Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Westpfalz-Klinikum-Chef zu den aktuellen Herausforderungen von Corona bis Personalnot

Den Mitarbeitern im Westpfalz-Klinikum stecken mittlerweile zweieinhalb Jahre Pandemie-Bekämpfung in den Knochen.
Den Mitarbeitern im Westpfalz-Klinikum stecken mittlerweile zweieinhalb Jahre Pandemie-Bekämpfung in den Knochen.

Masken sind mittlerweile fast aus dem Stadtbild verschwunden, das Händeschütteln ist zurück und auf dem Stiftsplatz haben vergangene Woche Zehntausende Schulter an Schulter den FCK-Aufstieg gefeiert: Corona scheint vergessen. Ist es aber zumindest im Westpfalz-Klinikum überhaupt nicht. Zusätzlich plagen die Verantwortlichen jetzt verstärkt finanzielle Sorgen – ganz zu schweigen von der personellen Situation.

„Auch wenn man außerhalb der Kliniken den Eindruck hat, dass die Corona-Pandemie bereits beendet ist, so haben wir nach wie vor täglich damit zu kämpfen“, sagt der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, Peter Förster. Zwar sei die Anzahl der mit Covid-19-infizierten Patienten zurzeit rückläufig, „von einem Regelbetrieb sind wir allerdings noch entfernt“.

Wie Klinikums-Pressesprecher Dennis Kolter ergänzt, werden in Kaiserslautern aktuell 24 Erwachsene isoliert behandelt; fünf davon wegen Corona, die anderen mit Covid-19. Zwei von ihnen werden invasiv beatmet. In Kusel sind es vier Patienten mit Corona, in Kirchheimbolanden und Rockenhausen jeweils ein Patient.

Weiterhin ein Besucher pro Patient für eine Stunde

An allen Standorten gilt weiterhin die Regel „ein Besucher pro Patient für eine Stunde am Tag“. Die Besucher müssen geimpft, genesen oder getestet sein, was jeweils an den Haupteingängen überprüft werde. Weiter gilt eine strenge FFP2-Maskenpflicht, auch auf den Patientenzimmern, wie Kolter betont. Er sagt auch: „Über weitere Lockerungen der Besuchsregelungen hat die Taskforce noch nicht entschieden.“ In der Taskforce des Klinikums, die aktuell alle zwei Wochen tagt – und in Hochzeiten der Pandemie sogar täglich zusammengekommen ist –, sitzen unter anderem Vertreter der Geschäftsführung, des pflegerischen und des ärztlichen Bereichs, der Pressestelle und des Betriebsrats.

Doch nicht nur das Virus beschäftigt die Verantwortlichen im Westpfalz-Klinikum, wie Peter Förster erläutert: „Des Weiteren haben wir derzeit mit enormen Kostensteigerungen zu kämpfen – sei es bei Lebensmitteln, Medikamenten, Medizinprodukten oder technischer Ausrüstung. Da wir unsere Kostensteigerungen nicht wie andere Unternehmen über Preisanpassungen weitergeben können, benötigen wir vonseiten der Bundespolitik dringend Hilfe, zum Beispiel in Form eines Inflationszuschlags.“

Die personelle Situation spitzt sich zu

Er erinnert daran, dass „uns versprochen wurde, dass kein Krankenhaus aufgrund von Corona bedingten Belastungen wirtschaftliche Nachteile haben soll“. Das von der Politik beschlossene Auslaufen der Corona-Ausgleichszahlungen bereits Mitte April habe ebenfalls nicht dazu beigetragen, dass sich die wirtschaftliche Lage in den Kliniken entspannt – vielmehr spitze sie sich weiter zu.

Förster: „Neben der schwierigen wirtschaftlichen Situation belasten uns weiterhin personelle Probleme. Viele unserer Mitarbeitenden sind im Laufe der Zeit selbst an Corona erkrankt und ausgefallen.“ Hinzu komme, dass der größte Teil der Mitarbeiter nach mehr als zwei Jahren Pandemie-Bekämpfung müde und erschöpft sei. „Unser Krankenstand ist auch deshalb in den vergangenen Wochen und Monaten weiter angestiegen. Die Pandemie hat die bereits bestehende Personalnot in den Kliniken weiter verschärft.“ In nahezu allen Bereichen werden im Klinikum aktuell neue Mitarbeiter gesucht – ob Pflege oder Ärzte, IT oder Labor, ergänzt Kolter.

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