Kaiserslautern „Wissenschaftler sind oft begeisterte Brettspieler“
«Ramstein-Miesenbach.»Unter dem Titel „Ebbes spiele geht immer – Spiele in und aus der Pfalz“ organisiert Stefan Kehrer aus Hauptstuhl für Samstag, 7. Oktober, einen Spieletag im Mehrgenerationenhaus Ramstein-Miesenbach. Mit Redakteurin Astrid Böhm hat er über das Angebot dort und Spiele als Gehirntraining für alle Altersklassen gesprochen.
Hier in der Pfalz ist spieltechnisch wenig los, das soll sich ändern. Im Saarland – in Homburg ist das zum Beispiel der Verein Gedankenwelt – gibt es aktive Vereine, die solche Spieletage organisieren, in Kaiserslautern gibt es den auf Rollenspiele spezialisierten Karota, ansonsten muss man bis Mannheim oder Ludwigshafen fahren. Es soll also eine Lücke geschlossen werden. Und, hat die Pfalz gute Spieleerfinder hervorgebracht? Aber ja. Die Regionen kennen oft ihre eigenen Autoren nicht, obwohl die mittlerweile auf den Spielen draufstehen. Da ist etwa Stefan Stadler aus Rodalben. Dann die drei, die auch kommen werden: Fabian Zimmermann mit „Tiefe Taschen“ wohnt schon lange in Kaiserslautern; Klaus Geis aus Limburgerhof ist Pfälzer durch und durch und hat sein Spiel „Ebbes“, nach dem der Spieletag auch benannt ist, auch hier verortet; Germann Josse ist Autor von Pfalzbüchern, Professor in Worms und hat das Spiel „Wortschmiede“ erfunden. Außerdem kommt noch Manfred Keller, der hat zum Beispiel eine Carcassonne-Erweiterung mitentwickelt. Werden die Autoren dann ihre Spiele vorstellen? Ja, und man kann sie auch kaufen. Aber sie kennen sich auch bei anderen Spielen aus, können diese erklären oder vorstellen. Es wird im Erdgeschoss im großen Raum gespielt werden, aber man kann auch in kleine Räume ausweichen. Manche Spiele brauchen Ruhe, das kenne ich von der Messe in Essen. Beim Spieletag kann wirklich jeder was finden, eingefleischte Spieler, Kartenspieler oder auch nur Menschen, die an der Pfalz interessiert sind. Welche Spiele wird es denn geben? Ich kooperiere da mit der Bücherei, der ich auch helfe, eine Ludothek aufzubauen, also eine Bibliothek für Spiele. Mindestens 30 Spiele werden am Samstag angeboten. Ich mag generell Spiele, die leicht auf- und abzubauen sind und einfache Regeln haben. Was ja nicht heißt, dass sie nicht trotzdem komplex sein können wie Schach. Kartenspiele bieten sich da an oder das in der Pfalz gespielte Würfelspiel „Sianx“. Ich weiß aus meiner Erfahrung, wie es werden soll, und will auf größtmögliche Flexibilität achten. Dass verschiedene Spiele möglich sind, Ein- und Aussteigen. Es wird auch genügend Menschen geben, die Spiele erklären können. Sie selbst sind 38 Jahre alt. Was entgegnen Sie Menschen, die meinen, Spiele seien nur etwas für kleine Kinder? Brett- und Kartenspiele sind eigentlich wie Computerspiele: Sie können Fähigkeiten trainieren. Das gilt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Nicht von ungefähr sind ja häufig Wissenschaftler versierte und begeisterte Brettspieler. Also Spaß und Gehirntraining. Ja. Bei mir steht das nicht im Vordergrund, aber es ist gut, dass es so wirkt. Und das ist auch bei neuen Spielen immer noch spannend? Wird es nie langweilig? Nein! Es gibt ja so viele Kombinationen von Spielprinzipien. Ein Trend sind zurzeit Legacy-Spiele, bei denen man im neuen Spiel von da aus weiterspielt, was vorher erreicht wurde. Bei „Risiko Evolution“ stehen dann zum Beispiel schon Städte. Kooperative Spiele sind auch im Kommen. Das Spiel ist nicht totzukriegen. Auf der Messe in Essen werden schließlich jedes Jahr mehr als 1000 Spiele vorgestellt, auch wenn da Erweiterungen und Neuauflagen mitgezählt sind. Und was ist mit Computerspielen? Das ist ja kein Widerspruch. Brettspiele werden immer öfter auch mit Computer kombiniert, etwa wenn es um den Verwaltungsaufwand geht. Dann gibt es zum Beispiel eine App zur Unterstützung. Oder eine App erklärt das Spiel. Es gibt da viele Möglichkeiten. Ich überlege auch, ob ich noch ein paar Erklärvideos auf mein Tablet lade für Samstag. Aber es werden auf jeden Fall genug Leute zum Erklären da sein. Termin Der Spieletag findet am Samstag, 7. Oktober, von 10 bis 20 Uhr im Mehrgenerationenhaus (MGH) Ramstein-Miesenbach, Landstuhler Straße 8a statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Getränke verkauft das MGH. Mehr Informationen gibt es im Internet auf ebbesspielen.spiellokal.de.