Kaiserslautern
Zwei Dielmann-Filialen schließen
In Kaiserslautern ist Dielmann mit Filialen im Einkaufszentrum „K in Lautern“ mit einer Verkaufsfläche von 350 Quadratmetern und in der Fackelstraße mit 460 Quadratmetern vertreten. Beschäftigt sind vor Ort zwölf Mitarbeiter, davon elf in Teilzeit, wie ein Dielmann-Sprecher auf RHEINPFALZ-Anfrage erklärte. Alle Arbeitsverhältnisse seien unter Berücksichtigung einer dreimonatigen Frist gekündigt worden, teilte die Unternehmensgruppe mit Sitz in Darmstadt mit. Eine Weiterbeschäftigung an anderen Standorten sei nicht möglich.
Spätestens Ende Dezember ist Schluss
Mit 48 Filialen und 890 Mitarbeitern in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern sowie einem Onlineshop gehört die Dielmann-Gruppe nach eigenen Angaben zu den führenden inhabergeführten Handelsunternehmen für Schuhe und Sportartikel in Deutschland. Die Unternehmensgruppe hatte im Juni ein Schutzschirmverfahren gestartet, um die schwierige Situation aufgrund der Corona-Pandemie hinter sich zu lassen und sich für die Zukunft neu aufzustellen. „Die Schließungen sind aus wirtschaftlichen und insolvenzrechtlichen Gründen ein unerlässlicher Schritt“, erklärte Geschäftsführer Michael Specht, der für den Restrukturierungskurs der Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG verantwortlich zeichnet. Spätestens Ende Dezember sollen auch Dielmann-Filialen in Frankenthal, Mannheim und Neustadt geschlossen werden. Die anderen 26 Filialen der Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG sowie acht Geschäfte der Sporthaus Robert Hübner GmbH sind davon nicht betroffen.
Die Vermieter der Dielmann-Filiale in der Fackelstraße sind nach eigenen Angaben zuversichtlich, dass sie schnell einen Nachmieter finden werden, auch wenn der Leerstand in der Fackelstraße schon zugenommen habe. „Es ist ein schöner Laden“, sagte eine Sprecherin der Erbengemeinschaft, die knapp 20 Jahre an Dielmann vermietet hatte. Außerdem sei die Fackelstraße weiterhin 1A-Lage.
„Entscheidung gegen Kaiserslautern“
In der Fackelstraße stehen mittlerweile mehre Geschäftsräume leer, nachdem unter anderem die Filialisten Esprit und Brax sich aus der Kaiserslauterer Innenstadt verabschiedet haben.
Sabine Friedrich, Centermanagerin des „K in Lautern“, bedauerte am Dienstag die geplante Dielmann-Schließung, sagte aber auch: „Das war keine Entscheidung gegen das Einkaufszentrum oder die Fackelstraße, sondern eine Entscheidung gegen den Standort Kaiserslautern.“ Kleinere Städte hätten es jetzt oftmals schwerer. In vielen Fällen könne in schwierigen Phasen durch intensive Verhandlungen am Ende aber doch eine Rettung erfolgen. So sei die Filiale des Modeunternehmens „Superdry“ nach einer Unterbrechung im „K in Lautern“ wieder geöffnet. Definitiv ein Opfer der Pandemie sei hingegen der Laden „Party Balloon“, der Geschenk-Ballons und Dekoartikel im Angebot hatte. „Die haben es nicht geschafft, die Krise zu überstehen“, so Friedrich.