Kaiserslautern Welchen Bedarf an Weiterbildung gibt es?

Schon lang im Berufsleben und dann noch ein Studium? Vor dieser Herausforderung werden sich in Zukunft mehr und mehr gestandene Arbeitskräfte sehen. Schon jetzt können Firmen ihren Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften nicht mehr decken. In diesen Tagen hat eine telefonische Bevölkerungsbefragung begonnen, um den Bedarf zu ermitteln.
„Weiterbildung auf wissenschaftlicher Ebene wird in der mittelständisch geprägten Westpfalz künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Darauf deuten der allgemeine Trend zur Höherqualifizierung und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften hin“, erklärt Matthias Rohs, Professor für Erwachsenenbildung an der Technischen Universität Kaiserslautern. Zusammen mit der Hochschule Kaiserslautern und der Hochschule Ludwigshafen will die TU den individuellen Bedarf in Kaiserslautern und der Westpfalz ermitteln. „E-Hoch-B“- Entwicklung durch Bildung - heißt das Projekt, das unter der Leitung von Rohs den Bedarf in der Bevölkerung mittels einer Umfrage erfassen soll. „Die Bevölkerungsbefragung soll wichtige Daten liefern, um möglichst passgenaue Weiterbildungsangebote für den Fachkräftebedarf in der Region anbieten zu können. Wir wollen herausfinden, welche Weiterbildungsstudiengänge in der Region Westpfalz gebraucht werden“, sagt Rohs. Mit am Projekt beteiligt sei das Fachgebiet Pädagogik, insbesondere das Zentrum für Fernstudiengänge DISC (Distance and Independent Studies Center) an der TU. Die Befragung am Telefon übernehme das Umfragezentrum (UZ) Bonn, eines der großen Befragungsunternehmen in Deutschland. 500 vollständig beantwortete Fragebögen seien für die Bevölkerungsumfrage nötig, damit ausreichend Angaben zur Verfügung stehen, erklärt Gesa Heinbach, Sozialwissenschaftlerin und Koordinatorin des Projekts. Sie rechnet damit, dass die Telefonumfrage vor Weihnachten abgeschlossen sein wird. Ziel der Befragung seien alle Haushalte, die im Umkreis von einer Stunde Fahrzeit, mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, von Kaiserslautern entfernt liegen. Wenn in den nächsten Tagen das Telefon in den zufällig ausgewählten Haushalten klingelt, dann könnte man sich, so Heinbach, beispielsweise äußern zu Fragen über bisherige Erfahrungen mit Weiterbildungen, zukünftige Interessen oder nach den gewünschten Rahmenbedingungen. Bis zum Alter von 65 Jahren werden Angaben erhoben. Etwa 20 Minuten soll die Befragung längstens dauern. Die daraus entstehenden Bildungsangebote sollen alle berufsbegleitend sein und könnten beispielsweise auch dem Schichtbetrieb angepasst sein, erklärt Heinbach. Das kürzeste Angebot könnte ein halbjähriger Kurs mit zwei bis drei Präsenzveranstaltungen sein, der mit einem Zertifikat abschließt, das längste ein viersemestriges Masterstudium. Neben der Bevölkerungsbefragung führe das Projekt zum selben Thema eine Online-Befragung von Unternehmen durch, sowie eine Studierendenbefragung, so Rohs. Zusätzlich würden öffentlich zugängliche Daten ausgewertet, beispielsweise von Mikrozensus, Fachkräftemonitor oder Hochschulkompass. Gefördert wird das Projekt „E-Hoch-B“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Ziel sei es, so heißt es vonseiten des BMBF, das Fachkräfteangebot dauerhaft zu sichern, die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu verbessern sowie neues Wissen schnell in die Praxis zu integrieren. Die Förderung ist Teil des Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“. Bund und Länder fördern damit den Auf- und Ausbau weiterbildender Studienangebote. |cbg