Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn der Hard-Rock-ICE losbraust: Die AC/DC-Tributeband Barock im Congress Center Ramstein

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Heiliger Bimbam! Im Ramsteiner Congress Center gastierte am Freitagabend die angeblich beste europäische Coverband der australischen „Wechselstromband“ AC/DC. Im Gepäck hatte sie Klassiker wie „Hells Bells“ oder „Highway To Hell“ - sowie viel Blitz, Donner und Rauch. Und natürlich hing die überdimensionale „Hells Bell“ über der Band wie ein drohendes Fanal. 600 Gäste waren aus dem Häuschen.

Das Beste, die „Autobahn zur Hölle“, kam erst in der Zugabe. Aber auch die anderen 22 Songs, zum großen Teil aus den beiden Erfolgs-Alben „Highway To Hell“ und „Back in Black“ , hatten es in sich. Die reinste Molotow-Cocktail-Musik, die ganz schön aufs Trommelfell ging. Schon beim Opener „Rock’n’Roll Train“ brauste der Hard-Rock-ICE los, und Leadgitarrist Eugen Torschner, Anzug, weißes Hemd und Krawatte, packte die Säge aus. Als Frontman zog sich Dario Cisotto die legendäre Schiebermütze des AC/DC-Sängers Brian Johnson über, und mit derber Reibeisenstimme röhrte er sich durch mehrere Jahrzehnte Rockgeschichte.

1973 gegründet, zählt AC/DC zu den einflussreichsten Hard-Rock- und Heavy Metal-Formationen. 2014 erschien ihr letztes Album „Rock Or Bust“. Die Jungs von Barock erinnerten kraftvoll, frisch und unverbraucht an die AC/DC-Anfangsjahre. Drummer Tobias Haas, die Gitarristen Stefan Kern und Eugen Torschner sowie der Bassist Udo Funk hatten den Stil von AC/DC genauestens studiert und sorgten für den perfekten Klang. Das bestätigten auch etliche Besucher im Gespräch mit der RHEINPFALZ, die schon mehrmals auf Konzerten von AC/DC waren. „Zu 90 bis 95 Prozent kommt Barock an den Original-Sound ran“, meinten sie unisono.

Bei „Hell’s Bells“ schwebt eine Glocke hernieder

Die fünf Musiker gebärdeten sich wie Derwische und zeigten eine Non-Stop-Virtuosität, die stets die Empfindung gab, sie spielten nur so aus Spaß drauf los. Ungefilterter Rock’n’Roll war das und konzentriert auf das Wesentliche. Roh und mit manischer Intensität. Ein Sound, der sich nahezu in die Hörgänge fräste. Bei Titeln wie „Dog Eat Dog“, „What’s Next To The Moon“ oder „If You Want Blood“ gaben die Jungs alles auf der Bühne. Als ginge es um sein Leben, so grölte Dario Cisotto im höchsten Falsett. „Shot Down In Flames“ war ein erster Höhepunkt. Flammen zischten an beiden Bühnenseiten hoch. Fans rissen vor Begeisterung die Arme hoch. Der große Teil der Zuhörer aber blieb noch gelassen. Der echte Rocker zeigt keine Emotionen. Wie sollte er auch – mit einem Becher Gerstensaft in der Rechten.

Bei „Hells Bells“ gab es dann aber kein Halten mehr. Beeindruckend schwebte die Glocke auf die Bühne herunter. Acht Glockenschläge auf der „Hell Bell“ leiteten den Song ein, bevor die Post abging. Der Leadgitarrist, Gründer und Bandleader von Barock tobte wie AC/DC-Gitarrist Angus Young über die Bühne und schüttelte sein Haupt dabei, dass die schulterlangen Haare nur so flogen. Sein Jackett hatte er längst in die Ecke gefeuert. Mit minutenlangen Soli und scharfkantigen, griffigen Riffs heizte der Pyromane die Menge immer wieder an, während Udo Funk den Bass so energetisch pulsend traktierte, dass die Magennerven vibrierten. Mit einem komplexen Rhythmusteppich goss Drummer Tobias Haas dazu noch Öl ins Feuer.

Die Ohren klingeln einem noch Tage später

Die Stimmung im CCR steigerte sich allmählich, bis sie explosiv wie Dynamit wurde. Und mitten im Publikum animierte Cisotto die Fans, den Refrain von „The Jack“ mitzusingen. So heizte das Quartett die Fans hin zum „Highway To Hell“ an. Zuvor ein heißer Striptease und das nackte Hinterteil des Gitarristen. Die Tribute-Show kam mit grandiosen Lichteffekten und lodernden Feuersalven zum Shot Down. Am Ende der mehr als zwei Stunden dauernden Show (ohne Pause) zündeten noch acht Kanonen ein wahres Donnerwetter. Barock hat das Feuer des AC/DC-Sounds wieder zum Leben erweckt und nebenbei einer Frischzellenkur unterzogen. Die Ohren aber klingeln und summen noch Tage später.

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