Karlsruhe Dieser Job ist der reinste Horror

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Für die vier „Rocking Halloween“-Tage im Oktober hat der Haßlocher Holiday Park neue Erschrecker gesucht. Zum ersten Mal haben sich die Parkbetreiber bei einem separaten „Gruselcasting“ ein genaues Bild von den Fähigkeiten der Bewerber gemacht.

Sonntagnachmittag im Holiday Park. Bei bestem Sommerwetter bietet sich das übliche Bild: Kinder und ihre Eltern nutzen die Fahrgeschäfte mit Grashüpfer Flip und Biene Maja, die Achterbahnen „Sky Scream“ und „Ge Force“ drehen ihre Runden. Nach und nach leert sich gegen 18 Uhr der Park, und den Figurenläufern von Maja und Flip wünschen – von den Gästen unbemerkt – die Kollegen schon mal einen schönen Feierabend. Was die nach Hause aufbrechenden Besucher nicht ahnen: Hinter den Kulissen ist für heute tatsächlich Schluss mit niedlich. Noch verstecken sich 18 neue Monster und Hexen, Clowns und Zombies hinter dicken Türen und schminken sich auf gruselig. Eine Teilnehmerin im weißem Nachthemd, mit Puppe im Arm und bleichgesichtig sieht aus wie die kleine Carol Anne aus den „Poltergeist“-Filmen. Eine andere Kandidatin malt sich so exakt eine böse Clownsfratze auf, dass ihre echten Gesichtszüge nicht mal mehr ansatzweise zu erkennen sind. Für das „Rocking Halloween“ am 15., 22., 29. und 31. Oktober ist das Parkteam gerade dabei, eine Geistergeschichte zu entwickeln. Parkmanager Coen van der Tas verrät: „Da gab es halt diesen Gitarrenrocker, der in ein Mädchen aus der Gegend verliebt war, was aber ihrem Vater nicht gefiel. So erschoss er den Freund der Tochter, die daraufhin der Liebeskummer ebenfalls umbrachte.“ Nun wagt sich der Parkbetreiber Plopsa mit diesen erdachten Hauptfiguren und 40 bis 50 Komparsen an sein „Rocking Halloween“ im Oktober. „Natürlich ist uns bewusst, dass auch jüngere Kinder im Park sind“, so van der Tas weiter. „Darum werden wir das Ganze in kinderfreundlichen Zonen und in Bereichen für ältere Jugendliche und Erwachsene getrennt feiern.“ Von Beginn an werden die Neuzugänge im Monsterteam geschult, wie sie agieren dürfen und was sie tun sollen, wenn sie doch mal einem kleineren Kind begegnen. Halloween im Park solle ein Erlebnis für die ganze Familie sein, und darum werde die Vorbereitung umfassend ausfallen, so der Parkmanager. „Eine Hauptrolle bekommen, das wäre schon toll!“: Zwischen „Verwundeten“ und strubbligen „Zombies“ sitzt Aylin Hoffmann. Selbst Eventmanagerin in einem Hotel, möchte die Frankfurterin gerne an den vier Halloween-Veranstaltungstagen in Haßloch mitmachen. Erfahrung hat sie reichlich: Die 22-Jährige im langen schwarzen Spitzenkleid hat bereits ein Praktikum im Europa Park in Rust bei Freiburg hinter sich und durfte dort schon bei den „Horror Nights“ mitwirken. Witze wie „Bist du schon geschminkt?“ unter Kollegen kennt sie längst. Gemeinsam mit ihrem Mitbewohner Michael Becker, der im Vorjahr mit einem Kumpel 39 Runden bei der „GeForce Challenge“ absolviert hat, ist Hoffmann motiviert in den Park gekommen. Auf dem Weg zur „Sky Scream“ reißen die Monster Witze: „Hey, du hast deine Hand verloren!“. An der Horrorstation angekommen, erwarten das Verkehrsopfer auf Krücken, den Schlächter und die anderen Untoten die ersten Gruselaufgaben: „Jetzt macht ihr bitte den Zombie-Walk!“ ruft Veranstaltungsmanager Philipp Graf. Die laute Musik noch zu übertönen, werde schnell „ganz schön auf die Stimme gehen“, kündigt er an. Salzpastillen seien „zwar richtig eklig, wirken aber Wunder“, empfiehlt Graf vorsorglich. Ein Zombie ergänzt: „Oder Honig. Viel Honig!“. Am Ende verschwinden die Biester schleichend in den dunklen Gängen der „Sky Scream Area“, um erst im Oktober wieder freigelassen zu werden.

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