Was tun im Notfall? Wenn der PC nicht mehr startet, ist die Not oft groß
Störungen beim Arbeiten am Computer gibt es viele: ein Programm startet nicht, ein Treiber fehlt, eine Datei lässt sich nicht öffnen, der Zugriff auf das E-Mail-Programm klappt nicht … Doch was tun, wenn der PC erst gar nicht startet? „Wenn der Rechner nicht mehr geht, kann man erst einmal prüfen, ob die Steckdose noch Strom hat oder an eine andere Steckdose wechseln“, rät Bärbel Deobald, Geschäftsführerin des Computergeschäfts „PC-Spezialist“ in der Merkurstraße. „Wenn das nicht die Fehlerursache war, kann man versuchen, eine so genannte Reststromentleerung des PCs durchzuführen. Dafür den Rechner komplett vom Strom nehmen, also den Stecker ziehen, und dann den Power-On-Knopf etwa zehn Sekunden lang gedrückt halten“, verrät Deobald einen Trick aus dem Nähkästchen. „Dadurch entladen sich die elektronischen Bauteile im Rechner.“
Einfacher Kniff für eine Spende in die Kaffeekasse
Danach solle man den Rechner wieder anschließen und starten. Manchmal helfe dieser einfache Kniff um einen unwilligen Computer wieder zu starten. „Manchen Computer, den ein Kunde gebracht hat, konnten wir so wieder zum Laufen bringen. Das dauert nur wenige Minuten.“ Die Frage, was dieser Service koste, lächelt Deobald weg: „Was soll ich dem Kunden denn groß berechnen? Ich sage einfach, dass er etwas in die Kaffeekasse werfen soll.“ Diesen Trick könne man auch bei Laptops versuchen, allerdings nur bei solchen, bei denen man den Akku herausnehmen kann um ihn so stromlos zu bekommen.
Sollte dieser Trick nicht funktionieren bleibe dem hilfesuchenden Anwender – sofern er oder sie nicht jemanden im Bekanntenkreis hat, der sich sehr gut mit Hardwareproblemen auskennt – der Weg zum Computer-Spezialisten nicht erspart. Es sollte eine Firma ausgewählt werden, die auch über eine Hardwarewerkstatt verfügt.
Datensicherung – ein sehr heikles Thema
„Wenn ein Kunde einen defekten Rechner bringt, frage ich als erstes, ob die Daten gesichert sind, was leider sehr oft nicht der Fall ist“, spricht Deobald die Datensicherung an. Sie selbst sichere ihre privaten Daten mehrfach auf verschiedenen Datenträgern. Trotz aller automatischen Sicherungsprogramme solle man kontrollieren, ob die Daten auch wirklich gesichert sind oder gelegentlich noch eine manuelle Sicherung durchführen. „Den Wert, den die Daten für einem haben, muss sich jeder selbst bewusst machen. Viele gehen mit der Datensicherung sehr fahrlässig um, leider auch manche Firmen. Gute Computer-Firmen bieten auch Beratungen zur professionellen Datensicherung an“, empfiehlt Deobald, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Wenn wegen einer defekten Festplatte von einer auf die andere Sekunde alle Fotos mit den vielen Erinnerungen verloren seien, würde dem Kunden erst bewusst werden, wie wichtig eine Datensicherung gewesen wäre. Aber dann sei es zu spät. Es gebe zwar Spezialfirmen, die versuchen, noch irgendwelche Daten zu retten, aber das sei eine sehr teure Angelegenheit.
Vorsicht vor Viren
Bei den Ursachen, die zu Computerproblemen führen hielten sich Hardwarefehler und Fehler bei der Software in etwa die Waage. Sollten Fehler bei der Software bestehen, müsse man bedenken, dass eine Datensicherung dann auch die Softwarefehler mit sichere, insbesondere dann, wenn auch die Systemprogramme mit gesichert werden. Das sei dann kritisch, wenn der Rechner streike, nachdem man sich einen Computervirus eingefangen habe. Man wisse nicht, ob die Datensicherung dann auch mit dem Virus infiziert sei. „Für die heutige Bedrohungslage durch Viren reichen die einfachen, kostenlosen Programme oftmals nicht mehr aus.“ sagt Deobald und empfiehlt, kostenpflichtige Internet-Security-Programme einzusetzen. Diese böten mehr Schutz.
INFO
Unbedingt Daten sichern!
Virenschutz aktuell halten!
Einen Datenträger mit gesicherten Daten möglichst an einem externen Ort lagern (Risiko Hausbrand)
DIE SERIE
Jeden kann es jederzeit treffen. Sei es eine Notsituation, in die man selbst gerät oder, dass man etwas beobachtet, was schnelles Handeln erfordert. Die RHEINPFALZ hat sich mit Experten unterhalten, die Hinweise und Tipps zur richtigen Verhaltensweise geben. Zusätzlich gibt’s in der Reihe „Was tun im Notfall?“ Tipps, die helfen, damit man möglichst nicht in eine Notsituation kommt. Die Serie eignet sich zum Sammeln und ablegen, zum Beispiel im Versicherungsordner.