Karlsruhe Lieber Seenotkreuzer statt Kriegsschiff

Die Fregatte Karlsruhe verlässt 2009 den Hafen Wilhelmshafen in Richtung Somalia: Die Karlsruhe wurde vor zwei Jahren ausgemuste
Die Fregatte Karlsruhe verlässt 2009 den Hafen Wilhelmshafen in Richtung Somalia: Die Karlsruhe wurde vor zwei Jahren ausgemustert.

«Karlsruhe.»Eine über einhundert Jahre dauernde Tradition von Patenschaften der Stadt für Kriegsschiffe ist eigentlich genug, meint die Deutsche Friedensgesellschaft Karlsruhe (DFG-VK) und das Friedensbündnis Karlsruhe. Mit der Außerdienststellung der Fregatte Karlsruhe sei vor zwei Jahren diese auch endlich beendet worden. Doch jetzt soll Karlsruhe wieder eine Patenschaft für ein Kriegsschiff eingehen. Doch besser wäre eine Patenschaft mit einem Flüchtlingsschiff, fordern die Kriegsgegner. Dafür sammelt das Bündnis Unterschriften. Am 18. Juli billigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen fünf neue Korvetten der Deutschen Marine auf die Namen Köln, Emden, Augsburg, Lübeck und eben auch Karlsruhe taufen zu lassen. Die gleichnamigen Städte übernehmen damit auch die Patenschaften für die Schiffe, heißt es in einer Pressemitteilung der Marine. Eine Entscheidung des Stadtrats darüber scheint die Marine dafür nicht für nötig zu erachten, den Bürgermeistern wurde die Entscheidung per Brief mitgeteilt. Diese ist aber zwingend für die Annahme einer Patenschaft notwendig, so die Kriegsgegner. Solche Patenschaften würden nicht nur scheinbar harmlose Besuche von Matrosen und Offizieren in Kinderheimen und auf dem Weihnachtsmarkt bedeuten. Die Bundeswehr versuche auch auf diesem Weg Kriegseinsätze zu legitimieren, so das Friedensbündnis. Sie werbe zugleich für eine „Sicherheitspolitik“, die Militäreinsätze in aller Welt einschließt. Diese fordern heute auch immer mehr sogenannte Polit-Experten über verschieden Medien: Um die Rolle Deutschlands international zu stärken, müssten Soldaten auch in Kampfeinsätzen kämpfen, oder anders gesagt, für irgendeine Sache, die nicht wahrscheinlich nicht mal ihre ist, sollen junge Menschen auf dem Schlachtfeld sterben. Aber hat militärische Gewalt schon irgendwann einmal Probleme wirklich gelöst? „Nein“, sie führe eher zu noch mehr Gewalt, so die Kriegsgegner, die deshalb eine erneute Patenschaft mit einem Kriegsschiff verhindern wollen und auch gleich eine bessere Lösung parat haben und sammeln dafür ab sofort Unterschriften bei den Karlsruhern. Der Stadtrat sollte die Patenschaft für das Kriegsschiff ablehnen und statt dessen eine Patenschaft für ein Flüchtlingsrettungsschiff im Mittelmeer übernehmen. Außerdem solle er dem Beispiel von Bonn, Düsseldorf und Köln folgen und auch Karlsruhe zum sicheren Hafen für Gerettete erklären und so „ein Zeichen setzen gegen das Sterben der Menschen im Mittelmeer“. Info www.friedensbuendnis-ka.de www.bawue.dfg-vk.de.

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