Kaiserslautern Zündwerker und Lichtdesigner lassen’s gewaltig krachen

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Im Park perlen bereits prickelnde Tropfen edlen Getränks in Gläsern, haben Familien schon die Picknickkörbe ausgepackt – derweil die Anfahrtswege zu früher Stunde schier verstopft sind, entnervte Autofahrer um Kammgarn, Hochschule, Schlachthofareal ihre Runden drehen, um einen Parkplatz zu ergattern. Sommernacht auf der Gartenschau: Das war am Samstag ein Erlebnis, das sich mehr als 3000 Menschen nicht entgehen lassen wollten. Krönung: Ein Lichter-Böller-Feuerwerk der Extraklasse.

Stimmung? Weitestgehend prächtig. Wie sonst hätten es auch so viele so lange ausgehalten? Kaum jemand, der sich die für 22.45 Uhr angekündigte Schau hat entgehen lassen. Dass sich da Großes ankündigt, war von Beginn an nicht zu übersehen: Ein Teil des Neumühl-Parks war mit Gittersperren abgeriegelt; dort werkelten Leute an Kisten und Kästen, Schaltpulten und Gasflaschen. „Batterie - 19 Schuss, Kaliber 30 Millimeter“, verriet die Aufschrift eines pyrotechnischen Kraftpakets, das mitsamt vieler anderer noch eine im wahrsten Wortsinne spektakuläre Rolle spielen sollte. Die Erfolgsrezeptur ist eine einfache: Man öffne den Park über die reguläre Zeit hinaus, lasse drei, vier professionelle Gastrobetriebe anrollen, die Schmackhaftes brutzeln und aus Hähnen und Flaschen fließen lassen – die Karte muss gar nicht umfangreich sein. Dazu Musik – und fertig. Wartet nun der anberaumte Termin mit Regen auf (wie vor Jahresfrist), wird’s eher ein Reinfall. Krönt eine wunderbar warme Nacht einen sommerlichen Tag, strömen die Besucher nur so herbei. Und genau so war’s denn am Samstag. Die Musik war von Güte. Harald Krüger bot Rock `n` Roll auf dem Kaiserberg, Mark Selinger ließ auf der Freiluftbühne im Park den Abend angenehm und mit eher soften Klängen anlaufen. Elmar Federkeil und seine pfundigen musikalischen Mitstreiter – „Elm F. & The Rooks“ mit der fetzigen Bläsergruppe „The French Horns“ – gingen danach gleich in die Vollen, brannten schon mal ein akustisches Feuerwerk ab. Da waren aber zumindest kleine Leuchtzeichen zu sehen: Einen kleinen Vorgeschmack auf den optischen Schlussakkord gaben die Tests der „Pyromanen“, die noch an ihrer Show feilten, als das Sommernachtsfest längst schon drei Gänge zugelegt hatte. Während Kinder tollten, sonst Jung und Alt den schönen Abend in vollen Zügen genossen, war Chris Fritsch samt seiner Mitstreiter noch mächtig am Werkeln. Die Nacht war lang – oder besser: kurz. „Wir haben von halb elf bis halb acht Uhr heute Morgen programmiert“, ließ der Chef der Frankfurter Firma „Zündwerk“ wissen. Pro Minute Lichteffekte eine Stunde, für jede Minute Funkenflug und Flammen eine halbe Stunde dauert allein fürs Programmieren. „Und wir waren diese Woche schon dreimal im Bunker“, lässt Fritsch erahnen, welch Aufwand hinter der „Metamorphosis of Lights“ steckt. Die Show sei schon was Besonderes, was Rares; ein Projekt, das erst wenige Male Zuschauer verzückt habe. Bei der multimedialen Show seien Licht und Pyroeffekte von gleichrangiger Bedeutung, bildeten Licht und Feuer Synergien, setzten jeweils Akzente, wenn gerade das andere in den Vordergrund gerückt sei. Die Effekte aus künstlichem, mit Strom gefüttertem bunten Schein hat der Licht-Designer Marc Brunkhardt konzipiert. Untermalt ist die Show von Musik, die Fritsch – auch noch Musiker – in Teilen selbst beigesteuert hat. Referenzen? Rhein in Flammen, Tag der Deutschen Einheit in Hessen. Noch war die Dunkelheit nicht übers Gartenschaugelände hereingebrochen, als zwar die sporadisch zuckenden Flammensäulen vom frühen Abend längst erloschen waren, dafür aber nun am Boden platzierte Scheinwerfer die Bäume entlang des Bachlaufs in Violett tauchten und die Dinos in eine gespenstische Szenerie rückten. Auf ungezählten Smartphones blieb ein Erinnerungsabbild. „Es wird am Schluss gewaltig krachen“, hatte Fritsch versprochen. So war es auch. Die eindrucksvolle Show ließ jedenfalls manch Besucher bewundernde Worte finden: „Ich hab’ schon einige Feuerwerke gesehen. So was noch nicht...“, lautete einer. |cha

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