimmen können“. Der 34-Jährige führt den Familienbetrieb in zweiter Generation. Die Schwimmweste ist für alle Pflicht und zusammen mit den Skis im Grundticketpreis inbegriffen. Unfälle gibt es nur sehr selten. „Schlimmstenfalls haut sich mal einer mit dem Ski selbst an die Stirn“ berichtet Klein. Einen Helm kann man ebenfalls leihen, Pflicht ist er aber nur für die Benutzung der Rampen auf der Bahn. Die meisten Wasserskifahrer haben aber schon an ganz normalen Runden ihre Freude. Ganz billig ist der Spaß nicht: Eine 15 Punkte-Karte (also 15 Starts oder 15 Runden) kostet für Erwachsene 24 Euro, für Jugendliche 18 Euro. Günstig ist der Einsteigerkurs: Für 20 Euro pro Person ist man für eine Stunde auf der Anfängerbahn dabei. Dazu kommt noch der normale Badesee-Eintritt für 2,50 Euro (Erwachsene).

x