Karlsruhe Karlsruher Fächer:

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Monat für Monat wurde gezittert, die „Haltefristen“ für die bereits vorliegenden Angebote der Baukonsortien wurden stetig verlängert, doch irgendwann wäre Schluss gewesen. Dann hätten die gesamten Arbeiten in der Kriegsstraße neu ausgeschrieben werden müssen. Gerade noch rechtzeitig kamen nun die guten Nachrichten aus Berlin und Stuttgart. Wobei, so ganz hundertprozentig sicher scheint die Sache noch immer nicht sein. „Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat gegenüber dem Bundesrechnungshof bestätigt, dass es weiterhin von der Gesamtwirtschaftlichkeit Ihres Projekts (sprich: Kombilösung) ausgeht“, heißt es in dem Brief aus Stuttgart, der jetzt in Karlsruhe eintraf. Aha! Und weiter: Die Landesministerium sehe sich an die Bitte des Bundesministeriums „nicht mehr gehalten“, keine Bewilligungen oder Auszahlungen für das Teilprojekt Kriegsstraße zu veranlassen. Man muss wohl Diplomat sein, um diese geschwurbelte Sprache zu übersetzen. Karlsruhes Oberbürgermeister interpretiert es so: „Diese Nachricht ist eine Erlösung und kommt gerade noch zur richtigen Zeit.“ Bestärkt fühle man sich auch durch den Hinweis, dass Mehrkosten, falls sie durch (weitere) Verzögerungen entstehen, nicht bezuschusst werden. Gleich zwei Mal war in dieser Woche die Bahnstrecke Karlsruhe – Basel im Bereich Rastatt und Baden-Baden über Stunden hinweg lahm gelegt. Bombendrohungen. Nichts ging mehr für Fern- und Nahverkehr, also wirklich gar nichts mehr. Während es auf der Straße Umleitungen gibt, die wenigstens halbwegs eine Alternative sein könnten, gibt es nämlich auf einer wichtigsten Bahnstrecken Deutschlands und Europas kein Entrinnen. Zumindest im Moment nicht. Erst wenn der Tunnel unter Rastatt in Betrieb geht, darf auf ein bisschen Entspannung gehofft werden, doch bis dahin dauert noch länger als ein halbes Jahrzehnt. So bleibt Rastatt weiterhin ein absolutes Nadelöhr mit gerade mal zwei Gleisen in Nord-Süd-Richtung. Südlich von Rastatt bis kurz vor Offenburg gibt es immerhin schon die Gleise drei und vier der neuen Strecke – auch wenn die bei einer Bombendrohung sicherheitshalber mit gesperrt werden. | Winnie Heck

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