Kaiserslautern Zahlreiche Buchen werden gefällt

Gerodet: Im Reichswald mussten in diesem Jahr auf einer 1,3 Hektar großen Fläche zahlreiche Fichten gefällt werden. Die anhalten
Gerodet: Im Reichswald mussten in diesem Jahr auf einer 1,3 Hektar großen Fläche zahlreiche Fichten gefällt werden. Die anhaltende Trockenheit hatte zur Ausbreitung des Borkenkäfers beigetragen wie Revierförster Michael Häffner bei einer Führung erklärt.

Der jüngst vorgestellte Waldzustandsbericht zeigt es deutlich: Die Zahl der in Rheinland-Pfalz geschädigten Bäume ist stark angestiegen, auch die klimatischen Veränderungen hatten maßgeblichen Einfluss darauf. So begünstigte die lange Trockenheit die Ausbreitung der Borkenkäfer, die vor allem Fichten gefährden. Auch im Forstrevier Neubau in Ramstein wurde darauf reagiert, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

„Manchmal fehlt bei Holzerntemaßnahmen die Akzeptanz“, erläuterte Revierleiter Michael Häffner am vergangenen Freitag bei einer Führung, die im Reichswald in der Nähe von Spesbach stattfand. Um anstehende Baumfällmaßnahmen und die Folgen der diesjährigen Borkenkäferproblematik zu erläutern, hatte das Forstamt Kaiserslautern zu dieser Waldführung eingeladen. Rund 20 Interessenten waren gekommen. Die erste Station war eine 1,3 Hektar große Fläche, auf der von Mai bis August in drei Etappen der komplette Fichtenbestand gefällt und aus dem Wald gefahren werden musste, damit die schlüpfenden Käfer nicht sofort auch noch die umliegenden Bestände befallen konnten. Die vom „Buchdrucker“, um diese Borkenkäferart handelte es sich, angelegten Gänge stören den Saftstrom der Fichten erheblich. „Ist der Befall noch nicht so stark fortgeschritten und besteht eine ausreichende Wasserversorgung der Bäume“, erklärte Häffner, „können sich diese noch relativ gut gegen den Käfer wehren, indem sie mittels Harzbildung die Einbohrlöcher verschießen.“ Doch bei zu großer Trockenheit, die den Bäumen zusetze, potenziere sich der Befall und es komme zum Absterben der Bäume. Die entstandene Freifläche soll, erklärte der Revierleiter, schnellstmöglich mit Eichen und vereinzelten Hainbuchen bepflanzt werden. Dass die Bestände nach einer solchen Hiebsmaßnahme meist unaufgeräumt wirken, begründete der Forstmann damit, dass sich in dem feinästigen Kronenholz die meisten Nährstoffe befinden, die durch Verrottung wieder freigesetzt und für die nachwachsenden Bäume zur Verfügung gestellt werden. Eine Befallsgefahr der Äste durch den Käfer bestehe nicht, da der Schädling nicht an Hölzer unter acht Zentimeter gehe. Am zweiten Punkt der Führung auf der anderen Seite der BAB 62 ging Häffner auf Fällungen ein, die in den nächsten Monaten anstehen. An dieser Stelle sei es das Ziel, „die Kiefern von einwachsenden Buchen zu befreien, welche ansonsten die Kiefernäste durch Ausdunkelung zum Absterben bringen würden“. In einem Teilbereich der Fläche sollen alle unterständigen Buchen entnommen werden, um die lichtbedürftige Kiefer natürlich zu verjüngen. Die Fragen der Teilnehmer beantwortete Häffner immer wieder ausführlich.

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