Karlsruhe Gastro-Pläne für den Klemmhof

Für den Neustadter Klemmhof gibt es neue Pläne: Florian Wiedemann, Chef des Neustadter Palatina-Hotels, will im Erdgeschoss der Skandal-Immobile fünf Läden zu einem Gastronomie-Konzept zusammenfassen. Feinkostladen, Café, „Haus des Weines“ und eine „Erlebnisküche“ schweben ihm vor. Damit könnte neues Leben in den Gebäudekomplex kommen, der 2009 als einsturzgefährdet galt und mehrere Ladeninhaber in den Ruin getrieben hat.
Das Projekt mit diesen vier Säulen soll auf der nördlichen Klemmhof-Seite, beginnend beim früheren „Marstall“, entstehen. Gerade in der Kombination sieht Wiedemann die Einzigartigkeit des Konzepts. „So etwas gibt es bis Frankfurt nicht“, sagt der junge Gastronom. Er hat dem Konzept den Titel „Einen Tag im Palatina“ gegeben – einen Tag in der Pfalz. Fünf bis zehn neue Arbeitsplätze soll es geben. Die Investitionssumme beziffert er auf 400.000 bis 500.000 Euro. Wiedemann ist sich sicher, dass der Klemmhof „wieder das werden kann, was er einmal war“. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG), der 34 Prozent des Klemmhof-Komplexes gehören, sei auf ihn zugekommen, als er auf der Suche nach geeigneten Räumen für sein Vorhaben war, erzählt Wiedemann. Die Idee, den Klemmhof wiederzubeleben, reizte ihn. Und er habe „großes Vertrauen“, dass das Gebäude so saniert wird, dass es wieder von den Kunden angenommen wird. Umgekehrt sieht die WBG gute Chancen, den Klemmhof „auf gehobenem Niveau“ zu positionieren, wie Geschäftsführer Ingo Röthlingshöfer sagte. Auch bei der Vermarktung der übrigen Flächen sei die Gesellschaft gut voran gekommen. Es gebe einen weiteren Mieter für eine Fläche von 160 Quadratmetern, sagte Röthlingshöfer. Den Namen wollte er gestern noch nicht nennen. Der Komplex ruht auf 95 dicken Säulen. 2009 war der Klemmhof einige Wochen lang evakuiert worden, weil fünf dieser Fundamente nicht mehr trugen: Das Erdreich darunter hatte sich in Brei verwandelt. Der Grund: Beim Bau des Gebäudes zwischen 1974 und 1976 war geschlampt worden, der drei Stockwerke tiefe Keller war undicht. Pumpen saugten ab 1983 das Wasser ab – und es bildeten sich Hohlräume. Betoninjektionen haben inzwischen für neue Standfestigkeit gesorgt, zudem wurde eine neue Bodenplatte eingebaut. Weil während der Evakuierung auch die Geschäfte geschlossen wurden, sind einige Ladenbesitzer pleitegegangen und streiten seither mit der WBG ums Geld. (kkr/lsb)