Kaiserslautern Wenn Legosteine laufen lernen
Düdelüdelüd. Wenn Milo über den Schreibtisch rollt, stehen bleibt und dann diese Tonfolge von sich gibt, müssen Nils und Diamond giggeln. Milo, das ist eine Forschungssonde, die gerade von den beiden Schülern aus Legosteinen und Steuerungselement zusammengebaut und programmiert wurde. Ende Februar wurde in der Klasse 3b der Wendelinus-Grundschule in Ramstein mit dieser Medienkompetenzschulung begonnen.
Je zu zweit sitzen sechs Schüler vor den drei Lego-Kästen, in denen die Bauteile für die Forschersonde Milo und weitere Projekte enthalten sind. Mit viel Eifer und Spaß sind die Drittklässler der Ramsteiner Wendelinus-Grundschule dabei, sich den einzelnen Aufgaben zu widmen. Zunächst ging es darum, Milo aus den bunten Steinen zusammenzubauen, die Technik zu integrieren, sich mit der Software auf dem Tablet vertraut zu machen und dann die Sonde damit zu programmieren. Dass die Kinder mit diesen modernen Medien Erfahrungen sammeln können, ist unter anderem durch eine Spende der Stiftung Pfälzisches Lehrerwaisenstift möglich. „Jetzt macht mal eine Dokumentation über Milo“, fordert Klassenlehrer Markus Marhöfer auf. Als ein Pilotprojekt wurde in seiner Klasse dieser Unterricht erst kürzlich eingeführt. Über ihn ist auch der Kontakt zur Vorsitzenden des Lehrerwaisenstifts, Sabine Mages, entstanden, das sich bereiterklärt hatte, die Kosten für zwei dieser Baukästen zu übernehmen. Auch Marhöfer selbst hat im Vorfeld einen solchen gekauft, um auszuprobieren, inwieweit er für den Einsatz im Klassensaal geeignet ist. Zudem wurden auch die drei Tablets von ihm und Lehramtsanwärterin Lara Christmann zur Verfügung gestellt und mit der dazugehörigen Software bespielt. Nils und Diamond wissen, wofür solche „Helfer“ eingesetzt werden: „Sie werden losgeschickt, um Orte zu entdecken, die Forscher nicht erreichen können.“ Zur Dokumentation gehören ein Foto und ein Text darüber, was die Schüler über Milo denken. Mit Marhöfers Hilfe ist das Foto schnell aufgenommen. Nun überlegen die beiden Achtjährigen noch, was sie über die Sonde schreiben können. Emily und Wadim sind schon einen Schritt weiter. Sie haben einen Blumenstock aus den bunten Steinen zusammengebaut, der der Forschersonde ein Stopp signalisieren soll. Das klappt nicht gleich beim ersten Mal, dann aber doch. „Milo ist leicht zu programmieren“, konstatiert Wadim und Emily ergänzt: „Es ist einfach, die Blume oder die anderen Teile zusammenzubauen.“ Auch die anderen zehn Kinder der Klasse beschäftigen sich mit neuen Medien. Jedes hat einen Laptop vor sich und arbeitet mit einem Zeichenprogramm. Der Klassensaal ist mit einem interaktiven Whiteboard ausgestattet. Marhöfer misst der Medienerziehung und dem Baukasten eine hohe Bedeutung bei. Er biete eine Vielzahl von Möglichkeiten und beziehe naturwissenschaftliche, technische und biologische Themen ein. Vorerst wird dieses Projekt bis zum Ende des Schuljahres durchgeführt.