Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern: Jährlich 1200 Geburten

Sabine Götting (links) und Alexandra Schattner (rechts daneben) bei den glücklichen Eltern Santana Kowalewska und Grzegorz Kowal
Sabine Götting (links) und Alexandra Schattner (rechts daneben) bei den glücklichen Eltern Santana Kowalewska und Grzegorz Kowalewski mit ihrer Tochter Apolonia. Foto: VIEW

Draußen grau-kaltes Novemberwetter, drinnen ist es schön und mollig warm: In den Räumen der Geburtshilfe des Westpfalz-Klinikums herrscht um 23 Uhr Ruhe. Dabei ist es kaum eine Stunde her, dass gleich zwei Kinder auf die Welt kamen: Apolonia um 21.45 Uhr und Denny um 21.52 Uhr.

Während die beiden Familien die ersten Minuten mit ihren kleinen Wundern genießen, hat Hebamme Sabine Götting Zeit für eine Führung durch die Kreißsäle. Ihre Kollegin Alexandra Schattner und die diensthabende Ärztin, Deviana Nathan, betreuen derweil eine Schwangere, bei der die Wehen eingesetzt haben.

Vier Kreißsäle gibt es am Klinikum, dazu kommt ein Wehenzimmer, schildert Götting. Letzteres ist so gemütlich eingerichtet wie ein Wohnzimmer – mit Couch, Fernseher und Sitzecke. „Hier können sich die Familien entspannen“, erklärt die Hebamme. Die meisten der werdenden Väter bleiben während der Geburt bei ihren Frauen.

„Geburt heißt Bewegung“

In den Kreißsälen gibt es für die Gebärenden viele Möglichkeiten, während der Geburt mobil zu bleiben und die Geburtspositionen zu wechseln: „Geburt heißt Bewegung“, betont Götting. Rasch und unkompliziert lässt sich das Kreißbett in unterschiedliche Positionen bringen, ein Tuch hängt von der Decke, an dem sich die Frauen festhalten können, auch eine Sprossenwand steht zur Verfügung. In einem der Kreißsäle gibt es zudem eine Badewanne. Eine Besonderheit anderer Art hat ein weiterer Saal zu bieten: Mit wenigen Handgriffen lässt er sich in ein FCK-Fanzimmer verwandeln.

Daneben liegt ein Raum, in dem es besonders warm ist – er ist permanent auf 30 Grad vorgeheizt. Hier, im Perinatalzentrum der Kinderklinik, werden die Frühchen direkt nach der Geburt versorgt. „Auch das kleinste Frühchen darf in Kaiserslautern zur Welt kommen“, sagt Götting. Sollte es einen Notfall geben, sei direkt ein Kinderarzt vor Ort. Bei den meisten Geburten werde allerdings kein Kinderarzt gebraucht. Sollte aber ein Kaiserschnitt notwendig werden, ist das Team in wenigen Schritten im OP – eine große Tür neben dem Empfangstresen führt dorthin.

Ein neues Leben als Familie beginnt

Sind die Babys auf der Welt, bleiben die Mütter mit ihren Neugeborgenen etwa zwei Stunden im Kreißsaal, bevor es für sie auf die Wöchnerinnen-Station zwei Stockwerke tiefer geht, wie Hebamme Alexandra Schattner schildert. Immer zwei Hebammen arbeiteten pro Schicht zusammen, dazu kommen ein Gynäkologe und ein Oberarzt im Haus. Rund 1200 Kinder werden pro Jahr in Kaiserslautern geboren. Eines davon – Apolonia – liegt in den Armen seiner Mutter, Santana Kowalewska, auf dem Bett und schläft, Vater Grzegorz Kowalewski steht glücklich daneben – für sie beginnt nun das Leben als Familie.

„Unser Motto lautet sanft und sicher“, erklärt Götting. Frauen, die im Klinikum ihr Kind zur Welt bringen, haben die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Angeboten – von der Homöopathie über Aromatherapie bis hin zur klassischen Schmerztherapie. Wer will, könne sich im Vorfeld zur Geburt anmelden, so dass die wichtigsten Daten beim Geburtsbeginn bereits vorliegen. „Das ist aber ein freiwilliges Angebot“, sagt Götting.

18 Hebammen arbeiten am Klinikum

Die Hebammen kümmern sich zudem um die Frauen, die wegen Problemen in der Schwangerschaft in der Schwangerenambulanz liegen. Die Wochenbettbetreuung übernehmen freiberufliche Hebammen, die sich in der Praxis Sonnenblume zusammengeschlossen haben.

Am Klinikum arbeiten 18 Hebammen in Voll- und Teilzeit, dazu kommen vier Hebammen in Ausbildung. Götting ist seit 1998 am Klinikum beschäftigt, Kollegin Schattner seit 1991 – immer im Schichtdienst zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht. Die beiden Hebammen haben um 20 Uhr ihre Nachtschicht begonnen, um 6 Uhr werden sie abgelöst. Die Emotionen während einer Geburt, zu erleben, wie Familien sich über ihre Kinder freuen und dabei sein zu dürfen, wenn Babys zur Welt kommen, ist für beide Hebammen das, was sie an ihrem Beruf fesselt.

Dokumentation darf nicht fehlen

Als nächstes werden die Geburten des Abends dokumentiert. Auf weißem Papier für die Klinik, auf einer schönen Karte als Erinnerung für die Familien. Größe, Gewicht und Kopfumfang des Babys werden notiert und zum Andenken ein Foto des Neugeborenen hinzugefügt. Alexandra Schattner richtet für jedes der Kinder zudem einen Glückswichtel – Mädchen bekommen einen roten, Jungen einen blauen. Die Armbänder mit den Namen der Kinder liegen auch schon bereit – die Mamas bekommen eines im Partnerlook.

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