Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Zu wenig Platz und Baustelle: Für welche Grundschulen noch Lösungen her müssen

Am Neubau der Schillerschule wird noch gewerkelt. Anfang 2025 soll sie fertig sein.
Am Neubau der Schillerschule wird noch gewerkelt. Anfang 2025 soll sie fertig sein.

Für 893 Erstklässler begann in Kaiserslautern vor Kurzem die Grundschule. Das sind etwa so viele wie im Vorjahr. Doch über die Stadtteile und -bezirke hinweg gibt es Unterschiede. Bauprojekte, überfüllte Schulen und Ausweichquartiere beschäftigen die Verwaltung zudem.

An den Kaiserslauterer Grundschulen hat für 893 ABC-Schützen Anfang September der Unterricht begonnen. Wurden landesweit mit insgesamt 42.000 Erstklässlern fast 1300 Kinder mehr eingeschult als im vergangenen Jahr, ist die Anzahl der Grundschüler in Kaiserslautern im Vergleich zum Vorjahr (894) fast konstant geblieben.

Die Anzahl der Klassen an den 20 Grundschulen der Stadt ist von 47 auf 44 zurückgegangen. Unter den besagten ist auch die Paul-Gerhardt-Schule in Siegelbach aufgeführt, eine Schule in freier Trägerschaft. Mit jeweils einer Klasse sind die Grundschulen in Erzhütten, in Dansenberg, auf dem Bännjerrück, in der Stiftswaldschule und in Erlenbach gestartet.

In mehreren Stadtteilen nur eine neue Klasse

Wie im vergangenen Schuljahr ist die Kottenschule mit 78 Schülern die stärkste Grundschule. Es folgen die Geschwister-Scholl-Schule mit 70 und die Pfaffenwoog-Schule in Erfenbach mit 65 Kindern. Mit 17 Schülern bildet die Grundschule in Erlenbach das Schlusslicht. Lediglich die Fischerrückschule, an der die Anzahl der Kinder von 44 auf 54 gestiegen ist, musste im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der Klassen erhöhen – von zwei auf drei.

Wie Anja Pfeiffer, Schuldezernentin der Stadt Kaiserslautern, auf Anfrage mitteilt, sei der Betrieb in den Grundschulen zum Schuljahresanfang gut angelaufen. „Es gibt keine großen Probleme, es läuft alles.“ Noch sei der Neubau der Schillerschule am Standort Julius-Küchler-Straße nicht fertig. „Er soll im Januar 2025 in Betrieb gehen.“ Der Neubau soll zehn Klassenräume bieten. Seit mit dem Abriss begonnen und die Schillerschule im Jahr 2018 umgeplant wurde, werden die Grundschüler in der ehemaligen Hauptschule auf dem Bännjerrück unterrichtet. Über die vier Grundschulklassen hinweg sind es insgesamt 181 Schüler, die vorübergehend die Schule auf dem Bännjerrück besuchen.

Noch keine Lösung für Erfenbach

Über die Situation der Pfaffenwoog-Schule in Erfenbach, an der auch Kinder aus Siegelbach unterrichtet werden, gebe es keine neuen Informationen. Nach wie vor werden dort zwei Klassen in Containern auf dem hinteren Teil des Schulhofes unterrichtet. Eine weitere Klasse ist in einem Raum der in unmittelbarer Nähe gelegenen Ortsverwaltung untergebracht.

Die Situation in Erfenbach – unter Berücksichtigung der dort zur Schule gehenden Grundschüler aus Siegelbach – sei Gegenstand der aktuell laufenden Schulentwicklungsplanung. Von der Auswertung der Geburtenzahlen, bei der auch städtebauliche Entwicklungen betrachtet werden, erwartet Pfeiffer von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion für das weitere Verfahren im Schulbezirk eine valide Entscheidungsgrundlage und Handlungsempfehlung.

Die Schuldezernentin bedauert, dass bei der Planung neuer Baugebiete in Kaiserslautern ein entsprechender Zuschnitt der Schulbezirke noch nicht stattgefunden hat. Nach Einbeziehung neuer Baugebiete wie auf dem Pfaff-Gelände, dem Betzenberg und in Siegelbach werde sich auch ein neuer Zuschnitt des Schulentwicklungsplans ergeben.

Betreuungsangebote werden genutzt

Den Status einer Betreuenden Grundschule – einer Ganztagsschule in offener Form – haben alle Grundschulen der Stadt. Im laufenden Schuljahr werden 1672 von 3250 Grundschulkindern (51,44 Prozent) darüber betreut. Die Betreuung ist kostenpflichtig und wird beispielsweise mit Personal vom Club Aktiv durchgeführt.

Über die Anzahl der Kinder, die eine Ganztagsschule in Angebotsform besuchen, liegen dem Referat Schulen derzeit noch keine Informationen vor. Die Ganztagsschule in Angebotsform wird parallel an den Grundschulen Geschwister Scholl, Kotten, Hohenecken, Betzenberg, Fischerrück und Luitpold angeboten.

Wie Timm Kauhausen, Pressesprecher der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, auf Anfrage mitteilt, ist die Versorgung der Grundschulen mit ausreichend Lehrerwochenstunden gewährleistet. Weiter stünden für die Grundschulen in Kaiserslautern ausreichend Mittel bereit, um Sprachfördermaßnahmen für ukrainische Schülerinnen und Schüler anbieten zu können. Wie viele Kinder aus der Ukraine Lauterer Grundschulen besuchen, steht zurzeit nicht fest. „Die Datenabfragen laufen“, sagt Pfeiffer. „Die Bedarfe der Schulen orientieren sich an den konkreten Zahlen der Schüler. Aktuell erhalten 55 Kinder herkunftssprachlichen Unterricht“, ergänzt Kauhausen.

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