Karlsruhe Hoffnung auf motivierten Nachwuchs

Einstieg Beruf: In diesem Jahr erwarten die Veranstalter mehr als 20.000 Besucher.
Einstieg Beruf: In diesem Jahr erwarten die Veranstalter mehr als 20.000 Besucher.

„Wir wollen nicht überreden, wir wollen informieren und gut beraten.“ Für Joachim Wohlfeil, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, geht es bei der Ausbildungsmesse „Einstieg Beruf“ vor allem darum, künftigen Auszubildenden die Weichenstellung am Ende ihrer Schulzeit zu erleichtern. Veranstaltet wird die Messe von der Handwerkskammer Karlsruhe, der IHK Karlsruhe und der Agentur für Arbeit bereits zum siebten Mal. Natürlich spielen auch die immer größeren Probleme der Firmen eine Rolle, genügend und vor allem geeignete und motivierte Auszubildende zu finden. Die „Einstieg Beruf“ sei einer von mehreren Bausteinen, mit denen es gelang, die Zahl der Auszubildenden im 2018 weiter zu steigern, heißt es. Mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent bei den Ausbildungsverträgen liegt man über dem Landesdurchschnitt von 1,9 Prozent. Aktuell werden in den Betrieben der Handwerkskammer und der IHK rund 18.000 junge Menschen ausgebildet, davon knapp 7000 im ersten Lehrjahr. Für Wolfgang Grenke, Präsident der IHK, ist diese Messe auch ein exzellentes Schaufenster, um neue Berufsbilder auch den Eltern vorzustellen. Noch immer gelten die Eltern als wichtigste Berater bei der Wahl des späteren Berufs, vor Lehrern und Berufsberatern. Über 370 Unternehmen und schulische Ausbildungsstätten, zehn Prozent mehr als im Vorjahr, wollen die Chance nutzen, Einblicke in insgesamt 180 Ausbildungsberufe zu geben. Hinzu kommen Informationen zu weiterführenden Schulabschlüssen, Studiengängen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Um 500 Quadratmeter gewachsen ist auch die Fläche der größten und wichtigsten Ausbildungsmesse der Region. „Vielleicht knacken wir erstmals die 20.000er-Marke“, hofft Grenke trotz des demografischen Wandels auf noch mehr Interesse. Eine immer größere Rolle spielen auf der Suche nach neuen Mitarbeitern auch junge Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Schon heute werden in den Betrieben der IHK über 900 ausländische Jugendliche ausgebildet, darunter knapp 200 aus den Haupt-Flüchtlingsländern, aber auch aus dem Elsass. Dies sei keine Selbstverständlichkeit, denn das Duale Ausbildungssystem ist eine deutsche Besonderheit, die jungen Ausländern erst schmackhaft gemacht werden muss. „Wir haben immer noch viel zu viele ungelernte Arbeitskräfte in der Region“, ist für Ingo Zenker von der Agentur für Arbeit der hohe Aufwand gerechtfertigt. „Junge Menschen, die beim Übergang von der Schule in den Beruf die falsche Richtung einschlagen, können wir uns nicht erlauben.“ Die Zahl der Aussteller liest sich derweil wie das Who-is-Who der regionalen Wirtschafts- und Bildungslandschaft. Schwergewichte wie die Daimler AG mit ihren Werken in Gaggenau, Rastatt und Wörth, die Drogeriemarktkette dm, die großen Lebensmittelhändler REWE und Edeka, die EnBW, 1&1, MiRO, Siemens und Schaeffler sind ebenso mit dabei wie das KIT, die Hochschule Karlsruhe und zahlreiche andere Schulen und Fortbildungseinrichtungen. Auch die Gastronomie ist mit prominenten Aushängeschildern wie dem Brenners in Baden-Baden und den Hotels Erbprinz in Ettlingen und Bareiss in Baiersbronn vor Ort. Alle in der Hoffnung, motivierten und geeigneten Nachwuchs zu finden. Für Besucher der Ausbildungsmesse wird am 19. Januar ein Bus-Shuttle zwischen Karlsruher Hauptbahnhof und der Messe eingerichtet. Im Netz www.einstiegberuf.de

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