Kaiserslautern
Wolfgang Michael Sing beschließt Sommerbühnen-Reihe des Irish House
Viele alte Bekannte waren zum Auftritt des Kaiserslauterer Künstlers, der heute in Heidelberg lebt, gekommen. Aber nicht nur etwa diese, sondern auch viele Gäste, die offenkundig einfach „nur“ das Lokal an der Eselsfürth besuchten, zeigten sich bald interessiert an dem Konzert, unterbrachen sogar eigene Unterhaltungen, applaudierten. Anders als sonst oft bei Open-Air-Konzerten mit Gastro-Umfeld, hörten die meisten Besucher dann tatsächlich genau hin und zu.
Es lohnte sich ja auch, denn Sings Repertoire ist groß und abwechslungsreich, und die Qualität der Darbietungen des Berufsmusikers auf hohem Niveau. Sein Programm an diesem Abend reichte von weniger gängigen, seltener live gecoverten Hits (so etwa gleich der Opener „Sailing To Philadelphia“) bis zur Interpretation bekannter Titel wie „Message In A Bottle“ und „Free Fallin’“. Dazwischen gab es besondere Angebote vom aufgebohrten „Folsom Prison Blues“ bis zum bruchlosen Mashup von „Every Breath You Take“ und „Stand By Me“ – insgesamt über drei Stunden hinweg Ungezähltes an ebenso anspruchsvollen wie unterhaltsamen Beiträgen.
Eigene Songs am Start
Das war aber längst nicht alles, denn Sing kann nicht nur vorhandenes Material interpretieren (das dann oft ganz frisch und aufpoliert wirkt), sondern auch eigene Songs komponieren und diese dann nicht weniger effektiv und zuhörenswert auf einer Bühne vorstellen.
So stellte er von seinem letzten Album „And So It Goes“ etwa die Titel „One More Reason“ und „Nightshift“ vor. Diese und weitere präsentierte er – auch in der dann abgespeckten Irish-House-Version mit nur einer Gitarre und nur mit seiner Stimme, die im Übrigen auch in falsettnahen Höhen keine Schwierigkeiten im Ausdruck hatte – auch live wirkungsvoll und beeindruckend. Und das, obwohl die Stimmbänder an diesem Abend erkältungsbedingt „angeschlagen“ waren.
Songs, die Mut machen
Es sind übrigens sehr persönliche Lieder über Erinnerungen und Hoffnungen, gut gemachte Songs in ansprechender englischer Sprache zum Trost und zum Mutmachen, die dadurch dann auch textlich tragen. Selbst in der gelockerten Atmosphäre des Biergartens sorgten jene Kompositionen da für nachdenklichere Momente.
Ansonsten indes war die Stimmung konstant gelöst, hielten sie ermunternde Zurufe aus dem Publikum und launige Ansagen Sings zusätzlich zu den musikalischen Beiträgen bis zur Zugabe angenehm hoch. Was außer dem guten Gefühl noch blieb, ist eine eigentlich müßige Erkenntnis: Es müssen nicht immer die Riesenbühne und das große Equipment sein. Ein passionierter Bühnenmensch wie Wolfgang Michael Sing, ein stimmungsfördernder Ort wie der Irish-House-Biergarten mit ausreichender Bühne und nicht zuletzt ein dankbares Publikum reichen oft schon aus für ein gelungenes Konzert. Kein Wunder, dass die Planungen für die nächste Sommersaison vorort schon laufen.