Stadtleben
Wolfgang Misamer will einem Pfälzer Heimatverein gründen
Seit längerer Zeit stellt der Kaiserslauterer fest, dass die deutsche Sprache verkümmert, Begriffe mehr und mehr durch Anglizismen ersetzt werden. Um Beispiele ist er nicht verlegen, nennt „Sale“, „Sunshine- oder Moonshine-Shopping“, „Indoor“ und „Outdoor“ oder „Meetingroom“. „Die Gesellschaft verändert sich und mit ihr die Sprache.“ Das gelte auch für das Pfälzische.
Gleichzeitig stellt er fest, dass junge Leute wissbegierig auf das sind, was früher einmal war. „Wer kann mit dem Begriff „Tochtermann“ (Schwiegersohn) oder fünf Viertelstunden etwas anfangen?“ Neben der Pfälzer Mundart, liegen Wolfgang Misamer die Pfälzer Geschichte, Pfälzer Lebenselixier wie Essen und Trinken, Pfälzer Liedgut und Literatur, Pfälzer Fußball-Erinnerungen und Pfälzer Feste am Herzen. Als Lauterer in der fünften Generation und beruflich früher oft in Berlin unterwegs, hat er den Pfälzer Dialekt vermisst und unterwegs im Auto oft Pfälzer Mundart von Eugen Damm gehört. Auch wenn Heimatvereine in Bayern keine Seltenheit seien, hat er kein Vorbild für sein Vorhaben. „Doch je länger man wartet, Ideen in die Tat umzusetzen, desto mehr verlieren sie sich.“ Politische Interessen verfolgt er mit der Vereinsgründung nicht.
Wenn Wolfgang Misamer vom Pfälzer Dialekt spricht, dann schließt er die Vorderpfalz mit ein. Beim Stichwort Vorderpfalz gerät er ins Schwärmen. Spricht von einer Landschaft, an der man sich nicht genug satt sehen könne und von einem Frühstück bei Sonnenaufgang auf der Kleinen Kalmit. „Eine Schönheit, ein Naturerlebnis, das mich sprachlos macht.“ Vielleicht sei es auch die Coronazeit, die ihn bewogen hat, mit seinem Projekt jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen. Erste Interessenten für den Heimatverein „Pfälzer Löwe“ hätten sich bereits bei ihm gemeldet. Wer mitmachen will, kann sich per E-Mail (wolfgangmisamer@t-online.de) an ihn wenden. Ein erstes Treffen kann sich Wolfgang Misamer Ende Oktober, Anfang November vorstellen.