Karlsruhe Preisspirale dreht sich weiter
Steigende Preise und kein Ende in Sicht: Der Immobilienmarkt in Speyer bleibt erhitzt. Für Hauskäufer und Mieter ist das keine gute Nachricht, Makler gehen naturgemäß entspannter damit um.
In den vergangenen drei Jahren seien die Preise für Immobilien in Speyer jährlich um vier bis fünf Prozent gestiegen. Dies ist die Einschätzung von Gerhard Schönfelder, der als Chef der Immobilienvermittlung der Sparkasse Vorderpfalz den Markt im Blick hat. Auf 20 Prozent in drei Jahren kommt Heribert Hofmann, Abteilungsdirektor Immobilienvertrieb bei der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Speyer. Und mit Manfred Riegel, Inhaber eines Maklerbüros in Speyer und Harthausen, sagt ein Selbstständiger klipp und klar: Der Aufwärtstrend werde anhalten. Die hohen Preise sind für den Volksbank-Experten Hofmann damit zu erklären, dass Speyer als Mittelzentrum mit guter Infrastruktur ein attraktiver Lebensraum ist. Kliniken, Schulen, Kinderbetreuung, Arbeitsplätze, Einkaufsgelegenheiten sowie umfassende Kultur- und Freizeitangebote – Vieles sei rund um den Dom im Sinne der Kunden. Besonders begehrt sei die Innenstadt, was zur Folge habe, dass auch in umliegenden Gebieten die Preise steigen. Er habe derzeit vor allem zwei Anfrageschwerpunkte: junge Familien auf der Suche nach einem Einfamilienhaus mit Garten und Senioren, die altersgerechte Eigentumswohnungen nachfragten. Speyer habe schon länger mit einer Knappheit von Baugrundstücken und Immobilien zu kämpfen, sagt Immobilienmaklerin Elke Miesel-Franke. Die Nachfrage steige indes – und die Preisspirale drehe sich. Heribert Hofmann rechnet vor: Habe man in einem Fall 2013 noch 2800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlt, seien es 2016 schon 3300 Euro. Weitere Schattenseite für Käufer: „Der Immobilienmarkt in Speyer ist sehr stark von Bestandsimmobilien geprägt“, erläutert Schönfelder. Da machten sich die Kaufnebenkosten vor allem bei Umbauten und Sanierungen bemerkbar. Und die Kosten für Umbau und Sanierung samt Lohn- und Materialkosten seien in der Vergangenheit ebenfalls stark gestiegen. Eine wichtige Rolle bei Immobiliengeschäften spielt immer der Vergleich: Das Speyerer Umland sei noch überwiegend günstiger, verzeichne aber auch steigende Preise. Hofmann erkennt in Landau, Neustadt, Schwetzingen sowie Bad Dürkheim grundsätzlich keine andere Tendenz. „Kleinere Orte um die Mittelzentren herum, wie im Speyerer Fall Schifferstadt, werden von dieser Entwicklung mitgezogen und gewinnen ebenfalls an Beliebtheit“, sagt er. |gaxk