Karlsruhe Es wird zu laut gefeiert

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Genauer hinschauen beim Lärm, der vor allem abends vom Brezelfest ausgeht, will künftig die Speyerer Stadtverwaltung. Hintergrund ist die private Lärmmessung, die ein Anwohner bei einem Ingenieur in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten hat der Bürger jetzt im Rathaus vorgelegt. Die Geräuschkulisse überschreitet demnach teilweise deutlich das Erlaubte.

Ein Speyerer Privatmann hat im Juli auf eigene Kosten ein „qualifiziertes Lärmprotokoll“ über alle sechs Brezelfesttage erstellen lassen. Das berichtet auf RHEINPFALZ-Anfrage Speyers Beigeordneter Frank Scheid (SWG). „Die Werte sind deutlich problematisch“, gibt er unumwunden zu. Das städtische Ordnungsamt habe dem Verkehrsverein als Veranstalter des Volksfests 70 Dezibel bis 20 Uhr, 65 Dezibel zwischen 20 und 22 Uhr und 55 Dezibel zwischen 22 Uhr und Festende um 0.30 Uhr zugestanden. Die Maximalwerte dieser „lärmschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung“ seien nicht immer eingehalten worden. Nötig ist die Sondererlaubnis, da in der Regel zwischen 22 und 6 Uhr die Nachtruhe nicht gestört werden darf. Ausnahmen für Feste sind laut Landesimmissionsschutzgesetz möglich. Es sei die erste Messung dieser Art gewesen, sagt Scheid. Die Stadt werde reagieren. Der Beigeordnete kündigt Gespräche im September und eine eigene Lärmmessung im nächsten Jahr an. Er werde Haushaltsmittel beantragen, um ein neutrales Ingenieurbüro einschalten zu können. „Es geht darum, dass wir die Ergebnisse fachlich bewerten können“, erklärt Scheid und ergänzt: „Ein , Weiter so’ kann es nicht geben.“ Er sieht mehrere Möglichkeiten, mit dem Problem umzugehen: Denkbar seien eine veränderte lärmschutzrechtiche Anordnung, etwa mit früheren Schließzeiten, aber auch Auflagen wie eine Einsatzpflicht für automatische Lärmbegrenzer für Festzelte und Fahrgeschäfte. Mit diesen würde die Musik zu einer bestimmten Uhrzeit auf eine voreingestellte Lautstärke heruntergeregelt. Bei alldem gelte es auch, die Belange des Verkehrsvereins und der Schausteller nicht aus den Augen zu verlieren. Wie berichtet, waren diese mit den Besucherzahlen beim diesjährigen Fest nicht durchgehend zufrieden gewesen. Scheid betont, er nehme den Vorstoß des Anliegers ernst, zumal sich dieser auch über die von weiteren Veranstaltungen ausgehenden Belästigungen in Festplatznähe beschwert habe: Domgarten-Open-Air der Stadtjugendkapelle, die Kaisertafel, das Mittelalterspektakel und das Altstadtfest. Frühjahrs- und Herbstmesse seien wegen des frühen „Zapfenstreichs“ unproblematisch. (pse)

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