Kaiserslautern Wieder ein wenig erwachsener

Die Gamescom in Köln ist das große Branchentreffen für Spieleverlage, Spieleentwickler und – natürlich – für Spieler. Noch bis Samstag dreht sich in den Hallen der Messe alles um Games. Auch die Kaiserslauterer Spielemacher waren dort – allerdings nicht zum Zocken oder mit einem eigenen Stand, sondern um im sogenannten Business-Bereich Geschäfte zu machen.
Wo trifft man die drei Kaiserslauterer auf einer Spielemesse mit über 300.000 Besuchern? Am Buffet beim Empfang von Game-up! Rheinland-Pfalz am Messestand des Game-Bundesverbands. Dort lädt sich Sascha Vogel am Dienstagabend ein paar Häppchen auf seinen Teller. Ein ereignisreicher Tag liegt hinter ihm und seinen Partnern Artur Bäcker und Andreas Angel. Von Anfang an: Am ersten Tag der Gamescom, traditionell nur für Fachbesucher und Journalisten geöffnet, hatte das Trio von Grimbart Tales gleich mehrere wichtige Termine. Unter anderem bei einem namhaften und weltweit vertretenen Videospielehersteller. Vogel: „Einem Vertreter des Unternehmens durften wir unser Spiel zeigen. Da waren wir die ganze Zeit schon ziemlich nervös.“ Schon vor Wochen sei der Termin vereinbart worden, man habe gezielt darauf hingearbeitet: Businessplan aktualisiert, Design-Dokumente auf den aktuellen Stand gebracht und eigens einen aufwendigen Clip angefertigt, um dem Manager bewegte Bilder zeigen zu können. „Da haben wir einige Nächte durchgeschuftet“, erinnert sich Angel. Das Gespräch selbst sei erfreulich verlaufen, das Spiel und die Grafik gefielen dem Manager. Einzig beim Thema Finanzierung „ist unsere Vorstellung fast gekippt“ (Vogel). Man habe eben keinen Geldgeber vorzuweisen, der nach Bedarf Geld zuschießt. „Das war so ein bisschen unsere Hoffnung“, sagt Vogel, „dass die Firma uns vielleicht unter Vertrag nimmt.“ Man habe sich auf andere Hilfe geeinigt. Vogel: „Wir müssen das so schwammig ausdrücken, denn noch ist nichts unterschrieben.“ Wenn alles unter Dach und Fach ist, wollen die drei Gründer Ross und Reiter nennen. Bäcker und Vogel waren gemeinsam beim Termin im Business-Center der Gamescom, dem Bereich der Herstellern, Entwicklern und Journalisten zugänglich ist. Angel hat gewartet. Nachdem sie fast eine Stunde „Auge in Auge“ mit einem Mann gesprochen hätten, der seit Jahrzehnten die Videospielelandschaft mit seinen Entscheidungen präge, fühlt Bäcker sich „wieder ein bisschen mehr erwachsen.“ „Alles in allem sind wir sehr zufrieden“, sagt Vogel, „allein die Rückmeldung des Profis, dass ihm ,Itorah’ gefällt, ist für uns wichtig.“ Nachmittags stand ein Gespräch mit der Politik an. Initiiert von Game-up! Rheinland-Pfalz kamen im Pressezentrum Nord der Messe rheinland-pfälzische Spielefirmen und die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Daniela Schmitt, zusammen, um über die aktuellen Probleme und Themen in der Computer- und Videospielebranche zu sprechen. Unter anderem stand die Förderung von jungen Entwicklerteams auf dem Tapet. Vogel: „Da wird sich was tun. Andere Länder machen’s deutlich besser als Deutschland.“ Immerhin habe man ein konstruktives Gespräch mit der Ministerin geführt. Dienstagabend ging’s noch zum Game-up!-Empfang und anschließend zum Feiern in die Stadt. Wirtschaft Info Der aktuellste Teaser-Trailer, der Lust auf das fertige Spiel machen soll und einen Eindruck von der Grafik gibt, ist unter https://www.youtube.com/watch?v=2N_L06BO9Tg zu finden. Alternativ: bei Youtube nach „Grimbart Tales“ suchen.