Was Bürger ärgert RHEINPFALZ Plus Artikel Wieso die Stadt Ampeln nicht besser an Baustellen anpassen kann

Ampelschaltungen umzuprogrammieren ist mit einigem Aufwand verbunden und nicht mit einem Mausklick zu erledigen, erklären die zu
Ampelschaltungen umzuprogrammieren ist mit einigem Aufwand verbunden und nicht mit einem Mausklick zu erledigen, erklären die zuständigen Stadtmitarbeiter.

„Ist es in Kaiserslautern nicht möglich, Verkehrsampeln wegen Baustellen den geänderten Verkehrsströmen entsprechend anzupassen?“, fragt RHEINPFALZ-Leser Marian Zapala. Die Ampel-Fachleute vom Referat Tiefbau erklären, wieso das meistens nicht ohne größeren Aufwand funktioniert.

„Mir leuchtet nicht ein, dass Fahrspuren, welche in eine gesperrte Straße führen, immer noch eine eigene Grünphase haben. Dadurch bilden sich unnötige Rückstaus vor den Ampeln“, schildert Zapala seine Beobachtungen an einer Baustelle im Stadtgebiet. Schließlich seien angeblich alle Ampeln in Kaiserslautern über einen Zentralrechner gesteuert, „und dann sollte doch eine Umstellung einfach durchzuführen sein“. Er schreibt: „Wird etwas nicht gemacht, gibt es zwei mögliche Ursachen: Man kann es nicht (mangelnde Kenntnisse) oder man will es nicht.“

Jörg Ratasewitz und Patrick Wagner vom Referat Tiefbau erklären die Situation auf Anfrage der RHEINPFALZ. Die beiden sind in der Abteilung Verkehrstechnik für die Ampeln – in der Fachsprache Lichtsignalanlagen – zuständig. Sie erläutern, dass jede der 109 Ampeln in der Stadt ihren eigenen Signalablauf hat, wann für welchen Verkehrsteilnehmer „Grün“ angezeigt wird. „Dieser Ablauf wird von uns ausgearbeitet, anschließend von der Straßenverkehrsbehörde geprüft und schließlich an ein Fachbüro zur Programmierung übergeben“, erläutert Ratasewitz. Bis die Schaltung fürs Steuergerät der Ampel fertig ist, könne es einige Wochen dauern. Er sagt: „Das kostet viel Zeit und Geld.“ Auch, weil es für diese sehr spezielle Aufgabe nur wenige Fachbüros gebe.

Ampelschaltungen sind eine sehr komplexe Materie

Bei einigen wenigen festzeitgesteuerten Ampeln, deren Signale nach bestimmten Zeiten umspringen, könnten die Techniker der Stadt am Steuergerät der Ampel die Zeiten noch selbst umstellen. Allerdings ist die Mehrzahl der Ampeln in der Stadt verkehrsabhängig gesteuert und reagiert auf Verkehrsströme, die via Induktionsschleifen erfasst werden. Dabei sind die Signalphasen so komplex, dass spezialisierte Ingenieurbüros sie programmieren und auf die Steuerungsgeräte aufspielen müssen. Wagner: „Für eine Baustelle, die nur wenige Tage oder Wochen besteht, ist der Aufwand also zu hoch.“

Wenn der Verkehr baustellenbedingt ganz anders über eine Ampelkreuzung geführt werden muss, würden aus Kostengründen oft eher sogar die fest installierten Ampeln ausgeschaltet und durch provisorische Baustellenampeln ersetzt, erläutert Wagner. Nur bei wirklich langfristigen Baustellen werde die Schaltung geändert. Zumal die Änderungen ja oft mehrere Kreuzungen und Ampelanlagen betreffen.

Verkehrsrechner steuer keine einzelnen Ampeln

Ratasewitz räumt noch mit dem Mythos auf, dass der zentrale Verkehrsrechner die Ampeln in Kaiserslautern steuert. Zwar sind tatsächlich 95 Prozent der Lichtsignalanlagen daran angeschlossen, allerdings können über den Rechner lediglich die zuvor zur Schaltung der Ampeln gespeicherten Signalprogramme (etwa für Morgen- und Abendspitze sowie Wochenenden) gesteuert und der Betriebszustand der Anlagen überwacht werden (etwa ob eine Störung vorliegt).

Mehr zum Thema „Ampeln in Kaiserslautern“ gibt’s hier zu lesen – unter anderem, warum es die grüne Welle nicht wirklich gibt.

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