Gesundheit im Fokus
Zum Wachstum im PRE-Park fehlt der Lutrina-Klinik Personal
Seit zwei Jahren ist der Unfallchirurg und Knie-Spezialist Wolfgang Franz in der Lutrina-Klinik im PRE-Park tätig – und blickt auf 30 Jahre Lutrina-Klinik zurück: Vor drei Jahrzehnten stieg Franz als Mitinhaber in die Klinik in der Karl-Marx-Straße eine, Anfang Januar 2021 zog er mit seinem Partner Sascha Hopp, auf Leiste und Knie spezialisierter Mediziner, in den Neubau in die Brüsseler Straße um. Zu zweit stemmten die beiden Ärzte die 22-Millionen-Euro-Investition. Bereits seit 2016 sind sie jeweils zur Hälfte Inhaber und Betreiber der damals noch in der Innenstadt ansässigen Klinik.
Seit dem Umzug sind sie für ein Team aus insgesamt sechs Belegärzten in der Klinik zuständig, die fast alle auch eine Praxis in dem Gebäude haben. „Das ist unser Vorteil: Hier bekommen die Patienten alles aus einer Hand“, erläutert Franz. Denn der behandelnde Arzt kann selbst operieren und muss nicht an einen Chirurgen verweisen. „Ich empfand es früher immer als Horror, wenn ich einen Patienten auf dem OP-Tisch hatte, den ich zuvor noch nie gesehen hatte“, erinnert sich Franz. „Denn ich muss seine Geschichte kennen, muss wissen, welche Ansprüche und Wünsche er hat; beim Leistungssportler sind die anders als bei jemandem, der maximal spazieren gehen will.“
Außerdem ergänzen sich die spezialisierten Ärzte gegenseitig. „Wenn ein Patient mir bei der Behandlung seines Knies erzählt, er habe ein Problem am Fuß, dann kann ich ihn direkt an einen Kollegen verweisen. Das erspart ihm lange Wartezeiten.“
Ein OP-Saal ist immer noch unbenutzt
Gerne würde Franz dabei auf einen größeren Ärzte-Pool zurückgreifen. „Wir haben extra groß gebaut und wollen das Gebäude weiter füllen“, erzählt er, „doch es fehlt an Personal: Nicht nur bei den Ärzten, sondern auch im Assistenzbereich und der Administration.“ Seit Corona seien in allen Bereichen Leute weggebrochen. Deshalb seien die 30 Betten bislang noch nicht alle belegt, von den drei OP-Sälen – mit der höchsten Reinheitsklasse 1a und 1b – seien bisher nur zwei in Benutzung, und auch Praxisräume seien noch zu mieten.
Dass an der Fassade nicht wie am alten Standort der Schriftzug „Lutrina-Klinik“ prangt, sondern „Medic-Park“ hat seinen Grund genau darin: Der Gebäude-Komplex beherbergt neben der Klinik noch weitere eingemietete Arztpraxen, eine Physiotherapie-Praxis mit vier Therapeuten sowie das Sanitätshaus Ank; so bekommen die Patienten im PRE-Park eine Rund-um-Versorgung.
Zur Klinik gehören neben Franz und Hopp vier weitere Belegärzte: die beiden Orthopäden und Unfallchirurgen Martin Heth und Rainer Wolf, HNO-Arzt Wolfgang Delb „und für den ausgeschiedenen Kollegen Gregor Vetter haben wir bereits eine Nachfolge“, verrät Franz. Sie alle haben auch eine Praxis zur ambulanten Behandlung im Haus, ebenso wie Okka Ehmen, Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie. Für die Operationen sind drei Anästhesisten an Bord: Marlene Kühn-Jung, Sabine Zell und Thomas Moog.
„Was wir noch gebrauchen könnten, wäre eine Hausarztpraxis“, meint Franz. „Denn viele allgemeinmedizinische Praxen schließen, gerade auf dem Land.“ Auch ein Spezialist für die Wirbelsäule fehle in der Klinik; zwar praktiziert Wolfram Käfer im Haus, „aber er operiert im Westpfalz-Klinikum“, bedauert Franz. Zu den weiteren Mietern zählen drei Kardiologen, ein Angiologe für die Gefäße und noch ein Orthopäde.
Patienten kommen aus Umkreis von 200 Kilometern
Wie hoch geschätzt die Experten bei den Patienten seien, zeigt sich daran, „dass sie in der Regel aus einem Einzugsbereich von rund 200 Kilometern kommen“. Es gebe aber auch welche, die den Weg von „Hamburg, Berlin oder München auf sich nehmen“. Angelockt werden sie durch das bundesweite Renommee der Klinik und Ärzte – besonders von Franz selbst, der seine Auszeichnungen schon nicht mehr zählen kann, und seinem Partner Hopp, der auch an der Uniklinik Homburg als Dozent tätig ist. In der Focus-Ärzteliste sowie inzwischen auch beim Stern werden die Mediziner immer wieder gelistet, „und auch die Klinik gehört zu den besten Deutschlands“, berichtet Franz ohne übertriebenen Stolz. So sei zum Beispiel die Infektrate sehr gering: „Das liegt einerseits daran, dass wir keine Unfallopfer und keine Patienten mit eitrigen Wunden aufnehmen, andererseits an der überschaubaren Größe der Klinik“, erklärt Franz. Wegen der modernen Technik und guten Spezialisierung dauere ein Eingriff meist nur zwischen ein und zwei Stunden.
Um sich noch besser auf den medizinischen Bereich konzentrieren und entspannter wirtschaften zu können, haben sich Franz und Hopp kürzlich einer Investorengruppe angeschlossen. „Geräte wir Kernspintomograf, CT und ähnliche kosten schnell viele Millionen“, macht Franz deutlich, der zudem aus Altersgründen langsam an einen Nachfolger denkt. „Und ein weiterer Vorteil: Durch den Austausch mit Kollegen lernt man neue Behandlungsmethoden und neuen Techniken kennen.“