Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wieder Leben auf dem Schillerplatz

14 Ahorn-Bäume wurden gepflanzt, nur der Leo-Erb-Brunnen plätschert noch nicht.
14 Ahorn-Bäume wurden gepflanzt, nur der Leo-Erb-Brunnen plätschert noch nicht.

Pünktlich zum Start in der Außengastronomie präsentiert sich der Schillerplatz in neuer Optik. Von Grund auf saniert und technisch erschlossen ist er bereit für Feste, Veranstaltungen und Flaneure. Seine Gestaltung ist Teil des Projektes „Neue Stadtmitte“.

„Der Schillerplatz ist richtig toll geworden“, lobt Baudezernent Peter Kiefer. Aus seinem Büro im Rathaus sieht er jeden Tag auf den neugestalteten Platz und damit auf einen der ersten großen Bauabschnitt des Projekts „Neue Stadtmitte“. Neben dem Schillerplatz gehören dazu noch die Schillerstraße und der Bereich vom Altenhof bis zur Schneiderstraße. Rund zwei Millionen Euro haben die Bauarbeiten gekostet, so Kiefer. Die Maßnahme ist Bestandteil des Stadtumbauprogramms „Aktives Stadtzentrum Kaiserslautern“, das zu 80 Prozent durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert wird.

Die Baumaßnahmen in der Innenstadt bei laufendem Betrieb habe einer Operation am offenen Herzen geglichen, fasst Kiefer zusammen. Der Anlieferverkehr habe in dieser Zeit sichergestellt werden müssen und auch der Fußgängerverkehr habe immer möglich sein müssen. Die Arbeiten seien daher mit dem kleinstmöglichen Gerät unter sehr beengten Bedingungen ausgeführt worden. Und das Ergebnis lasse sich sehen, ist Kiefer überzeugt: „Der Platz wird unser Stadtbild die nächsten 30, 40 Jahre prägen“.

Schillerplatz von Grund auf saniert

Ziel der Baumaßnahme war es, den Schillerplatz von Grund auf zu sanieren und für Veranstaltungen, wie beispielsweise den Weihnachtsmarkt, auszurüsten. Gleichzeitig soll er Stellfläche für die angrenzende Gastronomie bieten und als barriere- und stolperfreie Flaniermeile dienen, umreißt Kiefer die Funktionen eines klassischen Platzes.

Dank einer technischen Erschließung verfüge der Schillerplatz nun über acht eingebaute Senk-Elektranten, an denen bei Bedarf Strom entnommen werden kann sowie über fünf Unterflurwasserentnahme-Möglichkeiten. Beim Aufbau des neuen Platzes sei zudem ein Glasfaserrohrsystem verlegt worden, das nun einen schnellen Internetanschluss möglich mache. Rund um den Platz gebe es eine energiesparende LED-Beleuchtung. Das helle Pflaster, das auf dem Platz verlegt wurde, habe eine schmutzabweisende Funktion und sei gut zu reinigen, betont Kiefer. Weiter gebe es eine zeitgemäße Möblierung mit Bänken.

Planung begann im Jahr 2016

Die Planungen für die Neugestaltung des Areals haben schon im Juni 2016 begonnen, erinnert Kiefer. Im Februar 2017 seien die Planungen im Gestaltungsbeirat vorgestellt worden, der Stadtrat habe im selben Jahr den Beschluss zum Ausbau getroffen.

Im März 2018 schließlich gab es eine Anliegerversammlung, auf der die Anwohner über die Baumaßnahme und die Kosten, die dabei auf sie zukommen, informiert wurden. „Leider hat es sich bei einigen in den Köpfen festgesetzt, dass die Anwohner die Sanierung des Schillerplatzes bezahlt haben. Das stimmt aber nicht“, betont Kiefer.

Die Anwohner rund um den Schillerplatz trügen auf einem 4,5 Meter breiten Streifen vor ihrer Immobilie 70 Prozent der Ausbaukosten, wie Kiefer schildert. Die übrigen 30 Prozent für diesen Streifen werden durch die Stadt und Zuschüsse des Landes finanziert. Die übrige Fläche des Platzes werde allein von Stadt und Land finanziert. „Die Anwohner zahlen nicht den Platz, nicht den Brunnen und nicht die Bänke“, verdeutlicht der Baudezernent. Während der Baumaßnahmen habe immer ein guter und enger Kontakt zu den Anwohnern bestanden. Die Beschwerden über die Baumaßnahmen hätten sich sehr in Grenzen gehalten.

Doch bevor die ersten Arbeiten überhaupt beginnen konnten, stand die Ausschreibung der Baumaßnahme im Jahr 2018 an – die prompt zweimal erfolgen musste. Bei der ersten Ausschreibung habe der Kostenvoranschlag rund 50 Prozent über den geplanten Kosten gelegen und sei viel zu teuer gewesen, berichtet Kiefer. Die erneute Ausschreibung Ende 2018 habe dann günstigere Ergebnisse gebracht.

Im April 2019 ging es los

Im Februar 2019 seien die Arbeiten schließlich an das Bauunternehmen Müller aus Enkenbach vergeben worden. „Die haben gute Arbeit geleistet“, lobt Kiefer. Die Baumaßnahme war in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Los ging es im April 2019 in der Schillerstraße vor dem Eiscafé Dolomiten. Die Arbeiten in diesem Abschnitt seien bis Oktober 2019 beendet worden. Von November 2019 bis Februar 2020 wurde der Bereich Am Altenhof saniert. Von März 2020 bis Mai 2021 begann dann der letzte Bauabschnitt: der Schillerplatz.

„Wir haben den Platz von Grund auf saniert und bis in eine Tiefe von 60 Zentimeter neu aufgebaut“, berichtet Kiefer. Dabei wurde die Entscheidung getroffen, die elf Platanen, die den Schillerplatz umstanden haben, zu fällen. Die Bürgerinitiative „Stadt für Alle“ kritisiert diese Entscheidung bis heute – genau so wie die Bänke, die weder eine Rückenlehne aufwiesen noch ergonomisch geformt seien. „Die Bäume zu retten wäre mit einem immensen Aufwand verbunden gewesen und es hätte keine Erfolgsgarantie gegeben, dass es auch klappt“, hält Kiefer entgegen. Die Bänke wiederum passten optisch zum Platz, an dessen Ausgestaltung von Anfang an der Gestaltungsbeirat beteiligt gewesen sei.

Statt der elf Platanen stehen nun 14 Ahorn-Bäume auf dem Schillerplatz, die klimaresistent seien, keine Früchte verlören und für Allergiker geeignet seien. Am Altenhof wurde ein weiterer Baum gepflanzt. „Der Schillerplatz fügt sich gut in das Stadtbild ein“, ist Kiefer überzeugt.

Was noch ausstehe, sei die Sanierung des Leo-Erb-Brunnens. Die Arbeiten daran sollen als nächstes beginnen. Unabhängig davon könne der Schillerplatz aber bereits genutzt werden.

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