Karlsruhe Karlsruher Fächer:

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In Karlsruhe ist die Tunnel-Röhre unter der Kaiserstraße vollendet und wartet nun auf den Endausbau. Bis Ende 2018, so hoffen die Verantwortlichen, könnten die ersten Stadtbahnen unterirdisch durch Karlsruhe fahren. Und nur wenige Jahre später dürfte südlich von Karlsruhe dann die nächste Röhre in Betrieb gehen. Gestern wurde bei Ötigheim, nördlich von Rastatt, das neue Infozentrum der Bahn in Betrieb genommen, in dem die Bevölkerung und die interessierte Öffentlichkeit über das Bauprojekt informiert werden soll. Lange Jahre wurde um den Tunnel gerungen, denn das Bauwerk kommt die Bahn und auch den Steuerzahler ziemlich teuer zu stehen. Die 4,3 Kilometer lange und rund 700 Millionen Euro teure Doppel-Röhre soll als Teil der Magistrale für Europa ab 2022 die Reisezeiten von Norden in Richtung Schweiz und Italien sowie zwischen Paris und deutschen Großstädten verkürzen – allerdings nur um wenige Minuten. Doch letztlich gibt es keine Alternative zur Röhre, denn der Bahnhof Rastatt ist längst an seiner Leistungsgrenze angelangt. Doch auch für die Region Karlsruhe bringt der Rastatter Tunnel Vorteile. Auf der Schiene werden zusätzliche Kapazitäten frei, das System Stadtbahn dürfte dann nicht nur in diesem Bereich pünktlicher werden. Die Region Karlsruhe boomt, doch auch hier gibt es viele Menschen, die auf Hilfen durch den Staat angewiesen sind. Schon 1966 legte die Fächerstadt, damals übrigens als erste Stadt Deutschlands, einen Bericht zur Kinderarmut vor. Die Bekämpfung speziell von Kinderarmut hat also Tradition. Doch auch noch zur Jahrtausendwende wurden von der Sozialbehörde 5500 Kinder gezählt, die in Armut lebten. Aktuell sind es noch immer 5000 und man könnte meinen, es hat sich nichts getan. Bei einer Expertentagung zu „Zehn Jahre Reformen am Arbeitsmarkt“ blieb jetzt letztlich nur die Erkenntnis, dass die Hartz-IV-Gesetzgebung immerhin keine gravierende Verschlechterung brachte – aber auch keine wirkliche Verbesserung. Wie vor zehn Jahren auch, sind rund 11.000 Bedarfsgemeinschaften im „reichen“ Karlsruhe auf staatliche Hilfe angewiesen. Vor allem am Technologiestandort Karlsruhe bleibt zudem die Erkenntnis, dass viele Langzeitarbeitslose nur mit gezielter Fort- und Weiterbildung zurück an einen Arbeitsplatz gebracht werden können.

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