Kaiserslautern „Wir hatten ein tolles Publikum“

Ausgelassene Stimmung herrschte bei den Ramsteiner Sommernächten, hier beim kubanischen Abend.
Ausgelassene Stimmung herrschte bei den Ramsteiner Sommernächten, hier beim kubanischen Abend.

Die Ramsteiner Sommernächte sind mittlerweile eine feste Größe im Kulturprogramm der Westpfalz. Die vierte Ausgabe der Reihe war wieder ein großer Erfolg, wenn auch die Macher vom Haus des Bürgers mit dem Wetter ein wenig Pech hatten. Im Gespräch mit RHEINPFALZ-Mitarbeiter Walter Falk bilanzieren die Geschäftsführer Andreas Guhmann und Burgel Stein die gerade abgelaufenen Sommernächte.

Frau Stein, Herr Guhmann, wie zufrieden sind Sie mit den diesjährigen Sommernächten?

Guhmann: Petrus hat uns in diesem Jahr schon etliche Male einen Strich durch die Rechnung gemacht. Lediglich an drei Abenden hatten wir durchgängig gutes Wetter. Stein: Bei der irischen Nacht hatten wir sogar echt „irisches Wetter“, und trotzdem kamen zwischen 500 und 600 Leute. Bei der mexikanischen Nacht war das Wetter sogar so mies, dass wir die Veranstaltung in unser Restaurant verlegen mussten. Trotzdem war es ein wunderbarer Abend. Nächstes Jahr planen wir das Wetter dann auch noch. Andreas kriegt dann einen langen Wolkenschieber in die Hand gedrückt. Mit dem Besuch können Sie trotzdem zufrieden sein? Guhmann: Ich schätze, dass insgesamt fast 6000 Besucher zu unseren sieben Veranstaltungen kamen. Am besten besucht war die italienische Nacht mit 1200 Gästen. Das Publikum in Ramstein ist ja bunt gemischt. Guhmann: Wir haben über 70 Nationalitäten in Ramstein. Da kommt schon ein munteres, bunt gemischtes Völkchen zusammen. Besonders die Besucher aus dem karibischen Raum haben ordentlich für Stimmung gesorgt und fleißig getanzt. Aber auch viele Amerikaner waren bei allen Konzerten dabei. Stein: Überhaupt hatten wir ein tolles Publikum, mit dem die Veranstaltungen auch Spaß gemacht haben. Welche Veranstaltung kam am besten an? Stein: Das ist ganz unterschiedlich. Den einen gefällt die brasilianische Musik, anderen wiederum der jamaikanische Reggae. Luigi Botta mit seinen italienischen Klassikern ist natürlich jedes Jahr eine Bank. Guhmann: Wir wollen aber nicht nur auf den Mainstream setzen. Ganz bewusst wollen wir unsere Besucher auch mit Musik aus weniger bekannten Ländern konfrontieren. Wir wollen unser Publikum ja mit den unterschiedlichsten Musikkulturen vertraut machen. Man hat aber zuweilen den Eindruck, dass sich ein Großteil des Publikums gar nicht so sehr für die Musik interessiert. Stein: Das ist in Ordnung so. Wir bieten ja mit den Sommernächten nicht nur eine konzertante Veranstaltung, bei der die Zuhörer ruhig sitzen und zuhören. Das wollen die Leute gar nicht. Es ist ja den ganzen Abend über ein stetiges Kommen und Gehen. Guhmann: Jeder kann kommen und gehen, wann und wie er will. Für die meisten verbindet sich der Abend mit Urlaubsfeeling. Man trifft Bekannte, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, und kommt automatisch mit ihnen ins Gespräch. Die Musik läuft da eben im Hintergrund mit. Man will auch nicht nur ruhig sitzen bleiben, mal rumlaufen und sich das ganze Geschehen aus verschiedenen Standpunkten anschauen. Stein: Viele fragen auch immer schon: Was gibt es am Freitagabend zu essen? Die kulinarischen Spezialitäten aus den jeweiligen Ländern, seien es mexikanische Tortillas, italienische Antipasti oder Irish Stew, kamen bei unserem Publikum bestens an. Ein ganz hohes Lob möchte ich dabei unserem gastronomischen Leiter Martin Umla machen. Der hat sich wieder unglaublich viel Mühe gegeben. Dann hatten wir auch jeweils die entsprechenden Cocktails im Angebot, die auch gut ankamen. Jede Woche gab es was ganz Besonderes. Das gehört auch zum Urlaubsfeeling. Wie sieht es mit dem lieben Geld aus? Lohnt sich der Aufwand für Ihr Haus? Guhmann: Die Ausgaben für die Gagen der Musiker betragen insgesamt so zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Hinzu kommen die überaus teuere Gema, Hotelkosten, das riesige Equipment und Catering. Zum Glück greifen uns die Stadtwerke gehörig unter die Arme. So kann man sagen: Die Sommernächte tragen sich im Großen und Ganzen von selbst. Wie kamen Sie überhaupt zu der Idee mit den Sommernächten? Guhmann: Ursprünglich war unsere Idee: Ein Jahr vor dem Rheinland-Pfalz-Tag stellen wir mal vor, was die Leute am Rheinland-Pfalz-Tag so alles erwartet. Dann aber wurden wir regelrecht überrannt. Stein: Wir erwarteten höchstens 200 bis 300 Besucher. Doch dann kamen gleich tausend. Und wir hatten lediglich einen einzigen Bierstand. Wir wurden regelrecht überrollt. Mittlerweile sind wir mit zwei Bierständen, einem Weinstand und einer Cocktailbar bestens darauf eingerichtet. Und wie geht’s 2018 weiter? Stein: Ideen haben wir genug im Kopf. Uns wird’s nie langweilig. Verraten wollen wir aber noch nichts. Ein bisschen Spannung soll ja noch bleiben. | Interview: Walter Falk

Ziehen Bilanz: Burgel Stein (links) und Andreas Guhmann.
Ziehen Bilanz: Burgel Stein (links) und Andreas Guhmann.
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