Kaiserslautern
Westpfalz-Klinikum: Was sich an den vier Standorten baulich in den nächsten Jahren tut
Es ist eine unendliche Geschichte: Kaum ist am Westpfalz-Klinikum eine Baustelle beendet, geht’s schon wieder weiter. Zumindest in Kaiserslautern gab’s in der jüngeren Vergangenheit kein Jahr, in dem nicht irgendwo gehämmert, gesägt, gebohrt oder umgeräumt wurde. Derzeit wird, das ist nicht zu übersehen, an und in Haus 8 gearbeitet. Das Bettenhaus wird saniert – und endlich wird es auf der Baustelle etwas ruhiger, sagt der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, Thorsten Hemmer.
„Der Bau liegt kosten- und zeitmäßig im Plan“, berichtet er. Wenn das so bleibt, könnten die Stationen darin in einem Jahr in Betrieb gehen. Im Erdgeschoss wird es eine neue, große Aufnahmestation geben, darüber ziehen die Geburtshilfe und die Gynäkologie ein – über eine Brücke direkt mit der Kinderklinik verbunden. „Wir sind froh, dass diese Stationen näher zusammenrücken“, sagt Hemmer, „und erweitern bei der Gelegenheit die Geburtshilfe von zwölf auf 18 Betten.“
Ziel: Das Klinikum baulich zu modernisieren und funktionell zu erweitern
Welche Stationen in die Stockwerke darüber einziehen, das werde gerade geklärt. Für eine Übergangszeit sollen die Abteilungen aus Haus 1 (direkt beim Haupteingang) ins renovierte Bettenhaus umziehen. Hemmer erklärt: „Das ist eine gute Gelegenheit, das 1998 in Betrieb gegangene Haus 1 durchzurenovieren.“ Nach etwa einem Jahr Bauzeit seien dann die Gebäude 8, 1 und 3 auf dem aktuellen Stand.
Dann habe sich voraussichtlich auch erledigt, dass Patienten in Haus 19 untergebracht werden, dem früheren Schwesternwohnheim. Hemmer: „Wir brauchen das Gebäude im Moment noch. Übrigens ist sein Ruf schlechter, als hier die Versorgung tatsächlich ist.“ Er verstehe aber das Gefühl, „abgehängt zu sein“, wenn Patienten für Untersuchungen über den Hof gefahren werden müssen.
Und für die Zeit danach laufen bereits erste Gespräche mit dem Gesundheitsministerium, verrät Hemmer. Ziel sei es, das Klinikum baulich zu modernisieren und funktionell zu erweitern – was herausfordernd sei: „Die Kunst ist, das im laufenden Betrieb zu machen.“ Auf Haus 8 könnte dann dessen Zwillingsgebäude, Haus 9, folgen. Möglicherweise mit einem daran anschließenden Neubau. Für konkrete Pläne sei es noch zu früh: „Die Anforderungen an Krankenhäuser ändern sich ständig. Wir überprüfen die Prozessabläufe und schauen uns an, welche Änderungen Sinn ergeben.“
Bei allen Planungen die Nachhaltigkeit im Blick
Bei allen Planungen gelte es, die Nachhaltigkeit im Blick zu haben, energieeffizient zu bauen und die in der Corona-Zeit geänderten Hygieneanforderungen umzusetzen. Eine Machbarkeitsstudie soll zeigen, wo im Westpfalz-Klinikum Photovoltaik auf Dächern sinnvoll ist. Das sei wegen einer Vielzahl an technischen Einrichtungen auf den Dächern gar nicht so einfach, sagt Hemmer.
Am Standort Kusel könnte Solarenergie eine Option werden, blickt er zum Standort II. Das Gebäude dort soll baulich überplant werden, erste Ideen gebe es bereits – wie auch die Notwendigkeit. Beispielsweise müsse das Dach erneuert und der Operationstrakt saniert werden. Hemmer: „Die Frage ist, wie wir das unter einen Hut bekommen.“ Eine Idee sei, das Gebäude aufzustocken und die Operationssäle unters Dach zu verlegen. Gemeinsam mit einem externen Architekten soll der Standort überplant werden. Ähnlich wie in Kirchheimbolanden steht auch in Kusel die Errichtung eines Ärztehauses auf dem Plan: „Das ist ein zukunftsfähiges Konzept“, zeigt sich Hemmer mit Blick in den Donnersbergkreis überzeugt.
In Kirchheimbolanden sollen alle Stationen unter ein Dach
Dort, in Kirchheimbolanden, steht ebenfalls eine große Baumaßnahme an. Da nun feststeht, dass die Geriatrie von Rockenhausen umzieht, wird die Abteilung nun in die Umbaupläne von Standort 3 eingearbeitet. „Wir hatten schon Gespräche mit dem Ministerium und sind uns einig“, erzählt Hemmer. Ziel sei es, in Kirchheimbolanden alles unter ein Dach zu bekommen.
Und Rockenhausen? „Dazu ist ja die Entscheidung gefallen, das war ein schmerzlicher Prozess“, sagt Hemmer zum Aus des Standorts. Der nächste Schritt werde nun eine inhaltliche Diskussion sein: „Wie werden wir Rockenhausen mit Gesundheitsdienstleistungen aufbauen?“ Gemeinsam mit Politik und Ministerium müsse diese Frage beantwortet werden. Dann erst werde über die bauliche Situation und mögliche Änderungen geredet. Hemmer: „Es liegen gute Ideen auf dem Tisch, und ich bin zuversichtlich, dass das was wird.“