Kaiserslautern „Wir müssen kaltschnäuziger sein“
Keine frühen Gegentore und die Torchancen verwerten, mit diesen Vorsätzen ist die U23 des 1. FC Kaiserslautern gestern gen Ulm gestartet. Heute um 19 Uhr trifft sie auf den SSV und will „den Bock umstoßen“.
„Die Stimmung ist besser, als es der Tabellenstand vermuten lässt“, sagt Trainer Hans Werner Moser, den optimistisch stimmt, dass Tino Schmidt und Johannes Hofmann wiedergenesen sind. Und dann war da noch die „gute, lange Trainingswoche“, in der der Coach versuchte, die Abwehr zu stabilisieren – „das war zuletzt schon besser, leider mit einer Ausnahme beim TSV Steinbach“ – und die Verwertung der Torchancen zu verbessern. „Wir erarbeiten und erspielen in jedem Spiel unsere Torchancen, aber wir müssen kaltschnäuziger sein, es einfach nicht so kompliziert machen“, sagt Moser, der weiß, dass in der Liga alle Teams auf Augenhöhe sind. „Alle wehren sich mit allem, was sie haben, das müssen wir auch tun. Wir müssen schneller lernen, Fehler minimieren. Wir versuchen, in Ulm den Anfang zu machen“, gibt er als Ziel aus. Nach der Trainingseinheit am frühen Nachmittag saß das Team im Bus, heute steht noch eine kurze Einheit in Ulm auf dem Programm, „Beine ausschütteln, aktivieren“. Die letzte Begegnung mit dem Wiederaufsteiger, der zwei Jahre in der Oberliga verbracht hat, liegt fast zweieinhalb Jahre zurück. Damals war Konrad Fünfstück noch Trainer der FCK-Amateure. Alexander Bugera, jetzt U17-Trainer, stand als Kapitän auf dem Platz, Michael Schindele hielt wie heute die Abwehr zusammen, Sebastian Jacob schoss zwei Tore, Julian Pollersbeck hütete das Tor. 4:1 gewann der FCK damals, auf dem Betzenberg hatte er das Team aus Baden-Württemberg zuvor mit 2:0 besiegt. Das letzte Mal, dass der SSV Ulm gegen Kaiserslautern II gewann, liegt fast vier Jahre zurück. 3:2 endete die Partie damals. Doch in dieser Saison ist alles anders. Ulm ist gut in die Runde gestartet, liegt mit 13 Punkten aus acht Spielen auf Platz sechs der Tabelle, während der FCK in sieben Spielen gerade einmal fünf Punkte gesammelt hat. Während der FCK an einer 0:1-Niederlage beim TSV Steinbach zu knabbern hat, hat Ulm nach seiner 1:2-Niederlage gegen den Tabellenführer Elversberg Protest eingelegt. Das Spiel war länger unterbrochen worden, weil der Schiedsrichter von einem Feuerzeug aus dem Elversberger Fanblock getroffen worden war. Moser hat sein Team vor Ulm gewarnt, das „sehr unglücklich verloren“ hat. Er ist trotzdem optimistisch, dass es gelingt, „den Bock umzustoßen“, sagt Moser, der ohne Unterstützung aus dem Profikader nach Baden-Württemberg gereist ist. Benjamin Reitz (18) wird zwischen den Pfosten stehen. Auf der Bank sitzt U19-Torhüter Lennart Grill (17). „Wir sind guter Dinge, die Mannschaft ist gut drauf, hat gut gearbeitet. Wir werden nach der Enttäuschung einen neuen Anlauf nehmen. Irgendwann werden wir uns belohnen.“ |huzl