Karlsruhe Nach dem Abitur folgt oft der Unifrust

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Rund ein Drittel aller Studienanfänger verlässt die Hochschule oder Universität ohne Abschluss, in einzelnen Studienfächern sind es sogar knapp 50 Prozent. Falsche Vorstellungen vom Studium und Überforderung sind häufig die Gründe. Wie es nach einem Studienabbruch weiter gehen kann, oder wie man auf dem „Umweg“ über eine duale Ausbildung zum Hochschulabschluss kommt, darum ging es jetzt bei einer Veranstaltung der IHK Karlsruhe.

Mit dem Pilotprojekt „Bildungsweichen“ soll in der Region nach Wegen gesucht werden, wie der Wechsel zwischen akademischer und beruflicher Bildung künftig reibungsloser funktionieren kann. Vor allem ging es natürlich darum, die Potenziale von jungen Menschen, die meist nach wenigen Semestern ihr Studium abbrechen, nicht brach liegen zu lassen. „Da ist es wichtig, frühzeitig über mögliche Umstiegs- und Ausstiegsmöglichkeiten zu informieren,“ so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne), die bei der Veranstaltung war. Denn nach einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Hannover, kommt bisher nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Studienabbrecher anschließend im dualen Ausbildungssystem unter. Da sollte sich nach Meinung der Experten grundlegend ändern. Zumal bei jenen, die nach dem Studienabbruch eine berufliche Ausbildung aufgenommen haben, die Zufriedenheit mit der neuen Situation fast durchweg sehr hoch ist. Christian von Känel, der nach Abbruch seines Studiums inzwischen eine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen hat, schwärmt geradezu. „Es geht mit jetzt gravierend besser.“ Falsche Vorstellungen vom Studienfach, gepaart mit schulischen Defiziten hatten schließlich zum Studienabbruch geführt. „Ich saß manchmal hilflos in Vorlesungen, im neuen Umfeld, fühle ich mich jetzt hingegen angekommen.“ Alles passt. Alexander Wanner, am KIT für Lehre und akademische Angelegenheiten zuständig, freut sich vor allem, dass die Stigmatisierung des Studienabbruchs ein Ende haben soll. Er hoffe auf eine bessere Zusammenarbeit mit der IHK, die künftig mit ihren Informationen stärker auf dem Campus präsent sein soll. Außerdem müsse man sich stärker auf die Übergänge zwischen den Systemen konzentrieren. Ministerin Bauer sieht im jetzt gestarteten Pilotprojekt einen wichtigen Schritt, um jungen Menschen neue Wege in den Beruf zu öffnen. Doch dies sei nur der Anfang. Auch in den Schulen müsse die Vorbereitung auf das Studium verbessert werden, was in Baden-Württemberg in Teilbereichen bereits umgesetzt wurde. Hinzu komme, dass lau dem neuen Bildungsplan das Fach „Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung“ auch an Gymnasien eingeführt werden soll. So sollen nicht nur Studienberater, sondern künftig auch Berufsberater und vor allem Auszubildende an Gymnasien über Berufsinhalte und Karrierechancen informieren. Wenn das Abitur nicht mehr ausschließlich als Voraussetzung für ein Studium gesehen werde, dann sei dies auch ein Weg, die Zahl der Studienabbrüche zu verringern. IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Mengele findet es jedenfalls bemerkenswert, dass das Wissenschaftsministerium auch die duale Ausbildung im Blick habe. Der Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Hochschulen sei von zentraler Bedeutung für junge, motivierte Schulabgänger. (win)

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