Kaiserslautern ZAK senkt Gebühren um 8,1 Prozent

Die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) senkt die Gebühren für Müll, der von Stadt und Landkreis angeliefert wird (wir berichteten gestern). Die Verbandsversammlung der ZAK beschloss gestern eine neue Gebührensatzung, die eine Senkung um 8,1 Prozent beinhaltet.
Die neue Kalkulation gilt für die Jahre 2015 bis 2017. Die Plankosten wurden anhand der Erfahrungswerte aus den zurückliegenden drei Jahren und den heute absehbaren Müllmengen der kommenden drei Jahre errechnet. Kalkuliert ist ein Plankostenbedarf in Höhe von 22,4 Millionen Euro pro Jahr. Aus der Gebührennachkalkulation 2011 bis 2013 resultiert nach den Worten von Vorstand Jan Deubig eine Überdeckung in Höhe von 4,57 Millionen Euro (1,52 Millionen pro Jahr), in der neuen Kalkulation wurden davon 1,45 Millionen Euro berücksichtigt. So ergibt sich ein Gebührenplanvolumen von 20,95 Millionen Euro pro Jahr für 2015 bis 2017. Das sind gegenüber der Prognoserechnung für die Jahre 2012 bis 2014 2,0 Millionen Euro oder 8,1 Prozent weniger. Die Kostenersparnis sei auf die Gründung des Biomassekompetenzzentrums zurückzuführen, ebenso auf das künftige Deponiegeschäft mit mineralischen Abfällen. Hinzu kämen Pachteinnahmen durch die neuen Windräder, auch schlügen gesunkene Darlehenszinsen zu Buche, da die ZAK Sondertilgungen vorgenommen habe, sagte Deubig. Die ZAK senke nun zum zweiten Mal hintereinander die Gebühren deutlich, was die Gebührenhaushalte von Stadt und Landkreis entlaste. Landrat Paul Junker, Vorsitzender des Verwaltungsrates, hob hervor, bei den Gebühren der ZAK handele es sich nicht um die Müllgebühren, die Bürger an Stadt und Kreis zahlen müssen. Wie Stadt und Kreis ihre Gebühren nach der Senkung der ZAK gestalten, darüber lasse sich keine Prognose abgeben. Die ZAK wird ihr Geschäftsfeld ab dem kommenden Jahr erweitern und Restmüll aus der Vorderpfalz abholen und zur Deponie Kapiteltal bringen. Hintergrund ist das abfallwirtschaftliche Kooperationsprojekt aus dem Jahre 2012 mit den Landkreisen Alzey-Worms, Rhein-Pfalz-Kreis und Bad Dürkheim sowie den Städten Ludwigshafen, Speyer, Frankenthal, Neustadt und Worms, das die Bildung von regionalen Kompetenzzentren vorsieht. Dabei hat sich die ZAK auf die Bioabfallentsorgung, die GML Ludwigshafen auf die thermische Abfallentsorgung spezialisiert. Die Entsorgung der Bioabfälle wurde der ZAK zum 15. Oktober 2015 übertragen, sie wird nun diese Abfälle auch selbst abholen. Die Lastwagen, die Restmüll nach Ludwigshafen fahren, nehmen nach den Worten von Deubig Bioabfälle von den Verladestationen Grünstadt und Mutterstadt mit zurück. Jährlich würden knapp 50.000 Tonnen Bioabfall auf die Deponie Kapiteltal gebracht, der Restmüll, der von dort nach Ludwigshafen gefahren wird, hat ein Volumen von rund 30.000 Tonnen, da ein Teil nach Pirmasens gebracht und dort verbrannt wird. Das Abholen des Restmülls habe ökologische und ökonomische Vorteile, da Leerfahrten weitgehend vermieden würden, sagte Deubig. Wie der Vorstand weiter ausführte, erweitert die ZAK ihre Fahrzeugflotte. Neue Lkw, die mit je 20 Tonnen Abfall beladen werden können, würden angeschafft, außerdem fünf neue Fahrer eingestellt. Die Fahrzeuge könnten Spezialcontainer mit einer hohen Zuladung transportieren. Die Abholung des Bioabfalls sei für die ZAK ein Zusatzgeschäft und spare allen Partnern Geld. (dür)