KARLSRUHE
Im Zoo hat wieder fast alles geöffnet
Seit vergangenem Samstag hat der Zoologische Stadtgarten wieder geöffnet. Das Interesse an einem Besuch ist groß und das auf 2000 Besucher pro Tag begrenzte Ticketkontingent für die Ostertage bereits ausgebucht. Wie es in Anbetracht steigender Inzidenzzahlen ab Dienstag weitergehen wird, ist noch offen. Reservierungen für die kommende Osterferienwoche sind daher noch nicht möglich.
„Wir wissen noch nicht, was uns ab Dienstag erwartet“, sagt Pressesprecher Timo Deible. Und natürlich schwingt Bedauern mit, wenn er die zwischen 15 und 20 000 gelegenen Zahlen referiert, die der Zoologische Stadtgarten zu den Osterfeiertagen vor Corona noch verzeichnen durfte. Einfach sei alles nicht. An den ersten Werktagen nach der Wiederöffnung war selbst bei bestem Frühsommerwetter die bestehende Zweitausendergrenze nicht ausgereizt worden. Ein Grund kann gewesen sein, dass Interessierte die bestehenden Eintrittszeiträume fehlinterpretieren könnten. Dabei dürfe jeder, egal wann er die Anlage betrete, bis Anbruch der Dunkelheit auf dem Gelände verweilen.
Hoffen mit Blick auf Niedersachsen und Köln
Wichtig wäre es sicher, wenn, statt eines Wechselspiels von Öffnen und Schließen, eine Öffnungsregel konstant bliebe. Deibel: „Wir hoffen, dass wir dauerhaft aus der Hunderter-Inzidenzregel herausgenommen werden. So wie die Zoos in Niedersachsen oder Köln, die erfolgreich dagegen geklagt haben und nicht mehr der Notbremse unterworfen sind.“ Er betont, was man gegenwärtig aus nahezu jedem Winkel des Landes hört, wenn es um die Hygienesicherheit des eigenen Betriebes geht. Ein größeres Gefährdungsrisiko gehe vom Zoo nicht aus, wie der vergangene Sommer bei einer maximalen Besucherzahl von 4500 gezeigt habe. Im Gegenteil, würde es die Situation entlasten. „Nicht rauszugehen, funktioniert nach einem Jahr nicht mehr. Dann lieber einen kontrollierten Rahmen wie bei uns“, sagt er. Maskenpflicht, Abstände, alles da. Und selbst wenn mal die Abstände kurzfristig nicht eingehalten würden, weil der Mensch dies beim Anblick von Tieren schnell mal vergessen könne, sei man immer noch draußen im Freien.
Fast das volle Programm
Alle Häuser sind geschlossen, nur das Exotenhaus, das in Wirklichkeit eine riesige Halle sei, hat mit einem Einbahnstraßensystem geöffnet. Ansonsten erwartet die Besucher nahezu das volle Programm. Die Gastronomie hat teilweise geöffnet und bis auf die Luchse, Salzkatzen und Lemuren seien alle Tierarten zu sehen und zu erleben. Auswirkungen auf die Tiere hätten die zeitweisen Schließungen nicht gehabt, sagt er: „Neunundneunzig Prozent unserer Tiere ist es völlig egal, ob Menschen da sind oder nicht. Ausnahmen sind einige Papageien oder auch die Schimpansen, die mit den Menschen interagieren. Zum Beispiel unser Schimpansensenior Benny. Der wird nicht von den Menschen beobachtet, sondern er beobachtet sie. Wen er einmal kennt, den erkennt er auch nach einem Jahr wieder.“
Besuch mit garantiert freier Sicht
Jetzt reißt sich Deible doch noch von seinem vollgepackten Schreibtisch los und geht kurz hinaus zum Affenhaus, das sich direkt hinter dem Verwaltungsgebäude des Zoos befindet. Benny lungert gerade recht teilnahmslos in einer Ecke am Fenster. Als er Deible erkennt, springt er jedoch plötzlich auf und lässt sich von dessen kurzen Gesten dazu animieren, in das Freiluftgehege zu gehen. Die umstehenden Besucher sind begeistert und es strömt der Pulk mitsamt Kinderwagen in deren Richtung. Die Abstände werden eingehalten, auch wenn die Versuchung bei den Menschen groß sein muss, sich noch näher auf den Leib zur rücken, um noch besser sehen zu können. Deible und Benny machen Faxen, es ist ein schönes Bild. Familie Disch strahlt. Mit den beiden Söhnen sind sie extra aus ihrer Heimat bei Freiburg hierhergefahren. „Wir haben richtiggehend auf heute hingefiebert und uns riesig gefreut, dass die Buchungen so problemlos geklappt haben“, sagt die Mutter. Von der entspannten Situation auf dem Gelände sind sie sehr angetan, das kenne man bei so schönem Wetter sonst nicht. Dann ziehen sie weiter zu den Eisbären, die die erklärten Favoriten der beiden Kinder sind. Dass ihnen die Sicht nicht verstellt sein wird, gilt als ausgemacht.
Tickets
- Der Verkauf von Tagestickets ist über den Online-Shop des Zoos möglich. Jahreskarten, die bei Beginn der Schließung gültig waren, sind automatisch um die Zeit des Lockdowns verlängert. Für Kombi-Tickets für die Zoos in Landau, Heidelberg und Karlsruhe gelten die gleichen Regelungen wie für Jahreskarteninhaber.
- Gebucht werden können folgende Zeiträume: 9 bis 11, 11 bis 13 sowie 13 bis 16 Uhr. Zoogäste können bis zum Einbruch der Dunkelheit in der Anlage bleiben, egal, wann der Park betreten wurde. Einige Tierhäuser sind aktuell geschlossen, das Exotenhaus jedoch ist bis 16.30 Uhr geöffnet.
- Das Tragen einer medizinischen Maske ist Pflicht. Es gelten die AHA-Regeln. Weitere Infos unter www.karlsruhe.de/b3/freizeit/zoo/wichtige_infos.de.