Westpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Weniger Unfälle und weniger Tote auf den Straßen der Westpfalz

Bei weniger als zehn Prozent der Unfälle auf den Straßen der Westpfalz wurden im vergangenen Jahr Menschen verletzt.
Bei weniger als zehn Prozent der Unfälle auf den Straßen der Westpfalz wurden im vergangenen Jahr Menschen verletzt.

Auf den Straßen in der Westpfalz krachte es im vergangenen Jahr weniger als im Jahr zuvor. Das teilte die Polizei mit. Deutlich zurück ging die Anzahl der Verkehrstoten.

Die Dienststellen des Polizeipräsidiums Westpfalz – zuständig für die Landkreise Südwestpfalz, Kusel und Teile des Donnersbergkreises sowie für die Städte Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken – registrierten im vergangenen Jahr insgesamt 17.609 Verkehrsunfälle. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 3,3 Prozent, heißt es in der Verkehrsunfallbilanz, die die Verkehrsexperten im Polizeipräsidium am Mittwoch präsentierten.

Bei weniger als zehn Prozent der Unfälle – 1338 – wurden Menschen verletzt. Die Polizeistatistik zählte 2024 1431 Leicht- sowie 231 Schwerverletzte. Im Vergleich zum Jahr 2023 sind das in beiden Fällen weniger verletzte Menschen, 2023 waren im Verkehr auf den Straßen der Westpfalz rund zehn Prozent mehr Menschen verletzt worden, 1660 Leicht- und 252 Schwerverletzte waren gezählt worden.

Deutlich gesunken ist zudem die Anzahl der Verkehrstoten: von 16 (im Jahr 2023) auf zehn im vergangenen Jahr. „Eine wesentliche Ursache für Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang war die Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit“, heißt es in dem Unfallbericht.

Ebenfalls rückläufig ist die Anzahl der Verkehrsunfälle, bei denen Kinder (bis 14 Jahre) verletzt wurden. Sie sank im Vergleich zum Vorjahr um sechs Fälle, beziehungsweise 4,3 Prozent. 132 Kinder verunglückten (86 leichtverletzt, 15 schwerverletzt) bei diesen Unfällen.

Die Verkehrsexperten der Polizei untersuchen auch, welche Alterskohorte welchen Anteil an der Gesamtanzahl der Unfälle hat. Unfälle mit jungen Menschen (18 bis 24 Jahre) machen laut Polizeistatistik einen Anteil von etwa 19 Prozent (rund 3400 Fälle) am Gesamtunfallgeschehen 2024 aus. Die Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent. Die jungen Verkehrsteilnehmer tragen in mehr als zwei Drittel der Fälle auch die Hauptschuld an den Unfällen, meist weil zu wenig Abstand eingehalten wurde (607 Unfälle) oder aber es wurden Fehler „beim Wenden oder Rückwärtsfahren“ gemacht (394 Unfälle), heißt es in der Polizeistatistik.

Nach oben gegangen ist dagegen die Anzahl der Verkehrsunfälle, an denen Menschen ab 65 Jahren beteiligt waren. Die Anzahl der Unfälle stieg auf 3708 an, das sind laut Polizei gegenüber den Vorjahr 106 (2,9 Prozent) Unfälle mehr. Der Anteil am Gesamtunfallgeschehen von Menschen jenseits der 65 Jahre beträgt rund 20 Prozent. „Einschränkend muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Gruppe der Personen ab 65 Jahren im Vergleich zur Altersgruppe der Jungen Fahrenden einen deutlich höheren Anteil an der Gesamtbevölkerungszahl hat“, unterstreicht die Polizei in diesem Zusammenhang.

Bei jedem fünften Unfall im Straßenverkehr entfernte sich ein Verkehrsteilnehmer unerlaubt von der Unfallstelle. Die Polizei zählte in der Westpfalz im vergangene Jahr 3430 Fahrerfluchten, rund fünf Prozent weniger als noch 2023. Die Beamten klärten 40,6 Prozent der Fälle auf.

Die Polizei arbeitet auch präventiv

Um Toten und Verletzten im Straßenverkehr entgegen zu arbeiten, setzt die Polizei auf Präventionsarbeit und geht dazu auch an Schulen. Die Verkehrssicherheitsbeauftragten schulten im vergangenen Jahr knapp 15.000 Kinder, ziemlich genau 4000 Schulkinder legten Prüfungen zum Fahrradführerschein ab. Zudem erreichte das Polizeipräsidium Westpfalz mit Drogenpräventionsvorträgen nach eigenen Angaben rund 1300 junge Menschen.

Aber nicht nur an Schulen arbeiten die Beamten vorbeugend: „Im Jahr 2024 verhinderte die Polizei 673 Trunkenheitsfahrten und leistete damit einen präventiven Beitrag zur Verkehrssicherheit“, schreibt die Polizei. Gleichwohl zog die Polizei knapp 1700 Menschen aus dem Verkehrs, die sich ans Steuer gesetzt hatten, nachdem sie zu viel Alkohol getrunken hatten.

Bei rund 20 Millionen Fahrzeugen hat die Polizei 2024 die Geschwindigkeit gemessen. Rund 437.000 Autofahrer waren dabei zu schnell unterwegs, rund 356.000 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet, rund 4200-mal gab es Fahrverbot.

Info

Die komplette Verkehrsunfallstatistik – nicht nur für die Westpfalz, sondern für ganz Rheinland-Pfalz – mit weiteren Infos, etwa zu Unfallursachen, ist im Internet auf der Homepage der Polizei nachzulesen. Dort stehen auch Statistiken aus den vergangenen Jahren.

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