Kaiserslautern Zweifel und Differenzen Grund für Scheitern der Sparkassenfusion

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Das Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Kaiserslautern, Werner Stumpf, verhandelte maßgeblich mit der Kreissparkasse Kusel die Fusion. Am Wochenende sprach er in einer persönlichen Erklärung darüber, wie es zum Abbruch der Verhandlungen kam.

Werner Stumpf sieht als Grund für das Scheitern der Fusionsverhandlungen der Stadtsparkasse Kaiserslautern mit der Kreissparkasse Kusel eine Entscheidung auf der Basis von Zahlen, Daten und Fakten. Das erklärte das Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse am Wochenende in einer persönlichen Reaktion gegenüber der RHEINPFALZ. Stumpf trat damit auch Spekulationen entgegen, dass für das Scheitern der Verhandlungen auch noch andere Gründe ausschlaggebend gewesen sein könnten. „Meine persönliche Arbeitsweise und daraus resultierende Entscheidungswege basieren auf Zahlen, Daten und Fakten. Natürlich registrierte auch ich die im Fusionsprozess entstandenen Emotionen auf Mitarbeiterebene – solche kann man auch als verantwortungsbewusster Vorstand nicht gänzlich wegblenden. Dennoch gilt es, primär das strategische Ziel und die Erfolgsaussicht desselben im Auge zu behalten“, erklärte Stumpf. Das Vorstandsmitglied rekapitulierte im RHEINPFALZ-Gespräch die letzten Wochen, die schließlich am Donnerstag vergangener Woche zu der gemeinschaftlichen Empfehlung der Verwaltungsratsvorsitzenden und Vorstände von Stadtsparkasse Kaiserslautern und Kreissparkasse Kusel an ihre Verwaltungsräte geführt hatten, die Verhandlungen über ein Zusammengehen der beiden Geldhäuser einzustellen. Nach Angaben von Stumpf wurde im Rahmen des Fusionsprozesses Ende Oktober auf Fachebene beider Geldhäuser eine dezidierte Planrechnung bis 2021 erstellt. Sie sollte den Nachweis der wirtschaftlichen Besserstellung der beiden bislang eigenständigen Sparkassen in einer fusionierten Sparkasse Westpfalz erbringen. Stumpf erklärte im RHEINPFALZ-Gespräch, dass ihm bei der Beurteilung des Zahlenwerks erste Zweifel kamen, ob die angepeilte Fusion die erhofften Ziele erreichen kann. Das vorläufige Zahlenwerk wies für den Fall, dass die Stadtsparkasse eigenständig bleibt, nicht fusioniert, auf einen Planungszeitraum von fünf Jahren eine Besserstellung von über vier Millionen Euro aus. Stumpf meldete seine Bedenken am 2. November gegenüber dem Vorstand der Kreissparkasse Kusel an, drängte dabei auf eine Beschäftigung des Gesamtvorstands beider Geldhäuser mit Berechnungsgrundlagen, -annahmen und -weg. „Diese erfolgte am Samstag, 5. November, und bestätigte im Ergebnis uneingeschränkt das Rechenwerk der Experten. In einem persönlichen Fazit habe ich gegen Mittag daraufhin erhebliche Zweifel an der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit des Fusionsvorhabens zumindest aus Sicht der Stadtsparkasse artikuliert. Im Kontext des Fusionsprozesses war dies nur so zu interpretieren, dass ich persönlich den eingeschlagenen Weg nicht länger mitverantworten und -tragen wollte.“ Für das Vorstandsmitglied zeigten sich immer mehr auch Differenzen in der geschäftspolitischen Ausrichtung, die aus seiner Sicht vermutlich kaum zu überbrücken gewesen wären. Der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse, Karl-Heinz Dielmann, und er hätten dem Verwaltungsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD), die Situation noch am Wochenende dargelegt und dabei Weichel gegenüber gemeinschaftlich auch die Empfehlung ausgesprochen, alsbald den Verwaltungsrat damit zu befassen und dort über eine Beendigung der Fusionsverhandlungen zu beraten. In dem am vergangenen Donnerstagnachmittag erfolgten Beschluss des Verwaltungsrats der Stadtsparkasse, die Fusionsverhandlungen einzustellen, sieht das Vorstandsmitglied nicht nur einen Vertrauensbeweis in den Vorstand, sondern auch eine besondere Verantwortung des Vorstands für eine zukunftsfähige Aufstellung des Sparkassenbetriebs in der Eigenständigkeit. Der Fokus des Handelns wird aus Sicht des Vorstandsmitglieds nunmehr auf einer Verbesserung der Kostensituation bei der Stadtsparkasse, also primär auch des Personalaufwands, liegen. „Dies wird viel Kraft sowie Durchsetzungsvermögen kosten und zu tiefgreifenden innerbetrieblichen Veränderungen führen müssen.“ Für diese Woche kündigte Stumpf eine Personalversammlung an, mit der Bekanntgabe erster Weichenstellungen. Stumpf bekannte sich zu der Aufnahme der Fusionsverhandlungen der Stadtsparkasse mit der Kreissparkasse Kusel. „Ich stehe unverändert zu der im Frühjahr 2016 gemeinschaftlich von Gesamtvorstand und Verwaltungsratsvorsitzendem der Stadtsparkasse getroffenen Entscheidung, in Gespräche und später Verhandlungen mit der Kreissparkasse Kusel einzutreten. Sie war im Rahmen der Prüfung möglicher Handlungsoptionen politisch wie strukturell zur Zukunftssicherung des Hauses sinnvoll und schien aussichtsreich.“ In Schutz nahm Stumpf Oberbürgermeister Weichel gegen politische Kritik nach dem Scheitern der Fusionsverhandlungen. Sie sei weder sachgerecht noch fair. Für Weichel sei mit dem Aus für die Fusionsverhandlungen ein strategischer und strukturpolitischer Traum zerplatzt. Mut machte das Vorstandsmitglied dem Verwaltungsratsvorsitzenden, am Thema dranzubleiben. „Ich möchte ihm anraten, diesen Traum alsbald wieder auf die persönliche To-do-Liste zu nehmen, denn unter den herrschenden Rahmenbedingungen wird die Bankenzukunft sicherlich nicht einfacher.“ |rdz

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