Kaiserslautern „Wir bemühen uns nach Kräften“

„Was sollen wir machen?“ Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landes in Mainz könne nicht gegen geltendes Recht verstoßen, indem sie die Kinderärztin im Westpfalz-Klinikum, Dagmar Dundurs, weiterhin mit der Versorgung neurologisch erkrankter Kinder ermächtige. Wie mehrfach berichet hatte sie die Kinder über Jahre hinweg behandelt. Die Elterninitiative gibt sich weiterhin kämpferisch: Sprecherin Sylvia Weis und ihre Mitstreiterin Yvonne Schwarz haben in wenigen Tagen 1000 Unterschriften gesammelt.
Sicherlich sei es eine größere Belastung für die Eltern, wenn sie vor Ort keinen Neuropädiater hätten, zu dem sie ihre Kinder zur Untersuchung bringen könnten, erklärte gestern Rainer Saurwein, Leiter Kommunikation der Kassenärztlichen Vereinigung in Mainz. Es gebe jedoch von der KV ermächtigte Stellen, etwa in Frankenthal, Idar-Oberstein, Ludwigshafen oder Homburg. Darüber hinaus „bemühen wir uns nach Kräften, einen Arzt mit der Zusatzqualifikation Neuropädiatrie zu kriegen, der sich in Kaiserslautern niederlässt“, erklärte Saurwein. Alle Neuropädiater, die die KV kenne, würde deswegen angesprochen. Der KV-Sprecher erklärte weiter, der Berufungsausschuss, in dem Ärzte, Kassenvertreter und ein Richter sitzen, habe die Bedenken der KV geteilt und sich der Rechtsauffassung des Bundessozialgerichts angeschlossen. Jahrelang habe der Zulassungsausschuss, dem Ärzte und Kassenvertreter angehören, Dagmar Dundurs zu der ambulanten Behandlung ermächtigt, doch nach dem Gerichtsurteil sei das nicht mehr vertretbar gewesen. Deshalb habe die KV der erneuten Ermächtigung im Sommer widersprochen und den Fall an den Berufungssausschuss weitergeleitet. Der KV „wäre nichts lieber“, als wenn Dundurs die Qualifikation hätte und die Kinder weiter behandeln könnte, stellte Saurwein fest. Doch ohne den Neuropädiatrie-Schein sei das nicht möglich. Das Zertifikat, mit dem Dundurs von der Deutschen Gesellschaft für Neurophysiologie ermächtigt ist, beispielsweise Neuropädiater am EEG-Gerät auszubilden, hilft in dem Fall nicht weiter. „Uns sind die Hände gebunden. Wir müssten gegen Recht und Gesetz verstoßen“, so der KV-Sprecher. „Wir versuchen alles mögliche, jemanden dafür zu begeistern, diese Tätigkeit in Kaiserslautern auszuüben.“ Wann das sein werde, konnte Saurwein nicht sagen. Sylvia Weis und Yvonne Schwarz, zwei betroffene Mütter, setzen inzwischen alle Hebel in Bewegung, um weiterhin mit ihren Kindern zu Dagmar Dundurs gehen zu können. In wenigen Tagen haben sie bisher etwa 1000 Unterschriften gesammelt, die sie an den Bürgerbeauftragten des Landes, Dieter Burgard, übergeben wollen. Die Unterschriftenaktion läuft weiter. (ita)