Karlsruhe Nur der Rasen bleibt erhalten

Weiß und filigran, wie eine Geburtstagstorte: das Modell des neuen Stadions für Karlsruhe.
Weiß und filigran, wie eine Geburtstagstorte: das Modell des neuen Stadions für Karlsruhe.

Spätestens als Marco Fuchs von den Supporters Karlsruhe, dem Dachverband der KSC-Fans, seine Freude über die Stadionpläne kund tat, war klar, dass Architekt Stefan Nixdorf mit seiner Planung ein guter Wurf gelungen ist: Rund 500 Menschen waren beim Bürgerforum in der Karlsruher Südstadt erschienen, um sich aus erster Hand über das zu informieren, was draußen am Wildpark in den kommenden dreieinhalb Jahren passieren wird.

Fast durchweg gab es Lob für die Planung, Kritik war rar. Bedauern wurde beispielsweise geäußert, dass im Stadion wohl keine großen Konzerte stattfinden werden. Laut Frank Nenninger vom Eigenbetrieb Wildparkstadion sprechen technische Probleme (Rasenheizung), vor allem aber der Lärmschutz dagegen. Intentionen, das Stadion so zu bauen, dass es später problemlos erweitert werden kann, erteilte der Architekt höchstselbst eine Absage. „Lassen Sie uns doch erst mal dauerhaft diese 34.000 Plätze voll kriegen und richtig Radau machen. Das sollte als Aufgabe genügen.“ Nixdorf kennt sich aus mit Stadionplanungen, weil wie man Begeisterung und Emotionen bündeln kann, als sein Gesellenstück bezeichnete er das Stadion in Köln, später war er am Neubau des Hamburger Millerntors ebenso beteiligt wie an den Stadien auf Schalke, in Augsburg oder Mainz. Aber auch Aachen hat er geplant, das mahnende Beispiel für das was passieren kann, wenn ein Verein sich übernimmt. Solche Befürchtungen gibt es in Karlsruhe nicht und so sei das Ziel, etwas Unverwechselbares zu schaffen, durchaus realistisch. Dem kundigen Zuschauer soll sich selbst im Fernsehen auf den ersten Blick zeigen, wo er sich befindet, nämlich in Karlsruhe im Wildpark, den Nixdorf als ganz besonderen, unverwechselbaren Ort bezeichnete. Vom alten Stadion bleibe allerdings lediglich der Rasen übrig, alles andere wird neu gebaut. Das beginnt bei den charakteristischen Wällen, die abgetragen werden. Eine Besonderheit werde sein, dass die eigentliche Einlass- und Sicherheitskontrolle erst oben auf diesem Wall vorgenommen werden soll, der Zuschauerumlauf auf der Wallebene soll frei zugänglich bleiben. Sehr charakteristisch sind vor allem die Betonstützen, auf denen das Stadiondach ruhen wird. Sie sind Y-förmig und bewusst als massive Stützen ausgebildet, um so zur Optik des Bauwerks beizutragen. Der Zugang für Behinderte wird erleichtert und mit rund 100 Rolli-Plätzen würden die Vorgaben der Liga übererfüllt. Zur Versorgung der Besucher sind im Umlauf zudem 21 Kioske mit 120 Kassen geplant. Neu geordnet wird auch das Umfeld, vor allem der Gästebereich wird samt Parkplatz komplett neu angelegt. Beginnen soll der eigentliche Neubau am 1. Dezember kommenden Jahres, bis dahin geht es in die Detailplanung. Zuvor soll im April der Bauantrag eingereicht werden. Im Mai 2022, so Axel Eichholtz von der mit dem Neubau beauftragten BAM Sports GmbH, soll das Stadion dann fertig sein. Bis mit dem Neubau begonnen wird, kann der Abriss des alten Stadion per Webcam verfolgt werden. Seit Donnerstag ist eine eigene Seite im Internet frei geschaltet, auf der das Vorhaben genau beschrieben wird. Häufig gestellte Fragen werden beantwortet, Anregungen und Verbesserungsvorschläge können hier eingereicht werden. Im Netz www.karlsruhe.de/stadionneubau

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