Karlsruhe Karten erklären die Fächerstadt

Eine Straßenkarte von Karlsruhe gibt es für wenig Geld an jedem Kiosk oder kostenlos in den Bürgerbüros oder im Internet. Aber wo gibt es eine Karte, auf der sämtliche Fußballvereine der Fächerstadt und ihre Ligazugehörigkeit verzeichnet sind? Und eine mit allen Hochschulen der Stadt? Und sogar eine mit den Fundorten der fiktiven Leichen aus den Regionalkrimis? Ganz einfach, im „Atlas Karlsruhe“.
Dort werden 300 Jahre Stadtgeschichte in mehreren Themen mit Text und Bild abgefeiert und dem Leser übersichtlich präsentiert. Und weil es sich um einen Atlas handelt, gehören zu jedem Thema auch mehrere der Karlsruhe-Karten. Herausgegeben wurde das bunt bebilderte Kartenwerk von Dorothea Wiktorin von der Universität Köln, Unterstützung für eine fundierte Aufarbeitung der Stadtgeschichte erhielt sie dabei von den Mitherausgebern Caroline Kramer und Peter Ludäscher vom KIT sowie Kartografin Angelika Zibat von der Stadt Karlsruhe und Stadtarchivsdirektor Ernst Otto Bräunche. Manche der historischen Karten waren in den Sammlungen des Stadtarchivs vorhanden und fanden nun den Weg in die Öffentlichkeit. Doch die meisten der rund 120 Motto-Karten wurden extra für den Atlas gestaltet. „Das macht dieses Werk auch zu etwas Einzigartigem“, so Bräunche. Und einige der Karten liefern wahrlich ungeahnte Einblicke in die Fächerstadt. Die Route, die „Karl, der Lachs“ vor 100 Jahren beim Durchschwimmen des Stadtflusses Alb nahm, ist ebenso kartografisch in Szene gesetzt wie die vielen Denkmäler in der Stadt. Und damit es nicht heißt, die Kartografie sei eine trockene Wissenschaft, gibt es auch eine Karte mit sämtlichen Häusern, in denen früher einmal Bier gebraut wurde. Und für die „Was wäre wenn“-Fraktion liefern einige Karten noch Aufschluss über die „zerplatzen Träume“ von diversen Stadtplanern. Denn die Rheinstadt kam ebenso nicht über das Planungsstadion hinaus wie Nordtangente. Dass auch die Südpfalz eng mit Karlsruhe verbunden ist, zeigen Karten mit den täglichen Pendlerströmen in die Stadt und zu den einzelnen Regionalverbünden wie der Pamina-Region und der trinationalen Metropolenregion Oberrhein. Bei den Texten überließen die Herausgeber nichts dem Zufall und ein Team aus rund 70 Historikern und Experten liefert die entsprechenden Hintergrundinformationen zum Kartenwerk. Und für die Auflockerung zwischen Schmökern und Kartenlesen sorgen die vielen Bilder von der Karlsruher Fotografin Monika Müller-Gmelin.