Kaiserslautern „Wir treten für die Rechte der Kinder ein“

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Das kann doch nicht sein, stellt Lothar Bihy fest. Der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Kaiserslautern − Kusel ergreift Partei gegen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Mainz, die dafür gesorgt hat, dass einer Oberärztin im Westpfalz-Klinikum die Ermächtigung zur Versorgung neurologisch erkrankter, gesetzlich versicherter Kinder entzogen wurde (wir berichteten mehrfach).

Es versteht sich von selbst, dass der Kinderschutzbund auf der Seite der rund 400 betroffenen Kinder stehe. Wenn von heute auf morgen die Versorgung kranker Kinder gekappt wird, wenn die KV den Eltern keine andere Alternative anbieten könne, als zu einem Arzt irgendwo im ganzen Land zu fahren, wenn dazu noch nicht einmal sichergestellt sei, dass die sogenannten Alternativ-Ärzte auch zeitnah Termine anbieten könnten, dann sei das mit Sicherheit ein Fall für den Kinderschutzbund, konstatierte Bihy. „Wir treten für die Rechte der Kinder ein“, bekräftigte der Vorsitzende. Der Kinderschutzbund wolle sich mit den Eltern und ihren kranken Kindern solidarisch erklären. Bihy will sowohl an die Kassenärztliche Vereinigung als auch an den Berufungsausschuss schreiben, der im Oktober endgültig über den Entzug der Ermächtigung entscheiden wird. Bihy fragt sich darüber hinaus, wieso die Oberärztin Dagmar Dundurs über Jahre die Ermächtigung erhalten habe, wenn die Handhabung gegen geltendes Recht verstoße. Die KV hatte sich auf ein Urteil berufen, das vom Bundessozialgericht gesprochen worden war. „Hat die KV dann über Jahre hinweg gesetzwidrig gehandelt?“, fragt sich Bihy, wenn die Ermächtigung bisher zumindest geduldet wurde. Er hält es für richtig, die Ermächtigung wenigstens so lange zu erteilen, bis sich eine andere Lösung finde. Die Alternative müsse auf jeden Fall kinder- und elternfreundlich sein. Wie berichtet hat Dagmar Dundurs jahrelang Kinder mit neurologischen Erkrankungen behandelt. Dazu wurde ihr von der KV die Ermächtigung alle zwei Jahre aufs Neue erteilt. Seit 2006 wird verlangt, dass Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, die neurologisch behandeln, die Zusatzqualifikation „Neuropädiatrie“ vorweisen können. Diese Schwerpunktbezeichnung hat Dundurs nicht. Im Sommer erhielt sie zwar vom Zulassungsausschuss für Ärzte in der Pfalz eine weitere Ermächtigung auf zwei Jahre, die ihr jedoch nach dem Widerspruch der rheinland-pfälzischen KV wieder entzogen wurde. Rund 40 Eltern wehren sich nun dagegen; auch 30 niedergelassene Kinderärzte aus Stadt und Landkreis Kaiserslautern sowie der Südwestpfalz haben für Dundurs Partei ergriffen. (ita)

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