Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtsmann konkurriert mit Osterhase: Es knallt, blitzt und schneit im Hörsaal

Bei der Weihnachtsvorlesung an der RPTU sorgten Wichtel für spektakuläre Effekte für Augen und Ohren. Der Weihnachtsmann leitet
Bei der Weihnachtsvorlesung an der RPTU sorgten Wichtel für spektakuläre Effekte für Augen und Ohren. Der Weihnachtsmann leitet das Ganze.

Flammen, Schnee und Social Media: Die Weihnachtsvorlesung der RPTU verbindet Experimente mit Humor und zeigt Chemie als Erlebnis für alle Generationen.

Schon vor Beginn der Weihnachtsvorlesung bildet sich eine lange Schlange vor dem Chemie-Hörsaal der RPTU. Die Sitzplätze sind begrenzt, die Nachfrage groß. Unter den Besucherinnen und Besuchern sind Menschen aller Altersklassen, viele von ihnen begleiten die Veranstaltung seit Jahren. Eine Frau erzählt, sie sei „heilfroh, ein Ticket ergattert zu haben“, schließlich sei sie „schon seit 23 Jahren mit dabei“.

Als das Licht im Hörsaal 207 erlischt, beginnt die Reise in eine andere Welt: die Weihnachtswichtel-Werkstatt. Zwei Wichtel betreten die Bühne. Die Werkstatt soll für dieses Jahr geschlossen werden, der Urlaub steht bevor. Doch ihr Plan wird schnell durchkreuzt – vom Weihnachtsmann persönlich.

Der Weihnachtsmann guckt neidisch auf den Osterhasen

Der Chef vom Nordpol hat eine neue Idee. Bei einem Kollegen, dem Osterhasen, hat er gesehen, wie erfolgreich Auftritte auf Instagram sein können. Auch er möchte sichtbar werden, Reichweite gewinnen, Bilder posten. Das Problem: Die für Social Media zuständige Wilma Wichtel ist bereits im Urlaub. Also müssen die übrigen Wichtel einspringen und der Urlaub wird verschoben.

Was folgt, ist eine szenisch erzählte Vorlesung, in der Chemie und Schauspiel ineinandergreifen. Die Wichtel, gespielt von Studierenden der RPTU, tragen Namen voller Wortspiele und präsentieren ihre Experimente mit augenzwinkerndem Humor. Dabei steht weniger die theoretische Herleitung im Vordergrund als das sichtbare Ergebnis.

Zunächst geht es um festlichen Weihnachtsschmuck. Ein Weihnachtsbaum wird mit einer Flüssigkeit behandelt, die ihn im abgedunkelten Hörsaal leuchten lässt. Weihnachtskugeln verändern ihre Farbe, schimmern in verschiedenen Tönen. Der Weihnachtsmann beobachtet das Geschehen kritisch, zufrieden ist er noch nicht.

Security-Wichtel warnen die Zuschauer vor hellem Licht

Erst als im dritten Anlauf eine große Flamme den Hörsaal erhellt, zeigt er sich überzeugt. Bei jedem Versuch weisen die Wichtel darauf hin, nicht direkt in die Flamme zu schauen. Wird das vergessen, erinnert ein eigens eingesetzter Security-Wichtel daran.

Ein weiteres Problem des Weihnachtsmanns: Er geht nur ungern vor die Tür. Statt selbst Schnee und Polarlichter zu erleben, lässt er beides in der Werkstatt herstellen. Bevor der Schnee Richtung Decke schießt, werden die ersten Reihen vorsorglich abgedeckt. Auch die Polarlichter entstehen problemlos im Hörsaal.

Zwischendurch verfolgt der Weihnachtsmann auf seinem Tablet, das er konsequent wie das deutsche Wort „Tablett“ ausspricht, die Aktivitäten des Osterhasen. Besonders ärgert ihn dessen Werbepartnerschaft mit einer Schokoladenfirma. Mit wem er selbst werben könnte, bleibt offen. Die Aufregung macht durstig: Bier und Cola werden gebracht, das Bier wird klar bevorzugt.

Duell zwischen Weihnachtsmann und Osterhase

Um den Osterhasen endgültig loszuwerden, greift der Weihnachtsmann zu einem ungewöhnlichen Mittel. Hundegebell soll helfen. Stattdessen platzen mit Lunten versehene Luftballons und sorgen für einen lauten, überraschenden Effekt.

Als schließlich der erste eigene Instagram-Beitrag online geht und zahlreiche Likes erhält, ist der Weihnachtsmann zufrieden. Der Wichtelchor beschließt die Aufführung mit einer hohen Interpretation von „Leise rieselt der Schnee“. Das Publikum bedankt sich mit langem Applaus.

Die Weihnachtsvorlesung der RPTU zeigt Chemie nicht als Abfolge von Formeln, sondern als Erlebnis. Wenn etwas nicht sofort gelingt, wird improvisiert und mit Humor überbrückt. Viel Liebe zum Detail prägt die Show und macht deutlich, warum diese Veranstaltung für viele Besucherinnen und Besucher zum festen Bestandteil der Vorweihnachtszeit geworden ist.

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