Betze-Geflüster
„Wie damals bei der U23“
Wenn seine Spiele mit dem FC Magdeburg rum sind, schnappt sich Leon Bell Bell sofort ein Handy und schaut nach, wie der FCK gespielt hat. Den Deutsch-Kameruner verbindet noch viel mit dem Verein, bei dem er groß geworden ist. Er hält seine Trikots aus der Jugend in Ehren, hat jede Menge Fotos aus der Zeit. „Ich habe mein Abi dort gemacht, viel gelernt, wichtige Schritte gemacht für meine fußballerische Karriere. Es war eine schöne Zeit.“
Mit Mitspielern von damals hat er noch regelmäßig Kontakt und freut sich darauf, sie wiederzusehen. An dem Ort, der sein neuer Arbeitsplatz geworden ist. „Magdeburg ist okay. Ich habe mich gut eingelebt. Der FC hat eine gute Mannschaft, ich verstehe mich mit allen und freue mich, hier zu sein.“
Ein, zwei Spieler kannte Leon Bell Bell schon, als er nach Sachsen-Anhalt kam. Marcel Costly zum Beispiel, der wie er zuvor bei Mainz 05 war. Und dann ist da noch Manfred Osei Kwadwo, mit dem er praktisch beim FCK aufgewachsen ist. „Manni und ich kennen uns aus der Kindheit im Verein“, sagt Bell Bell. Klar, dass er dann gleich einen Verbündeten in Magdeburg hatte. „Wir wohnen relativ nah beieinander, machen auch oft privat was zusammen.“
Die Zeit in der Pfalz, auf dem Fröhnerhof, bei den kleinen Roten Teufeln, hat sie zusammengeschweißt und ist auch für den inzwischen 23-jährigen Bell Bell eine ganz besondere gewesen. „In Kaiserslautern habe ich die meiste Zeit in meiner Jugend verbracht. Es ist der Verein, bei dem ich am längsten war“, sagt der Linksfuß, der in Hanau geboren und mit zwei Brüdern aufgewachsen ist, die ebenfalls Talent haben. Max (19) ist bei der U19 von Kickers Offenbach im Kader, spielt wie er damals A-Jugend-Bundesliga. Sein großer Bruder Masse (25) ist Mittelstürmer beim SC Hessen Dreieich in der Hessenliga.
Beim FCK hat Leon Bell Bell die ersten Erfahrungen im Herrenbereich gesammelt, hat Erfolge mit der U19 gefeiert, sich bei der damaligen U23 langsam nach oben gearbeitet. Ein paar Fußballer, mit denen er damals in der Jugend zusammengespielt hat, stehen heute bei der Profimannschaft auf dem Platz, Carlo Sickinger, Florian Pick, Christian Kühlwetter, Janik Bachmann ... Bell Bell freut sich auf ein Wiedersehen mit ihnen.
Und auf Erinnerungen an die Zeit, die ihn so geprägt hat. Was er mitgenommen hat aus Kaiserslautern? „Mentalität, Kampf und Wille, viel Herzblut“, wie wichtig das ist, hat er in der Pfalz gelernt. Gunther Metz und Stefan Meißner, seine Trainer in der U19 und U17, haben ihn geprägt und ihm viel beigebracht, sagt Bell Bell. „Gunther Metz war ab und zu bei ein paar Spielen dabei. Viele Trainer verfolgen die Wege dann weiter.“
Leon Bell Bells Weg begann zu Hause in seiner Familie, wo er mit seinen zwei Brüdern und seiner kleinen Schwester aufgewachsen ist. Sein Vater hat auch Fußball gespielt, war früher bei Rot-Weiß Frankfurt. „Er war eine prägende Figur für mich“, sagt der 23-Jährige heute, der mit seinem kleinen Bruder Max früher bei Eintracht Frankfurt kickte. Max zog dann weiter zu Kickers Offenbach. Dass Leons Weg nach Kaiserslautern führen würde, war „relativ früh klar“, wie er erzählt. Mit 15 zog er in die Pfalz und ging seinen Weg.
Warum er es weiter schaffte, erklärt er so: „Glück, vielleicht auch hier und da der bessere Trainer oder der, der einem hilft, dranzubleiben.“ Sein Geheimnis: „Gas geben und an sich arbeiten.“
Der Verein, bei dem er so viel gelernt hat, interessiert ihn natürlich auch heute noch. „Wenn ich gespielt habe, schaue ich als erstes in der App, wie der FCK gespielt hat. Und natürlich bekomme ich auch alles mit, was mit dem Verein passiert. Es ist schon traurig, zu sehen. Als ich da war, war der Verein in der Ersten Liga. Ich hoffe, dass der Verein sich stabilisieren wird und erfolgreich Fußball spielen kann.“
Was er sich für sich wünscht: „Dass ich gesund bleibe, dass meine Familie gesund bleibt. Dass wir Erfolg haben in Magdeburg.“
Dass die Begegnung mit seinem früheren Verein, der ihm so viel bedeutet, ohne Zuschauer stattfindet, ist schade, findet Leon Bell Bell. Und dann muss er grinsen. „Ich weiß, wie es ist, im leeren Stadion zu spielen. Das kenne ich von der U23, damals in Kaiserslautern. Da waren auch nicht viele Zuschauer da“, erinnert er sich an die Auftritte mit der zweiten Mannschaft des FCK im Fritz-Walter-Stadion vor fast leeren Rängen. „Mit Fans macht Fußball natürlich mehr Spaß. Aber wir müssen da durch.“
