Kaiserslautern Wohnung an der Theo-Barth-Halle bleibt

In der Diskussion um die Zukunft der Wohnung an der Theo-Barth-Halle in Erlenbach hat der Haupt- und Finanzausschuss gestern ein Machtwort gesprochen: Die Wohnung oberhalb der Gaststätte wird erhalten und saniert. Bemerkenswert: Oberbürgermeister und Finanzdezernent Klaus Weichel stimmte für den Abriss der Wohnung und damit auch gegen die eigene SPD-Fraktion.
Die fast geschlossene Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses für den Erhalt und Sanierung der Wohnung wurde getragen von Zweifeln, dass die vom Referat Gebäudewirtschaft ermittelten Kosten von 124.000 Euro für die Sanierung beziehungsweise von 30.000 Euro für den Abriss stimmen. Dem SPD-Sprecher im Haupt- und Finanzausschuss, Franz Schermer, schien die Erneuerung des Bads, das nicht mehr neuzeitlichen Anforderungen gerecht werde, mit 7500 Euro zwar noch als angemessen angesetzt, alle anderen Sanierungsbeträge allerdings als viel zu hoch. Beispielhaft verwies er auf 50 Euro für einen Quadratmeter Fußboden. Schermer stellte die Forderung auf, dass die städtische Bau AG mit ihrer Erfahrung auf dem Wohnungsmarkt die Sanierungskosten für die 85 Quadratmeter große Wohnung errechnet. Weitere Argumente, die für den Erhalt und die Sanierung der Wohnung sprachen: dass sich das Vorhandensein einer Wohnung günstig auf die Vermietbarkeit der derzeit ebenso wie die Wohnung leerstehenden Gaststätte auswirken könnte. Und: dass eine bewohnte Wohnung Einbrecher und Vandalen an der am Rande von Erlenbach gelegenen Halle abschrecken könnte. Schermer gab in der Diskussion auch zu bedenken, dass ein Abriss der Wohnung keinen Ertrag bringen würde, eine Sanierung der Wohnung aber auf Dauer sehr wohl. Beigeordneter und Baudezernent Peter Kiefer (FWG) stellte sich vor die Kostenberechnungen der Bauverwaltung für Sanierung beziehungsweise Abriss. Die Kosten seien überprüft worden. Wichtig sei für ihn, dass die Kosten so dargestellt seien, wie sie seien, nicht zu hoch und nicht zu niedrig. Der Vertreter der Grünen im Haupt- und Finanzausschuss, Holger Munderloh, erklärte, die Fraktion der Grünen tue sich schwer mit dem Abriss der Wohnung. Die Höhe der Sanierungskosten lasse den Schluss zu, dass über Jahrzehnte nicht in die Wohnung investiert worden sei. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Walfried Weber nährte die Auffassung, dass die Kostenberechnungen nicht stimmen können. Er betonte, dass ein Erhalt der Wohnung sinnvoll sei. Er schloss sich dem Vorschlag Schermers an, die Bau AG mit einer Kostenermittlung zu beauftragen. Oberbürgermeister Weichel begründete sein Eintreten für den Abriss der Wohnung mit der Gemeindehaushaltsverordnung, die die Kommune streng zum wirtschaftlichen Handeln verpflichte. Er könne in dem Erhalt der Wohnung kein wirtschaftliches Handeln erkennen. Argumente, wie die Vermietbarkeit der Gaststätte oder die soziale Randlage der Halle, spielten darin keine Rolle. Es gebe Mehrzweckhallen, die auch ohne Wohnung bewirtschaftet würden. Der Haupt- und Finanzausschuss folgte damit auch dem einstimmigen Votum des Ortsbeirats, die Wohnung zu erhalten. (rdz)