Kreis Karlsruhe RHEINPFALZ Plus Artikel Carsharing: Jeder kann ein Auto leihen

Per App oder im Bürgerbüro kann man sich anmelden.
Per App oder im Bürgerbüro kann man sich anmelden.

Mit neuem Namen, neuem Anbieter, mehr Standorten und einer größeren Flotte startet das Projekt „Zeo Carsharing“ im Landkreis Karlsruhe in das Jahr. Nach der Eröffnung der Carsharing-Station in Graben-Neudorf werden im Laufe des Jahres auch Waghäusel, Philippsburg und Oberhausen-Rheinhausen mit dabei sein.

Wer ist der neue Anbieter?
Unternehmen aus ganz Deutschland, darunter auch Energiegenossenschaften, haben 2020 die Dachgenossenschaft Vianova eG in Mainz gegründet. Der Verbund will Energiegenossenschaften, Unternehmen, Kommunen, Vereine, Wohnungsbaugenossenschaften, Wohnprojekte und andere bei der Umsetzung klimaschonender Mobilitätslösungen unterstützen. Einen Schwerpunkt setzt die Vianova mit ihren Mitgliedern und Partnern auf den ländlichen Raum, weil dort die Autoquote sehr hoch ist.

Welche Ziele verfolgt das genossenschaftliche Projekt?
„Es geht nicht um Verzicht, sondern um Null Prozent Emission, 100 Prozent Fahrspaß und Service“, sagt Vorstandsmitglied Klaus Grieger. Vianova kümmert sich um die Projektierung, den Kauf der Fahrzeuge, den Bau der Ladesäulen und die Entwicklung von Geschäftsmodellen und Tarifen. Außerdem gibt es die Möglichkeit mitzugestalten. Gruppen oder Organisation können einen Teil der Dienstleistungen rund um das Carsharing selbst in die Hand nehmen und sich ihr Angebot individuell gestalten.

Was ändert sich für Kunden?
Ab 1. Februar wird die Vianova Anbieter der Zeo-Flotte. Neukunden ebenso wie Bestandskunden, die bisher über Flinkster schon registriert waren, müssen sich anmelden. Das geht entweder in jedem Bürgerbüro der Städte und Gemeinden oder im Internet auf www.zeo-carsharing.de. Im Bürgerbüro erhält man bei der Anmeldung eine Nutzerkarte oder man lädt sich die App „Mein Zeo“ aufs Handy.

Wird das Angebot teurer?
Die Nutzungsgebühren sinken im Vergleich zum bisherigen Betreiber. Weiterhin gibt es keinerlei Anmelde- und Grundgebühr. Wer sich registrieren möchte, kann dies also auch künftig ohne jegliche einmaligen oder laufenden Kosten tun. Bezahlt wird erst bei tatsächlicher Nutzung. Es gibt einen Stundentarif und eine Tagespauschale. Künftig im Angebot soll es einen Neun-Sitzer-Kleinbus für Vereins- und Gruppenfahrten geben.

Wer sind die Projektpartner?
Projektpartner von ZEO Carsharing sind die regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal (zuständig für die Gesamtkoordination und das Carsharing), die Energie- und Wasserversorgung Bruchsal (Ladeinfrastruktur) sowie die Umwelt- und Energieagentur des Landkreises Karlsruhe (Öffentlichkeitsarbeit). Die Idee: Kommunen und Firmen schaffen ein oder mehrere Elektroautos an, die sie dem regionalen Carsharing zur Verfügung stellen. In Graben-Neudorf wurde die Gemeinde von Mitgliedsunternehmen des Handwerker- und Gewerbevereins finanziell unterstützt. „Mit Zeo bauen wir den Bahnhof weiter zur regionalen Mobilitätsdrehscheibe aus“, sagt Graben-Neudorfs Bürgermeister Christian Eheim (SPD).

Wie viele Ladestationen und E-Cars gibt es und wo?
Im nördlichen Landkreis, im Dreieck zwischen Sulzfeld, Dettenheim und Oberhausen-Rheinhausen stehen bis Ende des Jahres in dann 18 Städten und Gemeinden sowie bei elf Unternehmen die Mietautos. Die grün-weißen Fahrzeuge - 39 Autos und fünf Kleinbusse - gehören Kommunen oder Unternehmen. Sie werden nach Feierabend, aber auch tagsüber, privaten Nutzern zur Verfügung gestellt. Bislang stehen in den Städten und Gemeinden 60 Doppel-Ladesäulen. Zwei Millionen Euro Fördermittel haben die drei Zeo-Partner aus dem Programm „Klimaschutz mit System“ der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg erhalten und werden das Angebot damit ausweiten. Bis Ende des Jahres werden 87 Doppel-Ladesäulen stehen und 38 neue E-Cars dazukommen, so es keine Verzögerung wegen Lieferengpässen gibt.

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